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Vor Ort auf der DLD Conference 2013

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Wir berichten von der DLD Conference 2013, die vom Sonntag (20. Januar 2013) bis Dienstag (22. Januar 2013) in München stattfindet.

Die Digitalkonferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto “Patterns that connect.”

Um euch einen Überblick zu geben, hier unsere wichtigsten Links, die wir im Laufe und nach der Konferenz auch aktualisieren:

Daniel berichtet live von der Veranstaltung mit kleinen Impressionen über seinen Twitter-Account..

Seine Tageszusammenfassungen findet ihr auch in seinem privaten Blog. Hier geht es direkt zum Bericht vom Sonntag.

Für das ZDF Hyperland-Blog hat Daniel über das Thema “Big Data — das Tal der Ahnungslosen” geschrieben.

Unseren großen Nachbericht gibt es auch in unserer Sendung bei DRadio Wissen am Donnerstagabend (24. Januar 2013) um 18 Uhr. Daniel wird auch im Bayern 2 Zündfunk am Montagabend (21. Januar 2013) nach 19 Uhr berichten.

Der offizielle Hashtag ist in diesem Jahr #dld2013. Über die Twitter-Suche könnt ihr lesen, was die Teilnehmer, Sprecher und Organisatoren schreiben.

Das Programm könnt ihr auch per Video live auf der Konferenzhomepage verfolgen. Dort gibt es auch einige Programmpunkte zum Nachgucken. Livestream: new.livestream.com/dld / Videos: www.dld-conference.com/videos

Wenn ihr auch vor Ort seid, sagt doch Hallo!

 

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Taiwan-Reporter Klaus Bardenhagen im Interview

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Klaus Bardenhagen ist freier Journalist in Taiwan.

In der Ausgabe vom 04.01. haben Daniel Fiene und Herr Pähler über den Tellerrand namens Deutschland geblickt. Neben Journalisten in China und Afrika, haben sie auch mit dem vielleicht einzigen deutschen Taiwan-Reporter gesprochen. Hier könnt ihr die lange und komplette Version des Interviews mit Klaus Bardenhagen nachhören. 

Als freier deutscher Journalist in Taiwan bedeckt Bardenhagen eine besondere Nische. Um zu publizieren, nutzt er sämtliche Social-Media-Kanäle, die ihm zur Verfügung stehen. Außerdem betreibt er noch sein eigenes Taiwan-Blog.

Daniels Frage zum Einstieg in das Gespräch: “Wie viel Zeit kostet Social-Media dich?”

[audio:/audio/2013/01-klausbardenhagen/klausbardenhagen.mp3]

 

 

 

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So bekommt ihr ein verifiziertes Twitterprofil! (Antragsformular laden, ausdrucken und wegschicken)

Was mit Medien investigativ: Wie bekomme ich einen blauen Haken bei Twitter? Wie erhalte ich ein verifiziertes Profil? Diese Frage treibt viele aktive Twitter-Nutzer um, die neidisch auf die verizifierten Profile von Medienmarken und Mediengesichtern blicken, die nur einen Bruchteil an Followern und Tweets vorweisen können. Wir haben das Antragsformular!

So schrieb vor ein paar Tagen der Twitter-Hardcore-Nutzer Nico Lumma:

“Hey @twitter_de warum bekommen eigentlich irgendwelche n00bs gleich den blauen haken, leute wie @heiko + ich aber auch nach 5 jahren nicht?”

Eine Antwort gab es nicht. In der aktuellen Ausgabe von unserem Medienmagazin diskutieren wir den Verifizierungsprozess. In den USA machen Erfolgsberichte die Runde, aber auch Meldungen, dass ein verifiziertes Profil durchaus mehrere Tausend US-Dollar kosten kann.

Wir haben für euch ein bestimmt “offizielles” Antragsformular. Druckt es aus, füllt es aus und faxt es an @twitter_de. So geht es bestimmt.

 Zum Antragsformular für verifizierte Twitter-Profile

P.S.: Vielen Dank an Tilo Jung, mit dem wir die Idee zu diesem Formular entwickelten und der es dann auch für unsere Sendung (und für euch) erstellt hat.

 

Stefan Plöchinger (Foto: Flickr.com / asvensson)

Auf einen Tee mit süddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger: Paywalls, Leserclubs und die Redaktion der Zukunft

Mitten in diesem stürmischen Medienherbst, haben wir uns vorgenommen, jede Woche den Journalismus aus einem anderen konstruktiven Blickwinkel zu betrachten. In einem Blogeintrag schrieb kürzlich süddeutsche.de-Chefredakteuer Stefan Plöchinger: “Gerade junge Leser haben ja keineswegs die Lust auf guten Journalismus verloren, nur weil sie lieber digital lesen.” — seine Formel: Statt Paywalls hochzuziehen, muss Journalismus so etwas wie Leserclubs schaffen. Was heißt das konkret? In der 282. Folge von unserem Medienmagazin war Stefan Plöchinger zu Gast und im Gespräch mit Herr Pähler. Wir haben das Gespräch transkribiert.

Herr Pähler: Herzlich wilkommen, Herr Plöchinger! Es ist schon Donnerstag, die Woche ist schon fast rum. Wenn Sie auf Ihre Woche oder die Woche von süddeutsche.de zurückgucken: Was ist Ihnen besonders hängen geblieben? 

Plöchinger: Es war wahnsinng viel Arbeit. Wir haben am Wochenende mit der Nannenschule in Hamburg ein interessantes Experiement zum Live-Journalismus gemacht. Wir haben den Piratenparteitag mal anders gecovert, als man den normalerweise covern würde. Mit einer kompletten Schulklasse, die versucht hat, netzaffine digitale Formen des Berichtens auszuprobieren, was extrem gut funktioniert hat. Das war etwas overdone. Man würde zu den Piraten nie so viele Leute schicken. Das war echt spannend. Das war mein Wochenende. Am Montagabend haben wir unsere Seite ein wenig aufgefrischt, schöne Schriftarten drüber gezogen und die Artikel deutlich entschlackt. Jetzt bin ich ein bisschen geschafft, weil so etwas ist immer sehr riskant. Beide Aktionen waren sehr riskant. Es hätte auch ein bisschen was daneben gehen können. Aber beides funktioniert sehr gut.

Was waren die Gründe für die Auffrischung? Einfach, weil man das ab und zu so macht oder gibt es da noch andere Beweggründe?

Ich glaube, dass das Internet heute nicht mehr dasselbe ist, wie vor fünf Jahren. Man muss sich einfach an die Lesegewohnheiten der Leute und der neuen Geräte anpassen. Ich merke, dass wir über viel mehr Plattformen kommen müssen, mit dem was wir machen. Wenn wir heute in der U-Bahn die Leute morgens beobachten, dann lesen sie nicht mehr auf die Bild, sondern schauen auf Bildschirme. Das bedeutet, wir müssen viel viel besser layouten. Wir müssen viel flexibler layouten. Wir müssen im Backoffice unserer Redaktionssysteme total viel machen. Die Leute, die uns lesen, haben größere Ansprüche. Das darf nicht schrabbelig aussehen und klicki-bunti überall sein, sondern muss einfach nett und gefällig aussehen. Deswegen haben wir die letzten 1,5 Jahre immer wieder aufgeräumt und der dickste Brocken, der uns jetzt noch bevorstand, war das eigentliche Text-Layout. Jetzt haben wir es gut, state-of-the-art hinbekommen und es ist auch technisch relativ innovativ, weil wir das erste Mal als große Nachrichtenseite auch Webfonts benutzen. Das hat mich am unruhigsten Schlafen lassen, weil wir die Zeitungsschrift auf die Nachrichtenseite gepackt haben. Weil wir die Zeitungsschrift sehr schön finden. Das hat vorher noch niemand gemacht, weil man nicht weiß, ob das wirklich in allen Browsern funktioniert. So weit wir sehen, funktioniert es in allen Browsern.

Wie ist das Feedback bisher?

Die Kurven sind normal, das ist das beste. Das eigentliche Feedback auf das Feedback ist überwältigend positiv. Aber Leute, die XP-Chrome nutzen, sollten “Clear Type Kantenglättung” aktivieren. Sonst sehen die Schriften nicht so schön aus.

Gilt das auch für Mac OS X Leopard? Das nutzte ich mit Chrome und bekam lauter Anzeigen, nichts funktionierte mehr… jetzt habe ich mich auch so ein bisschen aufgefrischt und jetzt geht wieder alles, für Leute wie mich, die quasi noch in der digitalen Steinzeit leben?

So sehen Sie gar nicht aus! Man muss manchmal so etwas einfach versuchen und schauen was passiert. Apple hat irgendwann begonnen, keinen DVD-Laufwerke mehr in seine Rechner zu bauen. Sie sagten, eigentlich ist eine andere Technik besser für das, was man damit tut. Man streamt eigentlich. Jetzt ist das nicht 100%ig zu vergleichen und wir sind nicht Apple und können sicherlich nicht Marktstandards setzen. Aber man muss sicherlich so etwas mal ausprobieren. Wir hätten natürlich eine Fallback-Option gehabt, die fragt “Funktioniert bei Ihnen die Schrift nicht? Dann installieren Sie sich doch bitte folgende Schrift” – das war nur nicht nötig. Es haben viel mehr Menschen das gemacht, was Sie gemacht haben.

Das ist doch gut. Dann war ich doch gar nicht auf der falschen Spur. Lass uns mal ein bisschen von sueddeutsche.de weggehen, sondern uns allgemeiner über die Zukunft des Journalismus sprechen. In einem ihrer Blogeinträge haben Sie gesagt, dass sich Jüngere auf die Krise als Dauerzustand einrichten dürfen. Daniel und ich haben uns vorgenommen, in den nächsten Wochen (bei Was mit Medien) konstruktiver an das Thema heranzugehen. Das ist ja doch eher wieder eine negative, destruktive Feststellung.

Ja, ich meine das eigentlich auch nicht so und mein Text geht ja auch anders weiter. Ich glaube, man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, dass es jetzt ein, zwei schwierige Jahre sind und dann alles wieder wie früher wird. “Es wird wieder wie früher” werden wir wohl sowieso nicht mehr erleben. Die Frage ist: Was mache ich daraus? Auf der einen Seite erleben wir Zeiten, die von vielen als “destruktiv” wahrgenommen werden, andererseits führt Destruktion immer zu Neuem. Wir erleben deshalb auch sehr kreative Zeiten. Dir Frage, die sich uns stellt, wir als Branche dürfen nicht die ganze Zeit klagen und Angst haben, sondern hingehen und gucken, was man jetzt machen kann. Ich glaube, nur so werden wir es überhaupt schaffen, nach vorne zu kommen.

Wenn wir auf die aktuelle Diskussionen schauen. Wir haben den Eindruck, dass sehr viele Allgemeinerungen und Grundannahmen im Spiel sind, wie zum Beispiel: Google ist gleich Internet und Verleger stehen für Qualitätsjournalsmus. Was ist aus Ihrer Sicht die falscheste Grundannahme, die zurzeit immer wieder angeführt wird?

Diese platten Thesen stören mich so gut wie nie. Google ist nicht böse, Google ist nicht gut. Google ist irgendwas in der Mitte, auch für uns Verlage. Zum Leistungsschutzrecht habe ich auch immer eine sehr differenzierte Meinung eingenommen. Ich glaube kein Verlage würde freiwillig auf den Traffic verzichten, den Google bringt. Der liegt bei bis zu 60 Prozent. Wir führen noch zu holzschnittartige Debatten in der Öffentlichkeit. In Wahrheit geht es ganz selten um das Gestalten, sondern sehr stark um Kämpfe, die uns nicht wahnsinng weiterbringen.

Dann schauen wir jetzt nochmal ein bisschen stärker auf das Konstruktive, was so einer Krise inne wohnt. Sie haben gerade gesagt, es ginge viel um Kreativität. Was heißt das genau, auch auf das Internet bezogen? Was müssen wir über das Internet verstehen, damit Journalismus dort funktionieren kann?

Die wesentliche Frage ist die, nach den Geschäftsmodellen. Was funktioniert, was finanziert den Journalismus langfristig? Vor zehn Jahren haben die damaligen Online-Chefredakteure sehr viel versucht, um Online-Werbung richtig hinzubekommen, die dann angefangen Online-Redaktionen zu finanzieren. Heute haben wir das gleiche Problem, dass Mobil-Anzeigen nicht funktionieren, wie sie sollten. Wir haben wahnsinng viele Leute, die uns auf mobilen Geräten lesen, aber man verdient quasi kein Geld mit diesem ernormen Traffic. Da ist die gleiche Kreativität gefordert. Wir merken auch, dass die Menschen nicht mehr Lust darauf haben, dass es ein paar Online-Portale von den verschiedenen Zeitungen gibt. Wir wissen eigentlich alle, dass wir als die digitalen Vertreter unserer Medienmarken wahrgenommen werden. Ich mache nicht etwa das Portal Names sueddeutsche.de, sondern ich mache die Live-Inkarnation der Süddeutschen Zeitung. Die Leute haben vermutlich das Gefühl, sie haben die Süddeutsche Zeitung gelesen, wenn sie auf unserer Seite waren. Wenn dem so ist, muss ich mich fragen: Was ist mein Beitrag zur Zukunft des gesamten Hauses? Was kann meine Redaktion beitragen, um diesen vielen hundert Kollegen die Zukunft zu sichern, die bei der, wie ich finde, besten Tageszeitung in Deutschland arbeiten? Da ist es meine kreative Aufgabe eindeutig sich zu überlegen und zu fragen, wie man die Leser an der Finanzierung beteiligt? Wir haben seit einem Jahr eine iPad-App der SZ und diese App schafft es, den Print-Rückgang komplett auszugleichen. Das muss man registrieren, das sind sehr interessante Sachen, die gerade auf dem Markt passieren. Der Spiegel macht ähnliche Erfahrungen mit seiner digitalen Ausgabe. Wir sehen Paid-Content ist ok, was wir früher lange für geht-nicht gehalten haben, weil irgendjemand immer Gratisnachrichten anbieten werde. Aber eigentlich sind die Marken stark genug sein, um Paid-Content anzubieten. Wir tun es schon. Wir haben eine Paywall. Ich kann die SZ als bezahltes Produkt lesen und dann bekomme ich sie komplett. Dann habe ich sueddeutsche.de und dort ist nicht alles drin. Wir haben heute schon einen Freemium-Ansatz. Das weiterzudenken, in eine Welt, in der wir mehr Geld verdienen, Leser an unserem Produkt stärker partizipieren lassen, und auf der anderen Seite zu fragen: Was schulden wir dem Leser? Wir können ihm nicht mehr die Trash-Nachrichtenportale  anbieten. Diese Frage gut zu beantworten, wird eine der wichtigsten Aufgaben der jetzigen Generation von “Online-Entscheider” sein.

Zum Thema Paywall. Was genau meinen Sie, als Sie in Ihrem Blogeintrag von einem Leserclub geredet haben?

Wir Journalisten sollten nicht denken, dass wir die Leser für uns gewinnen, wenn wir irgendwelche Mauern errichten. Wir sind in einer Situation in der unsere Geschäftsmodelle eher denen von NPR in den USA annähern sollten. Wir müssen um die Leute werben, damit diese bereit sind unseren Journalismus zu unterstützen. Dafür müssen wir Journalismus machen, den sie auch unterstützenswert finden. Für mich steht fest: Mit “Alle machen die gleichen Nachrichten” und “Überall stehen die gleichen News” kommen wir überhaupt nicht weiter. Wir müssen tatsächlich Premiuminhalte machen und keine Premiumbereiche auf unseren Seiten. Das was wir anbieten, muss premium sein, denn dann wird sich dem Leser schnell erschließen, warum das guter Journalismus ist und warum er einen Beitrag zahlen soll, wenn er wirklich Fan einer Marke ist. Das ist ein sehr anderer Ansatz. Viele Print-Kollegen denken: “Ach, wir machen so gutes Zeug, jetzt lass die Leute dafür Geld bezahlen.” So funktioniert das genau nicht. Wir müssen in ein neues, eher kollaboratives Verhältnis mit unseren Lesern treten und wirklich auf ihn eingehen, auf ihn zugehen, auf ihn hören, mit ihm reden. Das ist, was Menschen im Netz schon sehr, sehr lange von Journalisten fordern. Das ist eine wesentliche Grundbedingung. Das findet dann in einem Begriff wie Leserclub zusammen. Ich glaube, dass gute Zeitungen immer so etwas waren wie Leserclubs waren, die die Welt des Leser bereichert haben. Deswegen haben die Leser bezahlt. Nicht nur wegen des Journalismus, sondern auch weil dort alle Todesanzeigen der Gemeinde drin waren oder eine gute Aldi-Reklame gab, die jeden Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag drin war. Das Gesamtpaket Zeitung war sehr, sehr wesentlich für die Leute und sie waren über die Zeitung Teil einer Gemeinschaft. Dies nun im virtuellen Raum herzustellen ist sehr wichtig und hat dann sehr wenig mit Paid-Content und sehr wenig mit einer Paywall zu tun, die man hochzieht, sondern das hat etwas damit zu tun, dass man das Gemeinschaftsgefühl mit seinen Lesern erzeugen muss.

Wie lange dauert es denn noch, bis dieses Verständnis bei der Mehrheit der deutschen Zeitungsmacher angekommen ist? Ich habe das selbst erlebt. Ich wohne im Münsterland. Einer der dort ansässigen regionalen Zeitungshäuser hat vor einigen Wochen groß mit dem frisch eingeführten E-Paper geworben. Das ist letztlich aber nur ein blätterbares PDF. Da ist nichts anders im Vergleich zur Papierzeitung. Das kostet für mich als Abonnenten aber trotzdem 4 Euro mehr, wenn ich das haben will. Ist das der richtige Ansatz? Ich habe das Gefühl gehabt, dass die es nicht verstanden haben.

Ich glaube, dass Sie einen Verleger haben könnten, der das sehr wohl alles versteht, der aber trotzdem ein riesiges Problem hat, weil die technischen Aufwände, wirklich schöne digitale Auftritte zu machen, gerade für kleinere Häuser sehr schwierig darzustellen sind. Ein Haus wie die Süddeutsche kann das machen. Ich rede viel mit Regionalverlagen, weil mich das sehr interessiert. Wir haben in dieser Zeit als Journalisten eine extreme Definitionsaufgabe, den Journalismus in der Fläche Deutschlands zu erhalten. Wir müssen uns Konzepte überlegen, wie das funktionieren kann. Alle diese Regionalverlage haben dieses Problem. Im Grunde bräuchten sie zehn Programmierer oder gute standardisierte Lösungen, die ein sehr sexy Produkt entstehen lassen. Leider ist es aber auch oft so, dass es viele Journalisten in der Fläche noch nicht verstanden haben, dass sich das Verhältnis zum Leser wandelt. Man darf nicht mehr von oben herab dozieren, wie die Welt ist. Ein Leser möchte bei Regionalzeitungen sehr viel exklusiv erfahren über die regionale Welt. Überregionaler exklusiver Journalismus sollte dann eine Art tägliches Magazin oder tägliche Literatur sein; mit Stücken, die ich nirgendwo sonst bekomme. Diese Exklusivität herzustellen, das haben leider sehr viele Journalistenkollegen auch noch nicht verstanden. Deshalb haben wir ein doppeltes Problem: Selbst wenn es Verleger kapieren, es ist alles ein Ressourcenthema und es ist ein journalistisches Strategiethema.

 Zum Thema Geschäftsmodell hat uns eine Frage eines Hörers über Facebook erreicht. Ihn würde interessieren, wie die ganzen Kombiangebote der SZ beim Kunden ankommen? Kann es für die Verlage eine Chance sein, mit der Kombination eines Abos und eines Endgeräts punkten zu können.

Ja, das macht die Hälfte bei uns. Man lernt hier viel über das Kaufverhalten der Leser und was er will. Der Leser will bei uns sehr gerne das iPad bekommen und dann zahlt er auch ein wenig mehr für das Zeitungsabo. Diese Kombination aus Gerät und Abo läuft wie warme Semmeln.

Das macht der kleine Verlag aus dem Münsterland auch. Da habe ich auch überlegt, ob ich zuschlagen soll. Ich habe es dann aber nicht getan. Vielleicht können wir auch ein bisschen über die Redaktionen der Zukunft reden. Wird diese weiterhin in großen Verlagshäusern angesiedelt sein und in verschiedene Ressorts eingeteilt sein? Oder wird es kleinere spezialisierte Redaktionsteams geben? 

Für Journalismus braucht man heute tatsächlich keinen Verlag mehr. Das sieht man sehr vielen guten Blogs. Der Punkt ist, dass sich dort der Journalismus nicht besonders gut finanziert. Wenn ich viele Lokalblogs anschaue, dann finanziert es einen Mensch mehr oder weniger. Dann kommen noch zwei oder drei Freie hinzu, die man mehr oder weniger finanzieren kann. Das sind wertvolle journalistische Beiträge, aber noch keine abgeschlossenen Finanzierungsmodelle. Für Journalismus an sich brauche ich also keine große Organisationen. Aber was ist der Sinn einer großen Redaktion, wie bei der Süddeutschen Zeitung? Zum einem gibt es eine große Gemeinschaft von Lesern, die diesen Journalismus gut finden und sich dafür interessieren. Dadurch ermöglicht man es dem Journalisten, freier zu arbeiten. Auch wenn ein Anzeigenkunde plötzlich abspringt. Das bedeutet aber, dass diese Journalisten eine klare journalistische Strategie verfolgen müssen. Das klingt sehr blümerant. Was ich meine ist: Wenn Sie sich angucken, wie die Zeitungen am Tag nach der US-Wahl aussehen; die besseren Zeitungen haben das gemacht, was früher die Wochenzeitungen gemacht haben. Das ist eine ganz klare journalistische Strategie. Schaue dass du ganz stark in die Analyse, in den Hintergrund, in die Kommentierung gehst. Sei originell und nicht nur solide. Wenn man eine große Redaktion darauf einschwört, dann kann eine solche Organisationsform mehr leisten, als andere.

Aber originell zu sein, ist schwieriger, als nur solide zu sein.

Richtig. Deshalb müssen wir uns sowohl von den Geschäftsmodellen, als auch von der Redaktionsorganisation gut aufstellen. Wir müssen begründen können, warum wir große Redaktionen brauchen, sowohl den Verlegern gegenüber, als auch den Lesern gegenüber.

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Foto: Flickr.com / asvensson

Funfact: In Wirklichkeit gab es keinen Tee, sondern eine Spezi Zero. Aber das wäre ja langweilig.

Jeff Jarvis auf der Picnic 10 (Bild: PICNIC Cross Media Week)

Jeff Jarvis zum Leistungsschutzrecht: “Die Verleger erpressen Google”

Jeff Jarvis auf der Picnic 10 (Bild: PICNIC Cross Media Week)

Wir haben in dieser Woche mit US-Journalistikprofessor Jeff Jarvis (zu seinem Blog) über das geplante deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverlage gesprochen. Zu höre in unserem Medienmagazin bei DRadio Wissen und das Transkript gibt es hier:

Herr Pähler: Jeff, what happens with the pulse when you read or hear the word Leistungsschutzrecht?

Jeff: Oh, my pulse. It goes up quite a bit. I am on the podcast called “This week in Google”, and I got so head up about it than when I said Leistungsschutzrecht, someone took that and made it into a reggae song.

Daniel Fiene: So I think there is a certain reason we invited you to the show, because we want to hear a fresh perspective. Since every argument seems to be exchanged months ago, and since you are watching closely the German media scene, is the Leistungsschutzrecht approach we can see in other countries too, or is it just German idea or maybe a stupid German idea?

Jeff: I think it’s a stupid German idea, yes. [laughs] And I’m afraid that we are seeing it spread. We’re seeing mention of this in France. I have actually started to hear talk of this in the US. I think the Leistungsschutzrecht is dangerous to the web, to the link itself. It’s an indication of an industry that doesn’t have any ideas of how to fix itself. The German newspaper industry I think fought for quite a while that it was immune from the disruption going on in the US. Well, certainly with the Frankfurter Rundschau and the FT Deutschland are both in trouble.

We’re seeing that’s different now, and they’re desperate. If you can run a business, you run it. If you can’t, you go hide behind the skirts of government, because of what’s happening now with the newspaper industry and the magazine industry in Germany.

Daniel Fiene: Google started a campaign this week. There were some emotional reactions. The publishers called it “evil propaganda,” and that Google misused its market power. Is it true?

Jeff: [laughs] As if the publishers have not been using their market power to push this idea of the LSR through and through. You know, I find this odd thing that happens, especially in Germany. Mind you, making it very clear here that I love Germany, I love coming there, I respect the media there and learn a great deal from it.

Nonetheless, I see this attitude. We saw it in an op-ed in Der Spiegel only yesterday, that Google is somehow kind of evil. I saw it again today in the FAZ, talk about Silicon Valley capitalism, as if those are dangerous or bad words. I don’t understand that.

Daniel Fiene: Yeah, it’s funny that Google bought full-sized ads in today’s newspapers. That was, I think, a plan of the publishers to get Google to buy their print ads, right?

Jeff: [laughs] Yeah, and I think it’s also interesting that I have heard these complaints from Germans that, if you’re against the Leistungsschutzrecht, you’re a friend of Google, and being a friend of Google is a bad thing.

Well, I’m a Google fanboy, and I have no problem saying that. I admire what they’ve done, and I don’t really understand the negativity here. What’s happening is that Google is sending to these publishers, audience. It’s up to the publishers, then, to create a valued relationship with them. If they don’t, it’s the publisher’s fault.

If the publishers don’t want to be pointed to from Google, they can cut themselves out at any second, so what this really is, is blackmail to Google, and trying to put them in the position of saying, “Well, this isn’t fair. You’re making money and we’re not. You should give us some of your money.” Well, they are making more money because they are doing a better deal for advertisers, period.

Herr Pähler: But let’s look at the Google campaign for a moment. I’m not sure, is Google really driven by defending the free web or just by the financial interests of their owners?

Jeff: What’s wrong with being driven by both? The truth of Google’s business model is very, very simple: the more people that use the Internet, the more Google makes because the more people use Google. That’s because Google is just so darn good.

The market penetration for Google in Germany far exceeds that in the US. So the people of Germany are using Google like mad. It’s media and government who are attacking Google.

Daniel Fiene: Jeff, if the Leistungsschutzrecht passes finally the Bundestag, let’s ask a Jarvis-like question: not what would Google do, let’s ask what will Google do, ban all publishers in Germany?

Jeff: I don’t know. I think that Google might possibly say, “If you want us to pay you, we won’t pay you. And you should cut yourself off. And if you don’t cut yourself off and you threaten to sue us, fine, we’ll cut you off.”

And then, where is Google? Well, there have been studies in Google about how much of the search traffic actually goes to results from major publishers in Germany, and it’s actually a very small percentage.

So if every publisher tomorrow left Google, it would be a shame for German citizens, it would be a shame for the publishers, but Google would keep going on making just as much as it’s making today.

Herr Pähler: But behind the Leistungsschutzrecht approach is a serious problem. The publishers can’t find inset data journalism. So, what should publishers do?

Jeff: Well, that’s a whole different question. I think the publishers are trying to maintain their old business models and trying to say, “Well, Google is making money and we are not.” That’s not Google’s fault. That’s their fault.

The truth is that the publisher’s business is drastically and profoundly disrupted by the Internet. And trying to hold onto your old business models through help from legislation in the Bundestag is not going to get you anywhere. It’s not sustainable. You have to create new business models that are based first on a new efficiency, do what you do best, link to the rest, specialize and collaborate, and second on trying to find new services for advertisers and new ways to make money.

But arguing that you have some God given right to maintain the business that you used to have is absurd. It’s absurd for banks, it’s absurd for car companies, it’s absurd for publishers.

Daniel Fiene: You described Gutenberg as our first startup guy in media. Have the Germans maybe lost their attitude around innovation when we look at the recent attitude of the Germans to the Internet? Let’s remember the Verpixelungsrecht for Google, Street View, for example, and the Leistungsschutzrecht, of course.

Jeff: I do think that there is an issue that Germany has to honestly examine here. I wrote a more recent book called “Public Parts” auf English, auf Deutsch it’s “Mehrtransparenz-Wagen”

Daniel Fiene: [laughs]

Jeff: It’s a joke that I don’t think we get…

Daniel Fiene: This is funny! [laughs] But please go on.

Jeff: And in that I examined the idea of publicness, because I think the Internet is a great tool of publicness. And those who try to shut it down, whether that’s Egypt, the LSR, or whether that’s today in the UK, an effort to regulate the press, I think it affects society.

Part of this is that there is an opportunity to operate in public. That means in the US that if you are an entrepreneur you fail in public. You expose yourself in public. When I say this to my good German friends, many of them say, “Oh, no, no, no. We don’t do that. Culturally, we don’t do that.”

So I think there’s question to ask as to whether when it comes to technology, innovation, disruption, is the German culture willing to operate in public, failure and all? Is it willing to have this kind of disruption of business models, and unions, and labor, and all those kinds of things?

These are critical questions not about Google, but I think the opportunity for Germany to continue to have a role in entrepreneurship (…)

Daniel Fiene: What do you think? What should we Germans change in the whole discussion?

Jeff: I think you’ve got to put pressure on media companies to find the new business models. And they are. If you look at Axel Springer, well more than 30% of their revenue now is digital. Dr. Burda said at a DLD conference where I was I think three years ago that these print dollars are being replaced by “damned pennies”, damn visual pennies. Well, yes.

A friend of mine in the US says you have no choice, then, to stack up the pennies. You have to find new models and new business models to do this. I work in the center of entrepreneurial journalism. I’m trying to find new business models here. That’s the solution to this.

I also say go with the flow. There’s a company in the US called Repost.us that would let any article be embeddable with ads, with links like a YouTube video. So imagine suddenly that if, when articles are passed around from FAZ, or Süddeutsche, or any of those publications you could make money on it. Then you’d said, “Please! Take my articles! Thank you!” Well, let’s come up with business models like that.

Daniel Fiene: But do you think big media houses like the publishers…do they select this in the future, or do we see more models like, let’s say, you can say the US tech scene, like The Verge, that are more small teams who have their own content? What do you think, that we see more stuff like that?

Jeff: I think that’s a great question. I think we will definitely see many more smaller entities, because you don’t own a monopoly anymore. You are not the only person in town who owns the press. No one is going to invest in these huge kind of entities. It’s so inexpensive to start things like The Verge. Your podcast can be done through Skype and it doesn’t need quite the expense that it used to have.

So yeah, I think we’ll find many more new, smaller entities. But here’s the key — can they work together in networks that are mutually beneficial? And that’s really what Google and the Leistungsschutzrecht is about. If Google can be told not to link, can you be told not to link? Can a blogger be told not to link? Where is that line? I think that’s very, very dangerous. And what the publisher should be doing is finding ways to benefit from people and aggregators linking to them.

Herr Pähler: Jeff, to be honest, do you really expect that Germany is going to be an island in the Internet with Leistungsschutzrecht? How possible is this?

Jeff: I don’t think so. But I think that there is a risk. I think that there’s a risk that technology companies and media companies will say, “Gee, where should we put our money next? Where should we invest?”

Right now I would be worried about investing in Germany, frankly.

Daniel Fiene: So we are watching this very closely. Thank you for your input and your time tonight here on our show.

Jeff: Vielen Dank, and also, thank you very much for speaking in English.

#rp12 – Tag 3 – Wirres zur Realität, Twitter, @RegSprecher und #tassebier


Ich nenne sie Steckdosentreppen, andere nennen sie Affenfelsen. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Zuallererst möchte ich an dieser Stelle einmal die gute Arbeitsatmosphäre auf der re:publica loben: Auf den Affenfelsen oder Steckdosentreppen, wie ich sie nenne (siehe Bild oben), habe ich schon viel Arbeit geschafft – und am letzten Tag funktionierte auch endlich das WLAN, yeah!


Felix Schwenzel alias @diplix über Realität im Netz. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Am letzten Tag der re:publica 2012 fand ich insbesondere einen Vortrag von Felix Schwenzel sehr hörens- und sehenswert. Er ist kein guter Redner, dazu steht er auch – trotzdem habe ich selten jemanden so charmant vortragen hören. Thema: Was ist eigentlich real? Ist das Internet virtuell? Oder stellen wir uns Virtualität sehr vor? In einem Mix aus Popkultur, Zitaten von anderen, soziologischen Parallelen und einer Spur Verrücktheit kam er schließlich zu dem Ergebnis:

Und: „Das Internet besteht aus Menschen.“ Sehr schön wie ich fand, eigentlich auch wieder eine Plattitüde, aber trotzdem ein spannender Denkanstoß. Ein Lieblingsmoment: Virtualität fängt schon bei der Bratwurst an, schließlich hinterfragt niemand mehr, was drin ist – und alle vertrauen darauf.

Höhepunkt war anschließend aber natürlich die beiden hohen Besucher auf der Konferenz: Katie Jacobs Stanton, zuständig für die Markenschaffung bei Twitter, und Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung.

Katie Stanton sprach dabei vor allem über die wachsenden Zahlen von Twitter, und die waren wirklich beeindruckend. So werden pro Sekunde momentan über 12.000 Tweets auf der ganzen Welt verschickt, und der Großteil der Twitter-Accounts kommt nicht aus den USA, sondern aus anderen Ländern. Wichtige Motoren für die Twitter-Nutzung: Sportveranstaltungen, TV-Shows, aber auch Politik. Dabei äußerte sie den Wunsch, dass die Besucher der re:publica doch bitte Angela Merkel dazu bewegen mögen, auch endlich auf Twitter zu kommen.


Regierungssprecher Steffen Seibert auf Stage 1. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Denn Angela Merkel twittert noch nicht, dafür aber ihr Regierungssprecher. Steffen Seibert, auf Twitter bekannt als @RegSprecher, berichtete am Abend über seine Nutzung des Kurznachrichtendienstes im Amt. Dabei gab er zu, dass er insbesondere den Feedback-Kanal am Anfang unterschätzt hat. Mittlerweile freut er sich jedoch über das immer weiter steigende Interesse, 58.000 Follower hat er bereits, und versucht auch so gut es geht auf alle Anfragen einzugehen. Gleichzeitig gab er zu, dass das im Prinzip gar nicht alleine zu schaffen ist, weshalb er teils auch von seinem Team unterstützt wird.

Auch wenn sein Besuch recht unkritisch aufgenommen wurde: ein spannender Einblick in die Arbeit von Steffen Seibert – und in diesem Jahr stand spätestens seit Sascha Lobos Keynote am ersten Tag ja ohnehin „#Flausch“ ganz oben.

Mit #tassebier, Abendsonne, Bratwurst, Blümchen und vielen tollen Gesprächen endete dann die re:publica 2012 am Freitag Abend. Mir hat es großen Spaß gemacht, trotz einiger inhaltlicher Hänger auf der Konferenz. Die Stimmung, die Location und die Leute haben das jedoch schnell wieder wett gemacht. Ich freue mich jedenfalls auf’s nächste Jahr – dann zur #rp13.

Stay tuned!

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#rp12 – Tag 2 – Digitale Dörfer, Ungarn, Internetausdrucker und Datenjournalismus


Diskussion zum „Digitalen Dorfplatz“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Mein zweiter Tag auf der diesjährigen re:publica begann für mich nach einem Kaffee auf Stage 3 mit der Diskussion Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich?. Starke Meinungen äußerten dabei u.a. Martina Pickhart, Christoph Kappes und – wer sonst – Sascha Lobo, und zwar zur Situation der digitalen Öffentlichkeit. Das Für und Wider dieser Begriffe wurde diskutiert, und auch die Rolle, die Staat, Gesellschaft und private Unternehmen in Zukunft einnahmen könnten oder sollten, um die digitale Öffentlichkeit zu einer besseren zu machen.

Fazit: Spannende Debatte ohne wirkliches Endergebnis, aber in jedem Fall ein schön tiefer Einstieg ins Thema, anders als viele Einsteiger-Panels am Vortag.


Dorottya Karsay über Online-Aktivismus in Ungarn. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die politischen Entwicklungen in Ungarn hin zu eingeschränkter Pressefreiheit Was mit Medien berichtete) aber auch zu wesentlich restriktiverer Politik etwa in Bezug auf sexuelle Minderheiten haben nicht nur im Rest der EU für Aufruhr gesorgt, sondern auch in Ungarn selbst – gerade unter jungen Menschen – zu neuen Formen des Protests geführt, wie zum Beispiel politische Songs als Videos auf YouTube:

Die Aktivistin Dorottya Karsay berichtete über diese Aktionen in einem wirklich spannenden Vortrag – sehr beeindruckend und einmal mehr wach rüttelnd, was in Ungarn eigentlich gerade alles passiert.

Erschreckende Erkenntnis dieser re:publica übrigens: Es gibt immer noch Leute, die das Internet ausdrucken:


Twitterwall in der Printausgabe. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht. Die Twitterwall zum Hashtag #rp12 in der Printausgabe ist nämlich ziemlich schick, und wird mit echtem Tapetenkleister ständig aktualisiert – meine Tweets habe ich jedoch bisher nicht finden können.

Der Kollege Daniel Fiene stellte zusammen mit Richard Gutjahr später am Tage dann auf dem Panel ARD – und sie bewegt sich doch dann die Rundshow vor – zum anscheinend großen Gefallen des Publikums.

Kurz vorher sah das aber noch ganz anders aus:

Eigentlich wollten die anwesenden Vertreter_innen der ARD nur darüber sprechen, dass sie jetzt mit Tagesschau, Tatort und Mediathek auch digital agieren. Gelöschte Videos wegen Depublikationsrichtlinien, eine Angabe wie „Quelle: Internet“, oder das Engagement von Monika Piel für ein Leistungsschutzrecht kamen jedoch einfach nicht ganz so gut an bei den re:publica-Besuchern. Nun ja, war etwas anderes zu erwarten?

Die letzte Veranstaltung war für mich an diesem Abend dann eine Einführung in den Datenjournalismus mit den Macher_innen des Data Journalism Handbook – bestehend aus Journalist_innen u.a. vom Guardian, der New York Times oder auch ZEIT Online. Große Neuigkeiten ergaben sich nicht – trotzdem fand ich es einmal wieder schön zu hören, dass selbst Datenjournalisten wissen, dass Daten auch nicht alles sind.

Worauf ich mich morgen freue: noch mehr Mate, die tollen Leute von gestern und heute wieder zu treffen, den Besuch von Twitter auf der re:publica und auf den @regsprecher.

Stay tuned!

eröffnung

#rp12 – Tag 1


Eröffnung der re:publica 2012. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Fast pünktlich um kurz nach 10 Uhr wurde heute auf dem Gelände der Station Berlin die bereits sechste Auflage der re:publica eröffnet. Mit dem Wechsel in den ehemaligen Postbahnhof hat sich die Netzkonferenz noch einmal deutlich vergrößert – auf insgesamt acht verschiedene Stages auf zwei Etagen.

Eines hat sich jedoch durch den Location-Wechsel nicht geändert: Das offene WLAN funktionierte auch in diesem Jahr so gut wie nie. Im klaren Vorteil waren diejenigen, die mit einer Smartphone- oder Surfstick-Internet-Flat am Start waren – denn das Mobilfunknetz hielt über weite Strecken!

Die erste Session, die ich besucht habe, war „Barrierefreiheit DYI“ mit Raul Krauthausen. Der Berliner sitzt im Rollstuhl – und stößt dadurch im Alltag immer wieder auf Probleme und Barrieren, etwa nicht-rollstuhlgerechte Orte. Daraus entstand in der Vergangenheit bereits das Projekt Wheelmap.org.


Raul Krauthausen während der Session „Barrierefreiheit DYI“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Nun stellte Raul ein neues Projekt vor, und zwar Brokenlifts.org: Welcher Aufzug fällt an welcher ÖPNV-Station wie häufig aus? Idee und Projekt sollen in Zukunft auch auf andere Städte übertragen werden. Ziel: Fahrstuhlbetreiber und Gesellschaft stärker für die entstehenden Probleme durch defekte Aufzüge zu sensibilisieren.

Im Anschluss gab es noch eine weitere Diskussion zum Thema Barrierefreiheit, diesmal mit dem Fokus auf Gehörlose. Teilnehmer_innen waren @EinAugenschmaus, @ennomane und Not quite like Beethoven. Kernaussage: Weder offline noch online wird Barrierefreiheit bisher konsequent gelebt. Problemfelder sind dabei nicht nur politische Maßnahmen, sondern auch fehlendes Bewusstsein in der Bevölkerung. Gleichzeitig freuten sich die Diskutant_innen jedoch auch über die neuen Möglichkeiten der Vernetzung in den letzten Jahren, etwa durch soziale Medien. Diese hätten das Kontakte knüpfen verändert, man fühle sich nicht mehr alleine, und man könne (trotz Behinderung) seinen Interessen folgen.


Diskussion über das „entfesselte Wissen“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Gegen Mittag ging’s dann unter dem Motto „Das entfesselte Wissen“ um künftige Reformen beim Urheberrecht, und zwar in Bezug auf Bildung und Forschung. Probleme im Alltag: Darf ich als Dozent Vorlesungsfolien an meine Studierenden weitergeben, wenn darin urheberrechtlich geschützte Grafiken enthalten sind? Oder warum darf ich für meine Schüler keine Inhalte aus Schulbüchern einscannen? Erkenntnis: Wie in allen anderen Feldern des Urheberrechts auch führen digitale (und damit verlustfreie) Reproduktionstechniken zu Problemen in der Umsetzung. Insbesondere für den Bereich der Bildung und Forschung wünschen sich Anwender daher „befreite“ Inhalte, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen. Zusätzlich sollen für Wissenschaft und Bildung andere Regelungen gelten, weil eben zum Beispiel ein wissenschaftlicher Text nicht mit einer MP3-Datei gleichzusetzen ist.

Leider keine großen neuen Impulse in dieser Debatte.


Sascha Lobo stufte Katzen von AAA auf AA+ herab, und Igel und Eulen von BB auf AA+ herauf. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Zum Ausklang des ersten re:publica-Tags gab’s dann die traditionelle Keynote von Sascha Lobo. Fokus: der Zustand des Web im Jahr 2012. Dieses Jahr soll – wenn es nach ihm geht – nach das Jahr der Blogs werden. Schließlich sei das Internet, das die meisten nutzen, nur von den großen Anbietern geborgt – selbst gehostete Blogs brächten dagegen den eigenen Content auch zurück in die eigene Verantwortung. Ansonsten ging es um die Piraten, Netzneutralität, Lächerlichkeit, Pinterest, Instagram, Facebook, Google+ – und um Eulen, Igel und Katzen.

Worauf ich mich morgen freue: mehr Mate, mehr tolle Leute und die Session mit dem Kollegen Daniel Fiene sowie die Diskussion zu Streaming-Diensten wie Spotify & Co.

Stay tuned!

Lego-Männchen am Kopierer; Rechte: Flickr/Legozilla, CC BY 2.0

“Unfair, perfide, parasitär” – pro Leistungsschutzrecht

Lego-Männchen am Kopierer; Rechte: Flickr/Legozilla, CC BY 2.0Die Koalition in Berlin hat beschlossen: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger soll kommen. Zahlen sollen gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder Newsaggregatoren. Der ARD-Journalist Alex Nieschwietz ist dafür. In Was mit Medien 271 hat er uns gesagt: Es wäre nur fair, würden Anbieter wie Google Geld zahlen – immerhin verdienten sie an fremdem Eigentum.

“Ich finde die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Verleger fair. Mit der Kritik am Leistungsschutzrecht habe ich ein Problem, denn ich verstehe einfach nicht, wieso eine Firma wie Google von Algorithmen [Strg]+[C] und [Strg]+[V] drücken lassen darf, um Geld zu verdienen. Das ist der Kern meines Problems: Google verdient an fremdem Inhalt. Wieso sollte das fair sein?

Zur Erinnerung: Google setzt Milliarden um. Das wird wohl auch noch längste Zeit so bleiben. Allerdings werde ich es vielleicht nicht mehr erleben, dass es noch eine Zeitungsbranche gibt. Deshalb finde ich es im Kern fair, dass ein Milliardenkonzern Verlegern Geld dafür gibt, dass er von ihren Inhalten finanziell profitiert – denn meiner Meinung nach kopiert Google nur.

Google bedient sich bei den kreativsten Leistungen von Onlinejournalisten

Google News bedient sich bei Teasertexten von Nachrichtenmeldungen. Teasertexte sind aber keine irrelevanten drei bis vier Sätze. Sie sind meiner Meinung nach die Essenz des Onlinejournalismus: Sie entscheiden darüber, ob ein Nutzer auf einen Text klickt oder nicht. Egal, wie toll der Artikel recherchiert, geschrieben oder bebildert ist: Das alles ist völlig egal, wenn der Teaser langweilig ist. Der Teaser ist eine der wichtigsten kreativen Leistungen des Onlinejournalisten.

Wenn Google News also einen Nachrichtenteaser verwendet, ist das kein einfacher Link, der im Netz natürlich immer erlaubt sein muss. Google nimmt sich einen relevanten Inhalt. Das gilt auch nicht als Zitat, denn Zitate verwendet man, um Dinge zu belegen. Google nutzt die Funktion des Nachrichtenteasers aus, um seinen Milliardengewinn noch zu maximieren.

Ich finde das unfair, perfide und am Ende parasitär. Ich fände es fair, wenn Google und natürlich alle anderen kommerziellen Nachrichtenaggregatoren, die auf dieses Copy-Paste-Prinzip setzen, dafür bezahlen müssten.

Systematisches Kopieren – dagegen sollten die Verleger vorgehen können

Ich finde es auch völlig richtig, Verlegern die Möglichkeit zu übertragen, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Bisher ist es oft so, dass der Aufwand den Nutzen einer Klage nicht rechtfertigt, weil vereinfacht gesagt dem Journalisten die Rechte an seinem Text gehören. Er müsste juristisch gegen eine Firma wie Google zumindest mit vorgehen – und das bei jedem einzelnen Artikel.

Was kommerzielle Newsaggregatoren tun, ist schlicht systematisches Kopieren. Ich finde es deshalb völlig in Ordnung, gegen dieses Copy-Paste-Prinzip zentral vorgehen zu können, das also den Verlegern zu überlassen.

Und wie war das noch? Wenn die Verleger diese ‘Lex Google’ jetzt wirklich durchsetzen, dann schneiden sie sich ins eigene Fleisch, weil sie Millionen Weiterleitungen von Seiten wie Google News verlieren!? Erstens: Sie haben – platt gesagt – immer noch das Recht, das selbst zu entscheiden. Sie kennen ihren Traffic wohl ganz gut, schätze ich. Zweitens: Verschenkt der Bauer auch dem Supermarkt seine Kartoffeln, nur weil dieser eine tolle innerstädtische Lage hat? Und der Supermarkt verdient dann, ohne irgendetwas zu tun? Noch einmal: Das ist einfach unfair.

Abwarten, bevor wir in 140 Zeichen draufhauen

Bevor irgendwann ein konkretes Gesetz kommt, müssten natürlich ein paar Dinge sichergestellt sein. Mir ist zum Beispiel sehr wichtig, dass alles, was nicht kommerziell arbeitet, weiter frei zugängliche Nachrichtentexte aus dem Netz benutzen darf. Würde die konkrete Umsetzung des Leistungsschutzrechtes – die noch niemand von uns kennt – das Internet in irgendeiner Weise verändern, so dass seine tolle basisdemokratische Funktion angegriffen wird, dann würde ich natürlich mit derselben Verve dagegen kommentieren.

Bis hierhin finde ich die Debatte aber relativ blöd, denn niemand weiß, was konkret geplant ist. Lasst uns das doch erst einmal abwarten, bevor wir in 140 Zeichen draufhauen. Denn das Ziel, Print- und Onlinejournalismus zu sichern, finde ich unterstützenswert.”

“Rechtlich glatter und dünner Boden” – contra Leistungsschutzrecht

Lego-Männchen am Kopierer; Rechte: Flickr/Legozilla, CC BY 2.0

“Rechtlich glatter und dünner Boden” – contra Leistungsschutzrecht

Lego-Männchen am Kopierer; Rechte: Flickr/Legozilla, CC BY 2.0Die Koalition in Berlin hat beschlossen: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger soll kommen. Zahlen sollen gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder Newsaggregatoren. Der freie Journalist Mario Sixtus ist dagegen. In Was mit Medien 271 hat er uns gesagt: Das Leistungsschutzrecht diene nur einer Handvoll Unternehmern, die nicht in der Lage seien, am Markt klarzukommen.

Herr Pähler: Was würde das Leistungsschutzrecht aus deiner Sicht für einen Effekt haben?

Mario Sixtus: Ich denke, dass sich die Koalition wirklich nicht darüber klar ist, was sie da beschlossen hat. Es kann sein, dass Google News einfach dicht macht. Nach eigenen Angaben verdient Google an Google News kein Geld. Es kann auch sein – das war 2006 in Belgien der Fall – dass Google sämtliche Suchergebnisse der deutschen Verleger aus dem Index tilgt und einfach keine Treffer mehr von der FAZ oder der Süddeutschen Zeitung anzeigt. 2006 haben die Verleger in Belgien gegen Google News geklagt und dort recht bekommen. Daraufhin hat Google nicht nur Google News dicht gemacht, sondern sämtliche Verlagsangebote aus dem Index getilgt, was die Verlage sehr empört zur Kenntnis genommen haben.

Dazu muss man wissen, dass 40 bis 50 Prozent der Nutzer, die Verlagsangebote aufrufen, über die Suchmaschinen und damit überwiegend über Google kommen und dass die Verlage tatsächlich eine ganze Menge Geld in die Hand nehmen, um Suchmaschinenoptimierung bezahlen, also Fachleute, die so lange an den Seiten schrauben, bis sie möglichst weit oben in den Google-Ergebnissen angezeigt werden.

Es ist also eine sehr verlogene Debatte. Anders kann man das nicht nennen, denn Google ist Traffic-Lieferant, liefert Leser und soll dafür bezahlen. Ich habe das in einem Artikel einmal mit einem Restaurantbesitzer verglichen, der vom Taxiunternehmer Geld haben will, weil dieser mit dem Taxi Gäste ins Restaurant bringt. Das ist absurd.

Dennis Horn: Wenn wir von Google weggehen: Wen würde das noch treffen?

Mario Sixtus: Das ist alles sehr schwammig gehalten. Ich fürchte, es wird auch nicht weiter konkretisierbar sein. Wer zählt denn als Nachrichtenaggregator? Ein Blogger, der sich morgens durchs Nachrichtengeschehen wühlt und einen Blogeintrag mit zehn Links verteilt und die Überschriften übernimmt – wäre der schon ein Aggregator, obwohl er das von Hand macht? Oder zählen als Aggregatoren nur maschinengetriebene Angebote? Dann wäre so etwas wie Rivva nicht mehr denkbar, mehr oder weniger ein Hobbyprojekt von Frank Westphal, das er seit Jahren nebenbei betreibt. Dieses Angebot listet Treffer auf, über die gerade besonders intensiv diskutiert wird, Zeitungsartikel, aber auch Blogtexte. Das ist ein automatisiertes System. Das müsste dann wahrscheinlich auch vom Netz gehen.

Was ich befürchte, ist eine ganz große rechtliche Unsicherheit: dass ich nicht mehr weiß, was kann ich zitieren, wohin kann ich linken, wann kommt der Springer-Verlag mit seiner Rechtsabteilung, um mich abzumahnen?

Was ich auch sehr grauzonig sehe, ist der Begriff des Presseverlages. In der vordigitalen Welt konnte man das sehr einfach definieren: Presseverlage sind Leute, die Zeitungen drucken und verkaufen. Aber im Online-Zeitalter lässt sich das nicht mehr so einfach trennen. Ein Blogger, der das politische Tagesgeschehen kommentiert, ist ja auch journalistisch tätig. Was unterscheidet ihn im reinen Online-Sinne von einem Verlag? Nach meinem Verständnis könnte sich auch dieser Blogger als Verlag sehen. Man kann das ja schlecht daran festmachen, ob man ein eingetragenes Unternehmen ist oder eine Ein-Personen-Gesellschaft.

Im Grundgesetz ist jedem die Aufnahme einer journalistischen Tätigkeit freigestellt. Das ist ganz bewusst so formuliert, damit es keine staatlich lizensierte Presse gibt. Würde der Gesetzgeber hingehen und bestimmen, wer ein Presseverlag ist oder nicht, wäre das ein Gesetz, das sofort von Karlsruhe kassiert wird. Auch auf der Seite der Profiteure ist das also sehr grauzonig. Ich weiß wirklich nicht, ob die Koalition wusste, was sie da für ein Fass aufgemacht hat, was sie da für rechtlich glatten und dünnen Boden betreten hat.

Herr Pähler: Was erwartest du, wie es jetzt mit dem Leistungsschutzrecht weitergeht?

Mario Sixtus: Wir müssen jetzt erst einmal auf den konkreten Entwurf warten. Ich denke, auf den werden wir auch noch ein bisschen warten, denn Rechtsexperten haben ja schon im Vorfeld genau diese Problematik angesprochen.

Es ist auch für mich immer noch nicht ganz ersichtlich, welche Leistung da eigentlich geschützt werden soll. Es ist ja nicht so, dass der Autor dieses Artikels davon profitiert, denn er hat ja schon das Urheberrecht, und das ist schon ein paar Tage älter. Es soll wohl das redaktionelle Zusammenstellen und Onlinestellen eines Artikels oder mehrerer Artikel irgendwie geschützt werden.

Das kann dazu führen, dass nicht nur ein Werk unter diesen Schutz fällt, sondern eine Nachricht selbst. Wenn die Nachricht lautet: “Deutschland gewinnt im Fußball gegen Polen 1:0.” – dann ist das normalerweise ein pure Information, die ich einfach weitergeben kann, ohne mir darüber große Gedanken zu machen. Wenn ich aber zufällig genau mit dieser Wortwahl die Überschrift eines Angebots von Axel Springer zitiert habe, kann mir das künftig unter Umständen Probleme machen.

Da wird ein riesiges Fass an Unsicherheit aufgemacht und ins Internet geschüttet, nur weil eine Handvoll Unternehmer nicht in der Lage ist, am Markt klarzukommen.

“Unfair, perfide, parasitär” – pro Leistungsschutzrecht

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