huffpo00

Arianna Huffington im Gespräch mit Was mit Medien: “Seid optimistisch!”

Da ist sie, die Huffington Post Deutschland! Der Blick auf die Seiten am ersten Abend des viel diskutierten Projekts (auch bei uns) vermittelt ein Gefühl: Als wäre die Huffington Post Deutschland schon immer da gewesen, schließlich ist sie ein exaktes Abbild vom US-Original. Da aber im Vorfeld von der Medienbranche so emotional diskutiert wurde, sind viele jetzt über die eigenen Erwartungen gestolpert. “Deutsche Huffington Post enttäuscht”, titelt Turi2. Eine Spot- und Skepsis-Sammlung gibt es bei BasicThinking. Was uns nicht überrascht, aber enttäuscht: Die deutsche Diskussion und die ersten Reaktionen um die Huffington Post verlief erwartbar. Muss sich Medien-Deutschland an die eigene Nase fassen, wenn Arianna Huffington im Gespräch mit “Was mit Medien” zu mehr Optimismus aufruft?

huffpo03

Daniel Fiene: Ich habe mich während der Pressekonferenz gewundert, dass Sie extra die “Good”-Rubrik auf der Deutschen Huffington Post erwähnt haben, in der es nur gute Nachrichten geben soll. Außerdem haben Sie mehrmals Anti-Stress-Tipps gegeben. Haben Sie da besonders an die Journalisten im Publikum gedacht?

Arianna Huffington (lacht): Diese Themen sind meine große Leidenschaft. Ich glaube, dass wir Medien eine Verantwortung haben, uns auf gute Geschichten zu konzentrieren. Damit meine ich, dass wir uns auf Lösungen konzentrieren und auf Dinge, die funktionieren. Es darf nicht immer nur um das gehen, was nicht funktioniert. Die Rubrik “Good” konzentriert sich auf positive Themen. Da kann es um ein Startup gehen, welches neue Jobs schafft, aber auch um jemanden, der ein Portmonee findet und es zurück gibt. Wir wollen jeden Aspekt der guten Seite der Menschheit sammeln. Es ist gut, sich mehrmals am Tag damit zu beschäftigen und optimistisch in Bezug auf die Menschheit zu sein.

huffpo01

Ich erinnere mich an eine Diskussion zwischen Ihnen und Mathias Döpfner vom Axel-Springer-Verlag. Sie sagten ihm, dass er seine Medienvision sehr überzeugend darlege, aber trotzdem unglaublich falsch liege. Was vergessen deutsche Medien in ihren Strategien für die Zukunft?

Sie unterschätzen die Macht von Plattformen. Ich beobachte das fassungslos. Jedes Jahr gibt es mehr Beweise, die die Macht von Plattformen beweisen. Seit dem ich mit Döpfner die Unterhaltung gehabt habe, ist die Zahl der Belege dramatisch gestiegen. Nehmen wir das Beispiel von Instagram. Das ist eine Plattform. Die Leute werden für das Hochladen ihrer Fotos nicht bezahlt. Instagram ist für eine Milliarde US-Dollar verkauft worden. Das ist ein Unternehmen, das Profit macht, basierend auf Arbeit, die sie nicht bezahlen. Aber die Leute nutzen die Plattform, weil sie diese nutzen möchten. Sie sehen für sich einen persönlichen Wert. Das sehen wir auch bei Facebook und Wikipedia. Tumblr erlaubt es den Leuten ihr eigenes Blog anzulegen. Tumblr-Nutzer wollen die eigene Meinung äußern und Geschichten erzählen.

huffpo02

Unter unseren Zuhörern haben wir viele junge Journalisten, die auch in Zukunft für ihren Job bezahlt werden müssen. Wird das auch in Zukunft für sie funktionieren?

Erst einmal können sie sich um einen Job bewerben. Wir werden weiterhin Journalisten einstellen. Wenn sie schon ein Blog haben, können Sie ihre Texte auch bei der Huffington Post ohne Extra-Arbeit zusätzlich veröffentlichen.

Vielen Dank – Das Gespräch hatte Premiere in unserer Radiosendung auf DRadioWissen (10.10.2013).

In Deutschland wird die Huffington Post zusammen mit der Tomorrow Focus AG betrieben. In den ersten beiden Jahren werden drei Millionen Euro investiert. Zunächst arbeiten 15 Redakteure für die Webseite. Mittelfristig soll die Zahl auf 30 bis 40 Redakteure ausgebaut werden. Im dritten Jahr soll das Projekt den Breakeven geschafft haben und zu den Top 5 Nachrichtenwebseiten in Deutschland gehören.

Noch mal zurück zur erwartbar deutschen Debatte um die Huffington Post Deutschland: Ich empfehle euch den Blick auf meine Facebook-Wand, auf der wir eine sehr inspirierende Diskussion geführt haben. Was mich optimistisch stimmt: Verlass war wieder auf Stefan Niggemeier, der in seinem Blog die Dinge aussprach, über die wir diskutieren sollten. Und den besten Beitrag des Tages lieferte ohne Zweifel der Postillon. Verzeihung der Huffinton Postillon.

 

Stefan Plöchinger (Foto: Flickr.com / asvensson)

Auf einen Tee mit süddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger: Paywalls, Leserclubs und die Redaktion der Zukunft

Mitten in diesem stürmischen Medienherbst, haben wir uns vorgenommen, jede Woche den Journalismus aus einem anderen konstruktiven Blickwinkel zu betrachten. In einem Blogeintrag schrieb kürzlich süddeutsche.de-Chefredakteuer Stefan Plöchinger: “Gerade junge Leser haben ja keineswegs die Lust auf guten Journalismus verloren, nur weil sie lieber digital lesen.” — seine Formel: Statt Paywalls hochzuziehen, muss Journalismus so etwas wie Leserclubs schaffen. Was heißt das konkret? In der 282. Folge von unserem Medienmagazin war Stefan Plöchinger zu Gast und im Gespräch mit Herr Pähler. Wir haben das Gespräch transkribiert.

Herr Pähler: Herzlich wilkommen, Herr Plöchinger! Es ist schon Donnerstag, die Woche ist schon fast rum. Wenn Sie auf Ihre Woche oder die Woche von süddeutsche.de zurückgucken: Was ist Ihnen besonders hängen geblieben? 

Plöchinger: Es war wahnsinng viel Arbeit. Wir haben am Wochenende mit der Nannenschule in Hamburg ein interessantes Experiement zum Live-Journalismus gemacht. Wir haben den Piratenparteitag mal anders gecovert, als man den normalerweise covern würde. Mit einer kompletten Schulklasse, die versucht hat, netzaffine digitale Formen des Berichtens auszuprobieren, was extrem gut funktioniert hat. Das war etwas overdone. Man würde zu den Piraten nie so viele Leute schicken. Das war echt spannend. Das war mein Wochenende. Am Montagabend haben wir unsere Seite ein wenig aufgefrischt, schöne Schriftarten drüber gezogen und die Artikel deutlich entschlackt. Jetzt bin ich ein bisschen geschafft, weil so etwas ist immer sehr riskant. Beide Aktionen waren sehr riskant. Es hätte auch ein bisschen was daneben gehen können. Aber beides funktioniert sehr gut.

Was waren die Gründe für die Auffrischung? Einfach, weil man das ab und zu so macht oder gibt es da noch andere Beweggründe?

Ich glaube, dass das Internet heute nicht mehr dasselbe ist, wie vor fünf Jahren. Man muss sich einfach an die Lesegewohnheiten der Leute und der neuen Geräte anpassen. Ich merke, dass wir über viel mehr Plattformen kommen müssen, mit dem was wir machen. Wenn wir heute in der U-Bahn die Leute morgens beobachten, dann lesen sie nicht mehr auf die Bild, sondern schauen auf Bildschirme. Das bedeutet, wir müssen viel viel besser layouten. Wir müssen viel flexibler layouten. Wir müssen im Backoffice unserer Redaktionssysteme total viel machen. Die Leute, die uns lesen, haben größere Ansprüche. Das darf nicht schrabbelig aussehen und klicki-bunti überall sein, sondern muss einfach nett und gefällig aussehen. Deswegen haben wir die letzten 1,5 Jahre immer wieder aufgeräumt und der dickste Brocken, der uns jetzt noch bevorstand, war das eigentliche Text-Layout. Jetzt haben wir es gut, state-of-the-art hinbekommen und es ist auch technisch relativ innovativ, weil wir das erste Mal als große Nachrichtenseite auch Webfonts benutzen. Das hat mich am unruhigsten Schlafen lassen, weil wir die Zeitungsschrift auf die Nachrichtenseite gepackt haben. Weil wir die Zeitungsschrift sehr schön finden. Das hat vorher noch niemand gemacht, weil man nicht weiß, ob das wirklich in allen Browsern funktioniert. So weit wir sehen, funktioniert es in allen Browsern.

Wie ist das Feedback bisher?

Die Kurven sind normal, das ist das beste. Das eigentliche Feedback auf das Feedback ist überwältigend positiv. Aber Leute, die XP-Chrome nutzen, sollten “Clear Type Kantenglättung” aktivieren. Sonst sehen die Schriften nicht so schön aus.

Gilt das auch für Mac OS X Leopard? Das nutzte ich mit Chrome und bekam lauter Anzeigen, nichts funktionierte mehr… jetzt habe ich mich auch so ein bisschen aufgefrischt und jetzt geht wieder alles, für Leute wie mich, die quasi noch in der digitalen Steinzeit leben?

So sehen Sie gar nicht aus! Man muss manchmal so etwas einfach versuchen und schauen was passiert. Apple hat irgendwann begonnen, keinen DVD-Laufwerke mehr in seine Rechner zu bauen. Sie sagten, eigentlich ist eine andere Technik besser für das, was man damit tut. Man streamt eigentlich. Jetzt ist das nicht 100%ig zu vergleichen und wir sind nicht Apple und können sicherlich nicht Marktstandards setzen. Aber man muss sicherlich so etwas mal ausprobieren. Wir hätten natürlich eine Fallback-Option gehabt, die fragt “Funktioniert bei Ihnen die Schrift nicht? Dann installieren Sie sich doch bitte folgende Schrift” – das war nur nicht nötig. Es haben viel mehr Menschen das gemacht, was Sie gemacht haben.

Das ist doch gut. Dann war ich doch gar nicht auf der falschen Spur. Lass uns mal ein bisschen von sueddeutsche.de weggehen, sondern uns allgemeiner über die Zukunft des Journalismus sprechen. In einem ihrer Blogeinträge haben Sie gesagt, dass sich Jüngere auf die Krise als Dauerzustand einrichten dürfen. Daniel und ich haben uns vorgenommen, in den nächsten Wochen (bei Was mit Medien) konstruktiver an das Thema heranzugehen. Das ist ja doch eher wieder eine negative, destruktive Feststellung.

Ja, ich meine das eigentlich auch nicht so und mein Text geht ja auch anders weiter. Ich glaube, man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, dass es jetzt ein, zwei schwierige Jahre sind und dann alles wieder wie früher wird. “Es wird wieder wie früher” werden wir wohl sowieso nicht mehr erleben. Die Frage ist: Was mache ich daraus? Auf der einen Seite erleben wir Zeiten, die von vielen als “destruktiv” wahrgenommen werden, andererseits führt Destruktion immer zu Neuem. Wir erleben deshalb auch sehr kreative Zeiten. Dir Frage, die sich uns stellt, wir als Branche dürfen nicht die ganze Zeit klagen und Angst haben, sondern hingehen und gucken, was man jetzt machen kann. Ich glaube, nur so werden wir es überhaupt schaffen, nach vorne zu kommen.

Wenn wir auf die aktuelle Diskussionen schauen. Wir haben den Eindruck, dass sehr viele Allgemeinerungen und Grundannahmen im Spiel sind, wie zum Beispiel: Google ist gleich Internet und Verleger stehen für Qualitätsjournalsmus. Was ist aus Ihrer Sicht die falscheste Grundannahme, die zurzeit immer wieder angeführt wird?

Diese platten Thesen stören mich so gut wie nie. Google ist nicht böse, Google ist nicht gut. Google ist irgendwas in der Mitte, auch für uns Verlage. Zum Leistungsschutzrecht habe ich auch immer eine sehr differenzierte Meinung eingenommen. Ich glaube kein Verlage würde freiwillig auf den Traffic verzichten, den Google bringt. Der liegt bei bis zu 60 Prozent. Wir führen noch zu holzschnittartige Debatten in der Öffentlichkeit. In Wahrheit geht es ganz selten um das Gestalten, sondern sehr stark um Kämpfe, die uns nicht wahnsinng weiterbringen.

Dann schauen wir jetzt nochmal ein bisschen stärker auf das Konstruktive, was so einer Krise inne wohnt. Sie haben gerade gesagt, es ginge viel um Kreativität. Was heißt das genau, auch auf das Internet bezogen? Was müssen wir über das Internet verstehen, damit Journalismus dort funktionieren kann?

Die wesentliche Frage ist die, nach den Geschäftsmodellen. Was funktioniert, was finanziert den Journalismus langfristig? Vor zehn Jahren haben die damaligen Online-Chefredakteure sehr viel versucht, um Online-Werbung richtig hinzubekommen, die dann angefangen Online-Redaktionen zu finanzieren. Heute haben wir das gleiche Problem, dass Mobil-Anzeigen nicht funktionieren, wie sie sollten. Wir haben wahnsinng viele Leute, die uns auf mobilen Geräten lesen, aber man verdient quasi kein Geld mit diesem ernormen Traffic. Da ist die gleiche Kreativität gefordert. Wir merken auch, dass die Menschen nicht mehr Lust darauf haben, dass es ein paar Online-Portale von den verschiedenen Zeitungen gibt. Wir wissen eigentlich alle, dass wir als die digitalen Vertreter unserer Medienmarken wahrgenommen werden. Ich mache nicht etwa das Portal Names sueddeutsche.de, sondern ich mache die Live-Inkarnation der Süddeutschen Zeitung. Die Leute haben vermutlich das Gefühl, sie haben die Süddeutsche Zeitung gelesen, wenn sie auf unserer Seite waren. Wenn dem so ist, muss ich mich fragen: Was ist mein Beitrag zur Zukunft des gesamten Hauses? Was kann meine Redaktion beitragen, um diesen vielen hundert Kollegen die Zukunft zu sichern, die bei der, wie ich finde, besten Tageszeitung in Deutschland arbeiten? Da ist es meine kreative Aufgabe eindeutig sich zu überlegen und zu fragen, wie man die Leser an der Finanzierung beteiligt? Wir haben seit einem Jahr eine iPad-App der SZ und diese App schafft es, den Print-Rückgang komplett auszugleichen. Das muss man registrieren, das sind sehr interessante Sachen, die gerade auf dem Markt passieren. Der Spiegel macht ähnliche Erfahrungen mit seiner digitalen Ausgabe. Wir sehen Paid-Content ist ok, was wir früher lange für geht-nicht gehalten haben, weil irgendjemand immer Gratisnachrichten anbieten werde. Aber eigentlich sind die Marken stark genug sein, um Paid-Content anzubieten. Wir tun es schon. Wir haben eine Paywall. Ich kann die SZ als bezahltes Produkt lesen und dann bekomme ich sie komplett. Dann habe ich sueddeutsche.de und dort ist nicht alles drin. Wir haben heute schon einen Freemium-Ansatz. Das weiterzudenken, in eine Welt, in der wir mehr Geld verdienen, Leser an unserem Produkt stärker partizipieren lassen, und auf der anderen Seite zu fragen: Was schulden wir dem Leser? Wir können ihm nicht mehr die Trash-Nachrichtenportale  anbieten. Diese Frage gut zu beantworten, wird eine der wichtigsten Aufgaben der jetzigen Generation von “Online-Entscheider” sein.

Zum Thema Paywall. Was genau meinen Sie, als Sie in Ihrem Blogeintrag von einem Leserclub geredet haben?

Wir Journalisten sollten nicht denken, dass wir die Leser für uns gewinnen, wenn wir irgendwelche Mauern errichten. Wir sind in einer Situation in der unsere Geschäftsmodelle eher denen von NPR in den USA annähern sollten. Wir müssen um die Leute werben, damit diese bereit sind unseren Journalismus zu unterstützen. Dafür müssen wir Journalismus machen, den sie auch unterstützenswert finden. Für mich steht fest: Mit “Alle machen die gleichen Nachrichten” und “Überall stehen die gleichen News” kommen wir überhaupt nicht weiter. Wir müssen tatsächlich Premiuminhalte machen und keine Premiumbereiche auf unseren Seiten. Das was wir anbieten, muss premium sein, denn dann wird sich dem Leser schnell erschließen, warum das guter Journalismus ist und warum er einen Beitrag zahlen soll, wenn er wirklich Fan einer Marke ist. Das ist ein sehr anderer Ansatz. Viele Print-Kollegen denken: “Ach, wir machen so gutes Zeug, jetzt lass die Leute dafür Geld bezahlen.” So funktioniert das genau nicht. Wir müssen in ein neues, eher kollaboratives Verhältnis mit unseren Lesern treten und wirklich auf ihn eingehen, auf ihn zugehen, auf ihn hören, mit ihm reden. Das ist, was Menschen im Netz schon sehr, sehr lange von Journalisten fordern. Das ist eine wesentliche Grundbedingung. Das findet dann in einem Begriff wie Leserclub zusammen. Ich glaube, dass gute Zeitungen immer so etwas waren wie Leserclubs waren, die die Welt des Leser bereichert haben. Deswegen haben die Leser bezahlt. Nicht nur wegen des Journalismus, sondern auch weil dort alle Todesanzeigen der Gemeinde drin waren oder eine gute Aldi-Reklame gab, die jeden Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag drin war. Das Gesamtpaket Zeitung war sehr, sehr wesentlich für die Leute und sie waren über die Zeitung Teil einer Gemeinschaft. Dies nun im virtuellen Raum herzustellen ist sehr wichtig und hat dann sehr wenig mit Paid-Content und sehr wenig mit einer Paywall zu tun, die man hochzieht, sondern das hat etwas damit zu tun, dass man das Gemeinschaftsgefühl mit seinen Lesern erzeugen muss.

Wie lange dauert es denn noch, bis dieses Verständnis bei der Mehrheit der deutschen Zeitungsmacher angekommen ist? Ich habe das selbst erlebt. Ich wohne im Münsterland. Einer der dort ansässigen regionalen Zeitungshäuser hat vor einigen Wochen groß mit dem frisch eingeführten E-Paper geworben. Das ist letztlich aber nur ein blätterbares PDF. Da ist nichts anders im Vergleich zur Papierzeitung. Das kostet für mich als Abonnenten aber trotzdem 4 Euro mehr, wenn ich das haben will. Ist das der richtige Ansatz? Ich habe das Gefühl gehabt, dass die es nicht verstanden haben.

Ich glaube, dass Sie einen Verleger haben könnten, der das sehr wohl alles versteht, der aber trotzdem ein riesiges Problem hat, weil die technischen Aufwände, wirklich schöne digitale Auftritte zu machen, gerade für kleinere Häuser sehr schwierig darzustellen sind. Ein Haus wie die Süddeutsche kann das machen. Ich rede viel mit Regionalverlagen, weil mich das sehr interessiert. Wir haben in dieser Zeit als Journalisten eine extreme Definitionsaufgabe, den Journalismus in der Fläche Deutschlands zu erhalten. Wir müssen uns Konzepte überlegen, wie das funktionieren kann. Alle diese Regionalverlage haben dieses Problem. Im Grunde bräuchten sie zehn Programmierer oder gute standardisierte Lösungen, die ein sehr sexy Produkt entstehen lassen. Leider ist es aber auch oft so, dass es viele Journalisten in der Fläche noch nicht verstanden haben, dass sich das Verhältnis zum Leser wandelt. Man darf nicht mehr von oben herab dozieren, wie die Welt ist. Ein Leser möchte bei Regionalzeitungen sehr viel exklusiv erfahren über die regionale Welt. Überregionaler exklusiver Journalismus sollte dann eine Art tägliches Magazin oder tägliche Literatur sein; mit Stücken, die ich nirgendwo sonst bekomme. Diese Exklusivität herzustellen, das haben leider sehr viele Journalistenkollegen auch noch nicht verstanden. Deshalb haben wir ein doppeltes Problem: Selbst wenn es Verleger kapieren, es ist alles ein Ressourcenthema und es ist ein journalistisches Strategiethema.

 Zum Thema Geschäftsmodell hat uns eine Frage eines Hörers über Facebook erreicht. Ihn würde interessieren, wie die ganzen Kombiangebote der SZ beim Kunden ankommen? Kann es für die Verlage eine Chance sein, mit der Kombination eines Abos und eines Endgeräts punkten zu können.

Ja, das macht die Hälfte bei uns. Man lernt hier viel über das Kaufverhalten der Leser und was er will. Der Leser will bei uns sehr gerne das iPad bekommen und dann zahlt er auch ein wenig mehr für das Zeitungsabo. Diese Kombination aus Gerät und Abo läuft wie warme Semmeln.

Das macht der kleine Verlag aus dem Münsterland auch. Da habe ich auch überlegt, ob ich zuschlagen soll. Ich habe es dann aber nicht getan. Vielleicht können wir auch ein bisschen über die Redaktionen der Zukunft reden. Wird diese weiterhin in großen Verlagshäusern angesiedelt sein und in verschiedene Ressorts eingeteilt sein? Oder wird es kleinere spezialisierte Redaktionsteams geben? 

Für Journalismus braucht man heute tatsächlich keinen Verlag mehr. Das sieht man sehr vielen guten Blogs. Der Punkt ist, dass sich dort der Journalismus nicht besonders gut finanziert. Wenn ich viele Lokalblogs anschaue, dann finanziert es einen Mensch mehr oder weniger. Dann kommen noch zwei oder drei Freie hinzu, die man mehr oder weniger finanzieren kann. Das sind wertvolle journalistische Beiträge, aber noch keine abgeschlossenen Finanzierungsmodelle. Für Journalismus an sich brauche ich also keine große Organisationen. Aber was ist der Sinn einer großen Redaktion, wie bei der Süddeutschen Zeitung? Zum einem gibt es eine große Gemeinschaft von Lesern, die diesen Journalismus gut finden und sich dafür interessieren. Dadurch ermöglicht man es dem Journalisten, freier zu arbeiten. Auch wenn ein Anzeigenkunde plötzlich abspringt. Das bedeutet aber, dass diese Journalisten eine klare journalistische Strategie verfolgen müssen. Das klingt sehr blümerant. Was ich meine ist: Wenn Sie sich angucken, wie die Zeitungen am Tag nach der US-Wahl aussehen; die besseren Zeitungen haben das gemacht, was früher die Wochenzeitungen gemacht haben. Das ist eine ganz klare journalistische Strategie. Schaue dass du ganz stark in die Analyse, in den Hintergrund, in die Kommentierung gehst. Sei originell und nicht nur solide. Wenn man eine große Redaktion darauf einschwört, dann kann eine solche Organisationsform mehr leisten, als andere.

Aber originell zu sein, ist schwieriger, als nur solide zu sein.

Richtig. Deshalb müssen wir uns sowohl von den Geschäftsmodellen, als auch von der Redaktionsorganisation gut aufstellen. Wir müssen begründen können, warum wir große Redaktionen brauchen, sowohl den Verlegern gegenüber, als auch den Lesern gegenüber.

**

Foto: Flickr.com / asvensson

Funfact: In Wirklichkeit gab es keinen Tee, sondern eine Spezi Zero. Aber das wäre ja langweilig.

Jeff Jarvis auf der Picnic 10 (Bild: PICNIC Cross Media Week)

Jeff Jarvis zum Leistungsschutzrecht: “Die Verleger erpressen Google”

Jeff Jarvis auf der Picnic 10 (Bild: PICNIC Cross Media Week)

Wir haben in dieser Woche mit US-Journalistikprofessor Jeff Jarvis (zu seinem Blog) über das geplante deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverlage gesprochen. Zu höre in unserem Medienmagazin bei DRadio Wissen und das Transkript gibt es hier:

Herr Pähler: Jeff, what happens with the pulse when you read or hear the word Leistungsschutzrecht?

Jeff: Oh, my pulse. It goes up quite a bit. I am on the podcast called “This week in Google”, and I got so head up about it than when I said Leistungsschutzrecht, someone took that and made it into a reggae song.

Daniel Fiene: So I think there is a certain reason we invited you to the show, because we want to hear a fresh perspective. Since every argument seems to be exchanged months ago, and since you are watching closely the German media scene, is the Leistungsschutzrecht approach we can see in other countries too, or is it just German idea or maybe a stupid German idea?

Jeff: I think it’s a stupid German idea, yes. [laughs] And I’m afraid that we are seeing it spread. We’re seeing mention of this in France. I have actually started to hear talk of this in the US. I think the Leistungsschutzrecht is dangerous to the web, to the link itself. It’s an indication of an industry that doesn’t have any ideas of how to fix itself. The German newspaper industry I think fought for quite a while that it was immune from the disruption going on in the US. Well, certainly with the Frankfurter Rundschau and the FT Deutschland are both in trouble.

We’re seeing that’s different now, and they’re desperate. If you can run a business, you run it. If you can’t, you go hide behind the skirts of government, because of what’s happening now with the newspaper industry and the magazine industry in Germany.

Daniel Fiene: Google started a campaign this week. There were some emotional reactions. The publishers called it “evil propaganda,” and that Google misused its market power. Is it true?

Jeff: [laughs] As if the publishers have not been using their market power to push this idea of the LSR through and through. You know, I find this odd thing that happens, especially in Germany. Mind you, making it very clear here that I love Germany, I love coming there, I respect the media there and learn a great deal from it.

Nonetheless, I see this attitude. We saw it in an op-ed in Der Spiegel only yesterday, that Google is somehow kind of evil. I saw it again today in the FAZ, talk about Silicon Valley capitalism, as if those are dangerous or bad words. I don’t understand that.

Daniel Fiene: Yeah, it’s funny that Google bought full-sized ads in today’s newspapers. That was, I think, a plan of the publishers to get Google to buy their print ads, right?

Jeff: [laughs] Yeah, and I think it’s also interesting that I have heard these complaints from Germans that, if you’re against the Leistungsschutzrecht, you’re a friend of Google, and being a friend of Google is a bad thing.

Well, I’m a Google fanboy, and I have no problem saying that. I admire what they’ve done, and I don’t really understand the negativity here. What’s happening is that Google is sending to these publishers, audience. It’s up to the publishers, then, to create a valued relationship with them. If they don’t, it’s the publisher’s fault.

If the publishers don’t want to be pointed to from Google, they can cut themselves out at any second, so what this really is, is blackmail to Google, and trying to put them in the position of saying, “Well, this isn’t fair. You’re making money and we’re not. You should give us some of your money.” Well, they are making more money because they are doing a better deal for advertisers, period.

Herr Pähler: But let’s look at the Google campaign for a moment. I’m not sure, is Google really driven by defending the free web or just by the financial interests of their owners?

Jeff: What’s wrong with being driven by both? The truth of Google’s business model is very, very simple: the more people that use the Internet, the more Google makes because the more people use Google. That’s because Google is just so darn good.

The market penetration for Google in Germany far exceeds that in the US. So the people of Germany are using Google like mad. It’s media and government who are attacking Google.

Daniel Fiene: Jeff, if the Leistungsschutzrecht passes finally the Bundestag, let’s ask a Jarvis-like question: not what would Google do, let’s ask what will Google do, ban all publishers in Germany?

Jeff: I don’t know. I think that Google might possibly say, “If you want us to pay you, we won’t pay you. And you should cut yourself off. And if you don’t cut yourself off and you threaten to sue us, fine, we’ll cut you off.”

And then, where is Google? Well, there have been studies in Google about how much of the search traffic actually goes to results from major publishers in Germany, and it’s actually a very small percentage.

So if every publisher tomorrow left Google, it would be a shame for German citizens, it would be a shame for the publishers, but Google would keep going on making just as much as it’s making today.

Herr Pähler: But behind the Leistungsschutzrecht approach is a serious problem. The publishers can’t find inset data journalism. So, what should publishers do?

Jeff: Well, that’s a whole different question. I think the publishers are trying to maintain their old business models and trying to say, “Well, Google is making money and we are not.” That’s not Google’s fault. That’s their fault.

The truth is that the publisher’s business is drastically and profoundly disrupted by the Internet. And trying to hold onto your old business models through help from legislation in the Bundestag is not going to get you anywhere. It’s not sustainable. You have to create new business models that are based first on a new efficiency, do what you do best, link to the rest, specialize and collaborate, and second on trying to find new services for advertisers and new ways to make money.

But arguing that you have some God given right to maintain the business that you used to have is absurd. It’s absurd for banks, it’s absurd for car companies, it’s absurd for publishers.

Daniel Fiene: You described Gutenberg as our first startup guy in media. Have the Germans maybe lost their attitude around innovation when we look at the recent attitude of the Germans to the Internet? Let’s remember the Verpixelungsrecht for Google, Street View, for example, and the Leistungsschutzrecht, of course.

Jeff: I do think that there is an issue that Germany has to honestly examine here. I wrote a more recent book called “Public Parts” auf English, auf Deutsch it’s “Mehrtransparenz-Wagen”

Daniel Fiene: [laughs]

Jeff: It’s a joke that I don’t think we get…

Daniel Fiene: This is funny! [laughs] But please go on.

Jeff: And in that I examined the idea of publicness, because I think the Internet is a great tool of publicness. And those who try to shut it down, whether that’s Egypt, the LSR, or whether that’s today in the UK, an effort to regulate the press, I think it affects society.

Part of this is that there is an opportunity to operate in public. That means in the US that if you are an entrepreneur you fail in public. You expose yourself in public. When I say this to my good German friends, many of them say, “Oh, no, no, no. We don’t do that. Culturally, we don’t do that.”

So I think there’s question to ask as to whether when it comes to technology, innovation, disruption, is the German culture willing to operate in public, failure and all? Is it willing to have this kind of disruption of business models, and unions, and labor, and all those kinds of things?

These are critical questions not about Google, but I think the opportunity for Germany to continue to have a role in entrepreneurship (…)

Daniel Fiene: What do you think? What should we Germans change in the whole discussion?

Jeff: I think you’ve got to put pressure on media companies to find the new business models. And they are. If you look at Axel Springer, well more than 30% of their revenue now is digital. Dr. Burda said at a DLD conference where I was I think three years ago that these print dollars are being replaced by “damned pennies”, damn visual pennies. Well, yes.

A friend of mine in the US says you have no choice, then, to stack up the pennies. You have to find new models and new business models to do this. I work in the center of entrepreneurial journalism. I’m trying to find new business models here. That’s the solution to this.

I also say go with the flow. There’s a company in the US called Repost.us that would let any article be embeddable with ads, with links like a YouTube video. So imagine suddenly that if, when articles are passed around from FAZ, or Süddeutsche, or any of those publications you could make money on it. Then you’d said, “Please! Take my articles! Thank you!” Well, let’s come up with business models like that.

Daniel Fiene: But do you think big media houses like the publishers…do they select this in the future, or do we see more models like, let’s say, you can say the US tech scene, like The Verge, that are more small teams who have their own content? What do you think, that we see more stuff like that?

Jeff: I think that’s a great question. I think we will definitely see many more smaller entities, because you don’t own a monopoly anymore. You are not the only person in town who owns the press. No one is going to invest in these huge kind of entities. It’s so inexpensive to start things like The Verge. Your podcast can be done through Skype and it doesn’t need quite the expense that it used to have.

So yeah, I think we’ll find many more new, smaller entities. But here’s the key — can they work together in networks that are mutually beneficial? And that’s really what Google and the Leistungsschutzrecht is about. If Google can be told not to link, can you be told not to link? Can a blogger be told not to link? Where is that line? I think that’s very, very dangerous. And what the publisher should be doing is finding ways to benefit from people and aggregators linking to them.

Herr Pähler: Jeff, to be honest, do you really expect that Germany is going to be an island in the Internet with Leistungsschutzrecht? How possible is this?

Jeff: I don’t think so. But I think that there is a risk. I think that there’s a risk that technology companies and media companies will say, “Gee, where should we put our money next? Where should we invest?”

Right now I would be worried about investing in Germany, frankly.

Daniel Fiene: So we are watching this very closely. Thank you for your input and your time tonight here on our show.

Jeff: Vielen Dank, and also, thank you very much for speaking in English.

Foto: Flickr.com / hlkljgk

Quo vadis, Journalismus? Die konstruktive Debatte im Netz — ein Überblick

Foto: Flickr.com / hlkljgk

Es ist ein stürmischer Herbst für Deutschlands Medienmarkt. Eine Hiobsbotschaft aus dem Printbereich folgte der Nächsten. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben die Branche aufgeschreckt. Dass sich der Journalismus verändern wird und muss, steht außer Frage und war eigentlich jedem Akteur bewusst. Aber: Quo vadis, Journalismus? Im Netz wird intensiv und vor allem auch konstruktiv debattiert. Ein Überblick:

Richard Gutjahr beispielsweise hat auf seinem Blog seine “(sprichwörtlichen) 5 Cent” zur aktuellen Zeitungskrise eingereicht. Sein Rezept? Er möchte vor allem den potentiellen Kunden wieder im Mittelpunkt sehen. Nicht der Content sei das Wichtigste, sondern eben der Leser. Die Verlage sollten die Kunden nicht mit Verboten abschrecken, sondern faire Angebote  und bequeme Angebote machen (Kauf einzelner Artikel, Verlagsübergreifende 1-Click-Buy).

Blogger Sascha Lobo glaubt in seiner Spiegel-Online-Kolumne gar nicht an eine Zeitungskrise. sondern eher an eine allgemeine Nachrichtenkrise. Tageszeitungen böten durch ihr gedrucktes und damit langsames Erscheinen eine nicht mehr zeitgemäße Form von Nachrichten an. Dabei besonders zu beachten: Nachrichten seien nicht statisch, sondern gleichen viel mehr einem Fluss. Nachrichten sollten immer live mit einem stetig aktualisierten Hintergrund-Archiv präsentiert werden. Mit Papier habe das Ganze somit eigentlich nichts mehr zu tun. Auch das Internet werde sich darauf einstellen müssen, von der Form eines Artikels Abstand zu nehmen.

Der Noch-Chefredakteur von Zeit Online, Wolfgang Blau, führt auf seiner Facebook-Seite eine lebhafte Diskussion über das Thema. Er sieht das Problem bei dem “journalistischen Konstrukt einer Tageszeitung”.  Dem Gegenüber steht Dirk von Gehlens “Lob der Tageszeitung”. Die Idee der Tageszeitung sei noch lange nicht am Ende, sie müsse nur anders gedacht werden. Er kenne keinen besseren Ort, als dort zu arbeiten und am Medienwandel beteiligt zu sein, schreibt der Social-Media-Leiter der Süddeutschen Zeitung.

Seitdem die Debatte um die Zukunft des Journalismus losgebrochen ist, haben wir dieses Thema begleitet. In der Sendung von diesem Donnerstag (29.11. um 18:00 Uhr bei DRadio Wissen) wird Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de, zu Gast sein und an der konstruktiven Debatte teilnehmen. Plöchinger selbst hat seine Gedanken zur aktuellen Krise auf seinem Tumblr-Blog niedergeschrieben. Er schlägt vor, “Leseclubs” einzuführen, um Leser an einer Marke zu binden. Was genau er sich darunter vorstellt, warum er positiv in die Zukunft blickt und wie er die aktuelle Debatte sieht, erklärt er ab 18 Uhr bei DRadio Wissen!

Habt ihr Aspekte, die euch besonders interessieren? Dann schreibt sie doch auf unsere Facebook-Seite oder hier in den Kommentaren.

cnb_logo_rgb

Gewinnt Tickets für die c’n’b convention in Köln!

“Was mit Medien” möchte eure Kreativität unterstützen und verlost deswegen Tickets für die C’n’B in Köln!

Vom 20. bis 22. Juni 2012 findet parallel zur c/o pop in Köln die Creativity & Business Convention – C’n’B. Als Aktionsplattform der Kreativwirtschaft beleuchtet die dreitägige Veranstaltung die Schnittstellen und gemeinsamen Herausforderungen der Enterteinmentbranchen Musik, Bewegtbild, Publishing, Games und Design. Dabei liegen Schwerpunkte auf den Themen Finanzierung, Verwertung, Rechte und Trends. Ziel ist es, kreatives Potenzial über die Grenzen der Teilbranchen hinweg zu entwickeln und neue Kooperations- und Geschäftsmodelle zu fördern.

Das genaue Programm könnt ihr online entdecken. Lust bekommen? Dann macht bei unserem Gewinnspiel mit! Wir verlosen unter allen Teilnehmern 3×2 Tickets für die C’n’B am Donnerstag & Freitag (zur Eröffnung am Mittwochabend könnt ihr natürlich auch). Veranstaltungsort ist die IHK in Köln. Unser Tipp: Super vorbereiten könnt ihr euch auch auf die C’n’B mit der neuen iPhone- und Android-App.

Wenn ihr am Donnerstag vor Ort seid, habt ihr sogar die Möglichkeit Herrn Pähler und Daniel zu treffen: Sie zeichnen um 12 Uhr mit ihren Gästen den Online-Talk für den kommenden Samstag auf. Thema: Crowdfunding — die Masse als Mäzen der Musikwirtschaft? Ihr könnt am Stand von DRadio Wissen zuhören, zuschauen oder mit diskutieren.

Fill out my online form.

#rp12 – Tag 3 – Wirres zur Realität, Twitter, @RegSprecher und #tassebier


Ich nenne sie Steckdosentreppen, andere nennen sie Affenfelsen. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Zuallererst möchte ich an dieser Stelle einmal die gute Arbeitsatmosphäre auf der re:publica loben: Auf den Affenfelsen oder Steckdosentreppen, wie ich sie nenne (siehe Bild oben), habe ich schon viel Arbeit geschafft – und am letzten Tag funktionierte auch endlich das WLAN, yeah!


Felix Schwenzel alias @diplix über Realität im Netz. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Am letzten Tag der re:publica 2012 fand ich insbesondere einen Vortrag von Felix Schwenzel sehr hörens- und sehenswert. Er ist kein guter Redner, dazu steht er auch – trotzdem habe ich selten jemanden so charmant vortragen hören. Thema: Was ist eigentlich real? Ist das Internet virtuell? Oder stellen wir uns Virtualität sehr vor? In einem Mix aus Popkultur, Zitaten von anderen, soziologischen Parallelen und einer Spur Verrücktheit kam er schließlich zu dem Ergebnis:

Und: „Das Internet besteht aus Menschen.“ Sehr schön wie ich fand, eigentlich auch wieder eine Plattitüde, aber trotzdem ein spannender Denkanstoß. Ein Lieblingsmoment: Virtualität fängt schon bei der Bratwurst an, schließlich hinterfragt niemand mehr, was drin ist – und alle vertrauen darauf.

Höhepunkt war anschließend aber natürlich die beiden hohen Besucher auf der Konferenz: Katie Jacobs Stanton, zuständig für die Markenschaffung bei Twitter, und Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung.

Katie Stanton sprach dabei vor allem über die wachsenden Zahlen von Twitter, und die waren wirklich beeindruckend. So werden pro Sekunde momentan über 12.000 Tweets auf der ganzen Welt verschickt, und der Großteil der Twitter-Accounts kommt nicht aus den USA, sondern aus anderen Ländern. Wichtige Motoren für die Twitter-Nutzung: Sportveranstaltungen, TV-Shows, aber auch Politik. Dabei äußerte sie den Wunsch, dass die Besucher der re:publica doch bitte Angela Merkel dazu bewegen mögen, auch endlich auf Twitter zu kommen.


Regierungssprecher Steffen Seibert auf Stage 1. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Denn Angela Merkel twittert noch nicht, dafür aber ihr Regierungssprecher. Steffen Seibert, auf Twitter bekannt als @RegSprecher, berichtete am Abend über seine Nutzung des Kurznachrichtendienstes im Amt. Dabei gab er zu, dass er insbesondere den Feedback-Kanal am Anfang unterschätzt hat. Mittlerweile freut er sich jedoch über das immer weiter steigende Interesse, 58.000 Follower hat er bereits, und versucht auch so gut es geht auf alle Anfragen einzugehen. Gleichzeitig gab er zu, dass das im Prinzip gar nicht alleine zu schaffen ist, weshalb er teils auch von seinem Team unterstützt wird.

Auch wenn sein Besuch recht unkritisch aufgenommen wurde: ein spannender Einblick in die Arbeit von Steffen Seibert – und in diesem Jahr stand spätestens seit Sascha Lobos Keynote am ersten Tag ja ohnehin „#Flausch“ ganz oben.

Mit #tassebier, Abendsonne, Bratwurst, Blümchen und vielen tollen Gesprächen endete dann die re:publica 2012 am Freitag Abend. Mir hat es großen Spaß gemacht, trotz einiger inhaltlicher Hänger auf der Konferenz. Die Stimmung, die Location und die Leute haben das jedoch schnell wieder wett gemacht. Ich freue mich jedenfalls auf’s nächste Jahr – dann zur #rp13.

Stay tuned!

twitterwand

#rp12 – Tag 2 – Digitale Dörfer, Ungarn, Internetausdrucker und Datenjournalismus


Diskussion zum „Digitalen Dorfplatz“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Mein zweiter Tag auf der diesjährigen re:publica begann für mich nach einem Kaffee auf Stage 3 mit der Diskussion Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich?. Starke Meinungen äußerten dabei u.a. Martina Pickhart, Christoph Kappes und – wer sonst – Sascha Lobo, und zwar zur Situation der digitalen Öffentlichkeit. Das Für und Wider dieser Begriffe wurde diskutiert, und auch die Rolle, die Staat, Gesellschaft und private Unternehmen in Zukunft einnahmen könnten oder sollten, um die digitale Öffentlichkeit zu einer besseren zu machen.

Fazit: Spannende Debatte ohne wirkliches Endergebnis, aber in jedem Fall ein schön tiefer Einstieg ins Thema, anders als viele Einsteiger-Panels am Vortag.


Dorottya Karsay über Online-Aktivismus in Ungarn. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die politischen Entwicklungen in Ungarn hin zu eingeschränkter Pressefreiheit Was mit Medien berichtete) aber auch zu wesentlich restriktiverer Politik etwa in Bezug auf sexuelle Minderheiten haben nicht nur im Rest der EU für Aufruhr gesorgt, sondern auch in Ungarn selbst – gerade unter jungen Menschen – zu neuen Formen des Protests geführt, wie zum Beispiel politische Songs als Videos auf YouTube:

Die Aktivistin Dorottya Karsay berichtete über diese Aktionen in einem wirklich spannenden Vortrag – sehr beeindruckend und einmal mehr wach rüttelnd, was in Ungarn eigentlich gerade alles passiert.

Erschreckende Erkenntnis dieser re:publica übrigens: Es gibt immer noch Leute, die das Internet ausdrucken:


Twitterwall in der Printausgabe. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht. Die Twitterwall zum Hashtag #rp12 in der Printausgabe ist nämlich ziemlich schick, und wird mit echtem Tapetenkleister ständig aktualisiert – meine Tweets habe ich jedoch bisher nicht finden können.

Der Kollege Daniel Fiene stellte zusammen mit Richard Gutjahr später am Tage dann auf dem Panel ARD – und sie bewegt sich doch dann die Rundshow vor – zum anscheinend großen Gefallen des Publikums.

Kurz vorher sah das aber noch ganz anders aus:

Eigentlich wollten die anwesenden Vertreter_innen der ARD nur darüber sprechen, dass sie jetzt mit Tagesschau, Tatort und Mediathek auch digital agieren. Gelöschte Videos wegen Depublikationsrichtlinien, eine Angabe wie „Quelle: Internet“, oder das Engagement von Monika Piel für ein Leistungsschutzrecht kamen jedoch einfach nicht ganz so gut an bei den re:publica-Besuchern. Nun ja, war etwas anderes zu erwarten?

Die letzte Veranstaltung war für mich an diesem Abend dann eine Einführung in den Datenjournalismus mit den Macher_innen des Data Journalism Handbook – bestehend aus Journalist_innen u.a. vom Guardian, der New York Times oder auch ZEIT Online. Große Neuigkeiten ergaben sich nicht – trotzdem fand ich es einmal wieder schön zu hören, dass selbst Datenjournalisten wissen, dass Daten auch nicht alles sind.

Worauf ich mich morgen freue: noch mehr Mate, die tollen Leute von gestern und heute wieder zu treffen, den Besuch von Twitter auf der re:publica und auf den @regsprecher.

Stay tuned!

eröffnung

#rp12 – Tag 1


Eröffnung der re:publica 2012. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Fast pünktlich um kurz nach 10 Uhr wurde heute auf dem Gelände der Station Berlin die bereits sechste Auflage der re:publica eröffnet. Mit dem Wechsel in den ehemaligen Postbahnhof hat sich die Netzkonferenz noch einmal deutlich vergrößert – auf insgesamt acht verschiedene Stages auf zwei Etagen.

Eines hat sich jedoch durch den Location-Wechsel nicht geändert: Das offene WLAN funktionierte auch in diesem Jahr so gut wie nie. Im klaren Vorteil waren diejenigen, die mit einer Smartphone- oder Surfstick-Internet-Flat am Start waren – denn das Mobilfunknetz hielt über weite Strecken!

Die erste Session, die ich besucht habe, war „Barrierefreiheit DYI“ mit Raul Krauthausen. Der Berliner sitzt im Rollstuhl – und stößt dadurch im Alltag immer wieder auf Probleme und Barrieren, etwa nicht-rollstuhlgerechte Orte. Daraus entstand in der Vergangenheit bereits das Projekt Wheelmap.org.


Raul Krauthausen während der Session „Barrierefreiheit DYI“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Nun stellte Raul ein neues Projekt vor, und zwar Brokenlifts.org: Welcher Aufzug fällt an welcher ÖPNV-Station wie häufig aus? Idee und Projekt sollen in Zukunft auch auf andere Städte übertragen werden. Ziel: Fahrstuhlbetreiber und Gesellschaft stärker für die entstehenden Probleme durch defekte Aufzüge zu sensibilisieren.

Im Anschluss gab es noch eine weitere Diskussion zum Thema Barrierefreiheit, diesmal mit dem Fokus auf Gehörlose. Teilnehmer_innen waren @EinAugenschmaus, @ennomane und Not quite like Beethoven. Kernaussage: Weder offline noch online wird Barrierefreiheit bisher konsequent gelebt. Problemfelder sind dabei nicht nur politische Maßnahmen, sondern auch fehlendes Bewusstsein in der Bevölkerung. Gleichzeitig freuten sich die Diskutant_innen jedoch auch über die neuen Möglichkeiten der Vernetzung in den letzten Jahren, etwa durch soziale Medien. Diese hätten das Kontakte knüpfen verändert, man fühle sich nicht mehr alleine, und man könne (trotz Behinderung) seinen Interessen folgen.


Diskussion über das „entfesselte Wissen“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Gegen Mittag ging’s dann unter dem Motto „Das entfesselte Wissen“ um künftige Reformen beim Urheberrecht, und zwar in Bezug auf Bildung und Forschung. Probleme im Alltag: Darf ich als Dozent Vorlesungsfolien an meine Studierenden weitergeben, wenn darin urheberrechtlich geschützte Grafiken enthalten sind? Oder warum darf ich für meine Schüler keine Inhalte aus Schulbüchern einscannen? Erkenntnis: Wie in allen anderen Feldern des Urheberrechts auch führen digitale (und damit verlustfreie) Reproduktionstechniken zu Problemen in der Umsetzung. Insbesondere für den Bereich der Bildung und Forschung wünschen sich Anwender daher „befreite“ Inhalte, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen. Zusätzlich sollen für Wissenschaft und Bildung andere Regelungen gelten, weil eben zum Beispiel ein wissenschaftlicher Text nicht mit einer MP3-Datei gleichzusetzen ist.

Leider keine großen neuen Impulse in dieser Debatte.


Sascha Lobo stufte Katzen von AAA auf AA+ herab, und Igel und Eulen von BB auf AA+ herauf. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Zum Ausklang des ersten re:publica-Tags gab’s dann die traditionelle Keynote von Sascha Lobo. Fokus: der Zustand des Web im Jahr 2012. Dieses Jahr soll – wenn es nach ihm geht – nach das Jahr der Blogs werden. Schließlich sei das Internet, das die meisten nutzen, nur von den großen Anbietern geborgt – selbst gehostete Blogs brächten dagegen den eigenen Content auch zurück in die eigene Verantwortung. Ansonsten ging es um die Piraten, Netzneutralität, Lächerlichkeit, Pinterest, Instagram, Facebook, Google+ – und um Eulen, Igel und Katzen.

Worauf ich mich morgen freue: mehr Mate, mehr tolle Leute und die Session mit dem Kollegen Daniel Fiene sowie die Diskussion zu Streaming-Diensten wie Spotify & Co.

Stay tuned!

welcome-1

re-publica für Journalisten — eine kleine Starthilfe

Von Daniel Fiene

Es gibt bestimmt Redaktionen in Deutschland, die heute Mittag bei der Konferenz merken, dass da in Berlin diese Veranstaltung mit diesen ganzen Bloggern stattfindet. Und dass man da doch etwas machen müsste. Vor ein paar Tagen habe ich einen Anruf von einer Radioredaktion aus Norddeutschland bekommen, ob ich nicht etwas über dieses Blogger-Treffen machen könne. In dem Gespräch sind sämtliche Vorurteile genannt worden, die es nur so gibt. Auch wenn es die Konferenz nun schon zum sechsten Mal gibt, wird es wohl auch in diesem Jahr wieder peinliche Berichte geben. Liebe Journalisten, das wird so nix. Ich finde es ja gut, dass die Faszination der re:publica euch erreicht hat. Hier ein paar Tipps, damit eure Berichterstattung gut wird.

1.) Es ist keine Bloggerkonferenz!

Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis: Nur ein Bruchteil der Teilnehmer betreibt ein eigenes Blog! Als 2007 die erste re:publica in der Berliner Kalkscheune stattgefunden hat, mag der Begriff Bloggerkonferenz noch zugetroffen zu haben. Es ist aber nicht so, dass neben leeren Pizzaschachteln pickelige Jungs auf leeren Clubmate-Kisten sitzen, um sich gegenseitig die neusten Plugins für ihre WordPress-Installationen zeigen. (Wobei: Clubmate wird schon getrunken.)

2.) Es gibt keine Netzgemeinde!

Hütet euch vor Verallgemeinerungen. Wer von der Netzgemeinde spricht, müsste auch von der Fernsehgemeinde oder Fußballgemeinde sprechen, wenn es um einen Bericht über die Medientage München oder das Fortuna Düsseldorf-Spiel gegen den MSV Duisburg geht. Die Meinungen und Ansichten sind so vielfältig wie ihre Besucher. 2011 kamen zur re:publica rund 3.000 Teilnehmer die aus 169 Workshops oder Vorträge gewählt haben. Und worauf die Veranstalter gerne hinweisen: Rund ein Drittel davon waren Frauen.

3.) Das Netz ist mehr als die Urheberechtsdebatte!

Es ist ja gerade sehr hip in der Internet-Berichterstattung irgendwas mit Urherberrecht zu machen. Die Piraten, Chaos Computer Club oder XYZ forderten die Abschaffung des Urheberrecht. Weder fordern die das wirklich — ihr müsst wissen, die meisten Artikel in diesem Bereich werden mit gepflegten Halbwissen verfasst— noch wird auf der re:publica andauernd über das Urheberrecht gesprochen. Genauso so viel oder so wenig über das Pflegen von Blogs. Bei der re:publica geht im Grunde um die Auswirkungen des Medienwandels und der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Es gibt Vorträge und Workshops aus Bereichen wie Politik, Wissenschaft, Gesundheit, Bildung, Medien, Unterhaltung usw. Es wird genauso über das digitale Klassenzimmer der Zukunft geredet wie das Optimale Profilbild in sozialen Netzwerken und was das über die Persönlichkeit des Profilinhabers sagt.

4.) Es geht um Zukunft im weitesten Sinne!

Ich bin auch ein Fan von den Keynotes. In den vergangenen Jahren lernten wir von Professor Peter Kruse, dass die Trennung zwischen digital natives und digital immigrant eigentlich keine Frage des Alters ist. Drogeriemarktbesitzer Götz Werner  (dm) philisophierte über das bedingungslose Grundeinkommen, Miriam Meckel über Algorithmen und Mathematiker Gunter Duek hat uns erklärt, wie das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem aussehen könnte. In diesem Jahr wird die Soziologin Amber Case aus den USA kommen, um uns zu beweisen, dass wir alle Cyborgs werden und eigentlich schon sind. Denkt mal an das Smartphone in eurer Hand. Es geht um die Verwachsung zwischen Netz und Realität.

5.) Fünf Links zum Selbst eintauchen!

IMG_1314

Mehr E-Demokratie wagen

“Mehr E-Demokratie wagen” – unter diesem Motto hat das Grimme-Institut am Mittwoch (16. November 2011) im NRW-Forum in Düsseldorf eine Tagung abgehalten. Wir waren dabei und halten für euch die wichtigsten Ergebnisse fest.

Zum Tagungsende hat Gabriele Hooffacker (Journalistenakademie München) eine kurze Zusammenfassung der Tagung gehalten. Dabei hat sie nicht nur die Redebeiträge zusammengefasst, sondern auch geschaut, was parallel in der Twitterwelt diskutiert wurde. Den hörenswerten Beitrag gibt es hier:

[audio:/audio/2011/11-grimme/20111116-grimme-03.mp3]

Länge: ca. 8 Minuten (MP3).

Wir haben auch die beiden anderen Diskussionsrunden dokumentiert:

Politische Mitbestimmung – top down oder bottom up?

Demokratische Öffentlichkeit im Netz – mit oder ohne Journalisten?

Was bleibt?

Die Medien sind auch weiterhin nötig, um gesellschaftliche Diskussionen und Prozesse in der breiten Masse anzustoßen. Das Netz dient aber als Beschleuniger und stellt massenhaft neue Ressourcen zur Verfügung. Auch wenn sich die Grundaufgaben der Journalisten mit dem Netz nicht verändern, gibt es hier neue Betätigungsfelder. Irgendwer muss ja Ordnung in das Informationschaos bringen. Und welcher Herausforderung müssen sich klassische Medienhäuser stellen? Junge Menschen fordern Haltung und können diese zum Beispiel oft in der Tageszeitung nicht erkennen. Vielleicht führen die derzeitigen Experimente im Datenjournalismus dazu, dass Journalisten wieder mehr Haltung zeigen.

Linktipp: Das Grimme-Institut hat auch live gebloggt.

 

Top