Christian Jakubetz

Es ist nicht alles schlecht im Journalismus! -Gespräch mit Christian Jakubetz

Die Financial Times Deutschland wird eingestellt, die Frankfurter Rundschau ist insolvent. Turbulente Zeiten für den Journalismus. In der 281. Sendung von Was mit Medien haben Daniel Fiene und Herr Pähler mit Christian Jakubetz gesprochen. Der Journalist und Herausgeber des Buches Universalcode erklärt im Interview, dass für den Journalismus Hopfen und Malz noch nicht verloren sind.

Das Gespräch haben wir in unserem Medienamagzin 22. November 2012 bei DRadio Wissen geführt – hier gibt es die Abschrift des Gesprächs.

Daniel Fiene: Hallo Christian! Nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Tage: Magst du deinen Job überhaupt noch?

Christian Jakubetz: Aber ja doch! Wenn ich ihn nicht möge würde, würde ich nicht hier sein. Ich find den Beruf nach wie vor toll. Dass was jetzt passiert ist, so schlimm es für die Kollegen und deren Familien auch ist, war ja nichts, was uns wirklich überrascht hat. Das waren ja alles Dinge, die leider absehbar waren.

Herr Pähler: Dann lass uns jetzt mal nicht auf die Negativbeispiele schauen, sondern auf die positiven Beispiele. Wo in der Medienwelt läuft es deiner Meinung nach denn gut?

Also mein Lieblingsbeispiel ist lustigerweise eine gedruckte Zeitschrift, die sehr teuer ist, und die im digitalen Leben eigentlich gar nicht so präsent ist. All diese digitalen Dinge, wie Soziale Netzwerke, wird von ihr gar nicht so intensiv betrieben, sondern sie liefert einfach gute Geschichten. Und zwar die brand eins! Eine Ausgabe kostet immerhin um die 7 €. Die App ist nicht viel mehr als die gedruckte Ausgabe, die auf dass Tablet gebracht ist. Bei Facebook posten sie nur ab und zu mal ein bisschen und bei Twitter sind sie auch nur sehr wenig präsent. Aber das Ding läuft richtig gut. Ihnen geht es wirtschaftlich gut und sie bezahlen ihre Leute sehr ordentlich. Das wird ja heutzutage auch immer wieder beklagt, dass Journalisten schlecht verdienen. Ich finde die Leute bei brand eins machen jeden Monat ein Heft, dass sich zu lesen lohnt und zeigen damit, es geht gar nicht so sehr darum: Ist es jetzt gedruckt oder ist es digital? Es geht erst einmal darum, gute Geschichten zu machen.

Herr Pähler: Aber was genau machen die denn anders? Außer, dass der Preis höher ist und dass sie weniger Social-Media-Aktiv sind?

Ich glaube, was sie wirklich begriffen haben ist, dass wir uns als Journalisten nicht mehr in diesen Kampf um Nachrichten stürzen dürfen. Sondern sie schreiben wirklich gute, intensiv recherchierte, lange Geschichten, von denen man wirklich sagen kann: Die habe ich in dieser Form woanders noch nie gelesen. Das ist genau das, worauf Journalismus generell hin muss. Man muss nach den Geschichten schauen und gucken: Wo sind die Geschichten, die andere noch nicht gemacht haben?

Daniel Fiene: Man hört auch keine Klagen von Journalisten, die bei der brand eins arbeiten. Das scheint da ja ganz gut zu laufen. Aber auf der anderen Seite ist es ja so, dass nicht alle Journalisten dort arbeiten können. Was können wir uns denn genauer von dort abgucken?

Ich traue mich das eigentlich gar nicht zu sagen, weil es so sehr nach Phrase klingt. Aber es ist tatsächlich erstmal Qualitätsarbeit. Das sollten wir uns alle hinter die Ohren schreiben. Was ich schon feststelle: Natürlich haben wir es mit vielen jungen Journalisten jetzt zu tun, die alle in der Lage sind, irgendwas mit Internet zu machen. Das ist auch alles ganz toll. Aber ich glaube wir als Einzelne oder ganze Redaktionen haben nur eine Überlebenschance, wenn wir in der Lage sind, Geschichten besser zu erzählen, als andere. Das ist ja genau das, was wir mal gerlernt haben oder zumindest gelernt haben sollten und dass, was die Leute letztendlich auch von uns erwarten.

Herr Pähler: Aber kann man Qualität lernen?

Aber klar doch! Glaubt ihr das nicht?

Herr Pähler: Eigentlich schon, aber ich wollte es nochmal von dir wissen.

Um das an einem simplen Beispiel festzumachen: Wenn man heutzutage einigen Journalisten sagt, dass sie etwas recherchieren sollen, dann verwechseln diese es sehr oft mit Google oder bei Wikipedia nachlesen. Das ist legitim, aber ich glaube ein guter Journalist weiß, dass er sehr viel mehr und intensiver recherchieren muss. Er muss in der Lage sein, Quellen auch tatsächlich einzuordnen. Das ist etwas, was ich ab und zu ein wenig vermisse im Copy & Paste-Zeitalter des Internets. Ganz einfach gesagt: Das Besinnen auf die uralten journalistischen Tugenden ist auf jeden Fall der richtige Schritt.

Herr Pähler: Als junger Journalist sollte man das ganze Thema Internet, Social Media und so weiter aber schon beherrschen? Auch als Handwerkzeug?

Ja natürlich! Das ist unabdingbar. Ich denke auch, dass brand eins trotz seiner Internetabwesenheit hat und nicht umgekehrt. Natürlich müssen sich Journalisten, ob jung oder alt, ganz einfach mit diesen Netz-Handwerkszeugen auseinander setzen. Wir müssen begreifen, wie es geht. Nicht nur technisch, sondern auch vom Denken her. Ich glaube vor allem letzteres ist etwas, was vielen noch fehlt. Wie man einen Tweet schreibt, das kann ich auch weniger begabten Personen in ein paar Sekunden genau erklären. Das ist handwerklich nichts schwieriges. Die Frage ist einfach: Wie denke ich Journalismus? Wie vernetze ich ihn über mehrere Plattformen hinweg? Wie schaffe ich es, verschiedene Dinge zu verknüpfen und auf verschiedene Weisen zu erzählen? Ich glaube, genau das ist der entscheidene Punkt, wenn wir von diesem Internet reden.

Daniel Fiene: Wir sollten mal ganz praktisch an die Sache herangehen. Angenommen, ich bin als Journalist frustriert oder mache mir sehr große Sorgen über meine berufliche Zukunft. Was ist denn der erste Schritt, um selbst aktiv zu werden und aus dieser Abwehrhaltung rauszukommen?

Ein ganz einfacher Schritt: An den Rechner setzten, den Hoster meiner Wahl suchen und einen Blog eröffnen, auf dem ich mich austoben kann. Auf so einem Blog kann man ja ganz tolle Sachen machen. Das ist ja schon lange nicht mehr nur das Tagebuch im Internet, wie es früher merkwürdigerweise immer hieß. Man kann Videos posten, sich an Fotografie ausprobieren, man kann multimediale Sachen machen. Im Gegensatz zu früher, wo man wirklich eine Art Lehrmeister brauchte, kann sich heute wirklich jeder hinsetzen und einen Blog eröffnen. Im Internet liegen tausende tolle Tools mit denen man Audios, Slideshows oder Hangouts produzieren kann. Die Ausrede “Ich kann das alles nicht”, zählt heutzutage nicht mehr.

Ab sofort hat Christian Jakubetz eine eigene kleine Ecke bei Was mit Medien. Die Universal Corner! Dort wird ab sofort in schöner Regelmäßigkeit der Journalismus im Netz untersucht. Mit all seinen nützlichen Handwerkzeugen oder Trends.

Gerd Altmann / pixelio.de

Open Data schafft Transparenz schafft Vertrauen

Während Berlin, Bremen und seit kurzem auch Hamburg im Bereich Open Data ordentlich auf das verwaltungsinterne Gaspedal treten, ist die einfache und kostenfreie Bereitstellung von Statistiken und Datensätzen in vielen Städten und Kommunen noch nicht weit verbreitet. Dabei sind offene Daten nicht nur für Journalisten wichtig. Auch Bürger, Unternehmer und Politiker können profitieren, wie „Was mit Medien”-Autor Tobias Gillen zeigt.

In Zeiten, in denen das Internet nicht mehr „Das Ding” ist, sondern zu einer Selbstverständlichkeit in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft geworden ist, dürfte es eigentlich kein Problem für eine Verwaltung darstellen, ihre Daten frei zugänglich zu machen. Ob in die stadteigene Website integriert oder mittels einem externen Portal, Open Data ist heute überall möglich. Doch viel zu häufig beherrscht die Angst vor Transparenz und dem neuen Unbekannten den großen Nutzen.

Und so kommt es, dass Journalisten, Bürger und Unternehmer mehr schlecht als recht an Datensätze herankommen. Schafft man es, während der spärlich bemessenen Öffnungszeiten einen Mitarbeiter an den Hörer zu bekommen, landen meist entweder etliche Formulare oder erbärmlich ausgedruckte und wieder eingescannte Dokumente als PDF im Postfach, die jegliche Weiterverarbeitung durch den Datenjournalist so gut wie unmöglich machen.

Dabei können viele Bürger einer Stadt oder einer Kommune freie Daten gebrauchen. So etwa der Firmenbesitzer (oder -gründer), der sich vor der Auswahl seines Standortes über die Boden- oder die Luftqualität informieren kann. Oder der interessierte Bürger, der sich gerne mehr an der Lokalpolitik beteiligen möchte, könnte sich schon vor einer Stadtratssitzung mit Zahlen und Fakten informieren und sich eine fundierte Meinung bilden. Aber auch der Politik würde die durch “Open Data” einhergehende Transparenz gut tun: Transparenz schafft Vertrauen und Vertrauen bringt schließlich Wähler.

Warum also weiter gegen den Fortschritt stellen? Der NRW-Landtagsabgeordneter Klaus Voussem (CDU) hat es im Interview mit dem “Kölner Stadt-Anzeiger” richtig erkannt: “Das ist die Zukunft!”. Zwar hat auch er Bedenken bezüglich Urheberrechte oder Kosten. Wichtig ist aber doch zu wissen, dass ein großer Teil der Daten mit Steuergeldern finanziert wird, wodurch er auch für die zahlenden Bürger zur Verfügung stehen sollte. Alle anderen werden vielleicht extern erhoben, aber der Urheber wird sicherlich auch ein Interesse daran haben, dass seine Daten genutzt werden (mit Quelle natürlich). Intensivere Argumentation wäre schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Allem voran sollte aber erst einmal das Bestreben nach Einfachheit stehen. So muss es möglich gemacht werden, ohne Bürokratie an die Datensätze heranzukommen. Wie oben schon erwähnt, sollte dies über die stadteigene Homepage, die hoffentlich inzwischen jede Stadt besitzt, keine Schwierigkeit sein. Damit würde auch die Unart wegfallen, dass für die Recherche nach den Dateien Unsummen an Geld verlangt werden (- was auch laut §10 des Informationsfreiheitsgesetzes gar nicht zulässig ist).

Sind diese Kriterien erfüllt, ist die Stadt oder Kommune schon wieder einen großen Teil transparenter. Sobald der Bürger findet, wonach er sucht und sich sicher sein kann, dass die gefundenen Daten vollständig sind und nicht nur die Schokoladenseite der Politik wiederspiegeln, wird er sein Vertrauen ausbauen – oder neu fassen. Der Unternehmer wird das Gebiet gleich viel sympathischer finden, wenn er sich einfach und offen über die Gegebenheiten informieren kann und der Datenjournalist kann seine Visualisierungs-Tabellen zeitsparender befüllen, wenn die Datensätze maschinenlesbar sind.

Für Fragen steht der Autor selbstverständlich in den Kommentaren, via Twitter, Facebook, Google+ oder das Kontaktformular zur Verfügung.

Bilder: Gerd Altmann / pixelio.de

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10 Tipps für Nachwuchsjournalisten — seid neugierig, probiert euch aus und nervt!

Ein Schuljahr neigt sich dem Ende zu, in einigen Bundesländern haben die lang ersehnten Sommerferien schon begonnen und wieder finden viele Schulkarrieren ihr Ende. Und während die einen Jugendlichen schon ihren Ausbildungs- oder Studienplatz haben, suchen die anderen weiterhin nach ihrem Traumberuf. Für die, die diesen im Journalismus sehen, hat “Was mit Medien”-Autor Tobias Gillen die wichtigsten Tipps für Nachwuchsjournalisten aufgeschrieben.

Grundsätzlich ist jeder Mensch laut Artikel 5 des Grundgesetzes dazu berechtigt, Journalist zu werden. Es ist also keine Pflicht, ein Journalismus- oder Journalistik-Studium zu absolvieren, eine Journalistenschule zu besuchen, via Volontariat seine Ausbildung zu machen oder den Einstieg als freier Mitarbeiter zu suchen. Und obwohl sich damit letztlich jeder “Journalist” nennen darf, gehört ein wenig mehr dazu.

Gerade Jugendliche sehen sich zu Beginn ihrer Karriere mit vielen Fragen konfroniert: Was ist das richtige Medium für mich? Bin ich für diesen Beruf überhaupt geeignet? Wo fange ich an? Wo will ich einmal hin? Was muss ich mitbringen? Wer nimmt mich denn überhaupt? Was, wenn … – STOP! Erstmal ganz tief durchatmen und die Karriere nicht schon am Anfang kaputt denken. Hier sind 10 Tipps für den Journalisten-Nachwuchs.

Tipp 1: Probieren geht über studieren!

Es gibt Journalisten, die wussten von Anfang an, dass sie einmal für die Zeitung arbeiten werden und es gibt Journalisten, die immer schon davon geträumt haben, Radio zu machen oder eine Nachrichtensendung im Fernsehen zu moderieren. Auf der anderen Seite stehen die Unentschlossenen. Sie wissen zwar, dass sie “was mit Medien” machen wollen. Eine genaue Vorstellung davon haben sie aber noch nicht. Hier gilt: Probieren geht über studieren. Bewerbt euch bei eurer Lokalzeitung oder beim Radiosender in eurer Nähe um ein Praktikum oder versucht, beim nächsten Fernsehstudio “den Großen” mal ein paar Tage über die Schulter zu schauen. Und wenn euch nach dem ersten Mal mit Mikro in der Fussgängerzone auffällt, dass ihr die perfekte Radiostimme habt und das Schneiden von Beiträgen genau euer Ding ist, dann habt ihr eure Berufung schon gefunden. Vielleicht merkt ihr aber auch, dass genau das überhaupt nichts für euch ist und ihr entscheidet euch für Print-, Online- oder den Fernsehjournalismus. Bleibt auf jeden Fall offen für alles und legt euch nicht zu früh fest. Ihr solltet zumindest alles mal probiert haben.

Tipp 2: Selbst ist der Nachwuchsjournalist!

Nach der Schule kommt ihr nicht direkt bei einem Medium unter oder findet keinen Studienplatz? Ruhe bewahren! Denn es war nie so einfach, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Bastelt euch einen Blog oder startet einen Podcast, produziert YouTube-Videos oder macht am besten direkt alles auf einmal! Auch wenn dieser Weg am Anfang steinig ist und nichts einbringt: Ihr schafft euch euren eigenen Vertriebskanal. Ihr macht euren Namen so in gewisser Weise zu einer Marke, die die Menschen schnell mit guter journalistischer Arbeit in Verbindung bringen werden. Und auch dem Chefredakteur der Zeitung kann man den Link zum Blog bei der Bewerbung mal zukommen lassen oder dem Chefredakteur des Radiosenders ganz frech den eigenen Podcast vorspielen. Im übrigen sind solche zusätzlichen Vertriebskanäle nicht nur sinnvoll, wenn ihr noch keine Stelle gefunden habt. Es wird immer wieder vorkommen, dass euer Arbeitgeber eure Story nicht haben will. Publiziert sie auf euren Kanälen und habt Freude daran, wenn sie gut ankommt.

Tipp 3:  Lasst euch nie unterkriegen!

Falls ihr nicht bereits journalistische Halbgötter seid oder binnen zwei Wochen fünf Mega-Exklusivstorys liefert, wird es zu Beginn ein steiniger Weg. Junge Journalisten klagen häufig über zu wenig Akzeptanz und zu wenig Respekt. Schnell steigern sie sich in Dinge hinein, etwa wenn der eigene Text total zerplückt am nächsten Tag im Blatt ist oder, – noch schlimmer – wenn er gar nicht kommt. Ändern könnt ihr es meist so oder so nicht mehr. Also: Mund abputzen und weitermachen. Häufig war es einfach nur Platzmangel, manchmal einfach nur ein Politiker, der seine Aussage dann kurz vor Redaktionsschluss doch wieder zurückgezogen hat. Davon darf man sich nicht verrückt machen lassen, nachfragen ist hier aber dringend empfohlen. Dabei braucht ihr keine Angst zu haben, die Redakteure oder den Chef zu stören. Nachfragen signalisiert Lernbereitschaft und zeigt, dass ihr präsent seid. Und wenn es dann doch mal harte Kritik hagelt: Es ist noch kein Meister von Himmel gefallen, Fehler hat noch jeder von uns gemacht.

Tipp 4: Arbeitet nicht für Geld, arbeitet für eure Leidenschaft!

Wer Geld verdienen will, der muss Arzt, Architekt oder Unternehmensberater werden. Gerade zu Beginn der Laufbahn oder gar in der Ausbildung ist im Journalismus nicht viel zu holen. Das liegt nicht nur an der wirtschaftlichen Schieflage der Printbranche, sondern ist auch im Rundfunk und vor allem im Onlinejournalismus bekannt. Wer also arbeitet, um sich mit 55 und vollen Taschen in der Karibik zu bräunen, während die anderen bis 67 auf ihre Rente warten, der ist im Journalismus falsch. Vielmehr treibt den (Nachwuchs-)Journalisten doch die Leidenschaft an, über Aktuelles zu berichten, politische Verfehlungen aufzudecken und Missstände ans Licht zu bringen. Wer mit Herzblut dabei ist, der braucht auch kein Managergehalt. Jedoch sollten sich gerade freie Journalisten möglichst früh nach Vorsorgemöglichkeiten und -versicherungen umschauen. Es kann immer mal ein schwacher Monat dabei sein.

Tipp 5: Frech sein!

Gerade 20 und dem Lokalpolitiker schon auf den Zahl fühlen. Geht das überhaupt? Aber unbedingt! Wer frech ist und keine Angst vor dem Fragenstellen hat, kommt schneller an gute Storys, als die graue Maus. Vor eurem Interviewpartner seid ihr kein 20-jähriger Neuling, sondern ganz einfach ein Journalist. Ihr habt das Recht, Fragen zu stellen. Also macht davon Gebrauch! Die Angst, vom Bürgermeister unterschätzt zu werden, sollte euch noch viel mehr anspornen. Gebt euch nicht mit Floskeln zufrieden, hakt nach und nervt, bis ihr eine Antwort habt, mit der ihr was anfangen könnt. Das gilt im übrigen auch für Redaktionen (und das gerade, wenn ihr auf freier Basis arbeitet). Ihr seit zwar neu in der Branche, das darf euch aber nicht daran hindern, dem Chef neue Storys anzubieten und zu verkaufen. Mehr als “nein” sagen, kann er schließlich nicht.

Tipp 6: Haltet stets die Augen auf!

Gute Storys liegen meist auf der Straße. Das gilt gerade für den Lokaljournalismus, in dem die meisten Nachwuchsjournalisten ihren Anfang finden. Meist sind es Kleinigkeiten, die ihr schnell und einfach an die Lokalredaktion verkaufen könnt. Scheut euch nicht, auch wegen einer kaputten Ampel in der Redaktion anzurufen. Vielleicht betrifft es ja das ganze Stadtviertel? Vielleicht gab es schon Unfälle? Woran liegt der Ausfall? Seit wann ist das so? Fragt ruhig nach, ob ihr dazu recherchieren könnt oder noch besser: Macht es einfach. Und wenn die eine Zeitung es nicht will, ruft bei der nächsten an oder klingelt beim Radiosender. Eine gute Lokalpresse lebt genau von solchen Augenblicken. Der Termin in der Schützenhalle um die Ecke ist zwar erwähnenswert, hat aber weniger Sensationsgehalt. Die Dinge, die ihr selber erlebt und die euch interessieren, sind auch für die Mitbürger wichtig. Also haltet die Augen auf, bleibt  oder werdet neugierig und hinterfragt alles, was euch nicht sofort klar ist. Am Anfang ist das noch mühsam, irgendwann wird es zum Automatismus.

Tipp 7: Mach mal Pause!

Auch wenn einen jungen Journalisten häufig die Motivation und die pure Lust überkommt: Es ist wichtig, auch mal abzuschalten. Nicht nur Schreibblockaden, sondern in extremen Fällen auch Burnouts können die Folgen sein, wenn man sich selbst zu viel Streß auflastet. Auch, wenn man gerade neu als freier Mitarbeiter angefangen hat, darf man Jobs ablehnen und auch mal “nein” sagen, wenn es einfach nicht passt.

Tipp 8: Stay tuned!

Ein Muss für einen jeden Journalisten ist es, sich immer auf dem Laufenden zu halten. Die Medien- ist mindestens so klein, wie die Versicherungsbranche. Wer wissen will, was abgeht, um auch im weiteren Berufsleben schon Namen und Redaktion zu kennen, der ist sowohl bei Twitter und Facebook richtig, als auch bei Mediennewslettern. Empfehlenswert sind dabei turi2 oder DWDL.de.

Tipp 9: Bleibt euch treu!

Auch für den am besten honorierten Auftrag oder die angesehenste Redaktion dürft ihr euch nicht verstellen. Gebt nichts vor, was ihr nicht seid oder halten könnt. Authentizität ist hier das Stichwort. Ihr werdet auf Dauer keinen Erfolg und schon gar keinen Spaß haben, wenn ihr nicht ihr selbst bleibt. Lieber eine Auftragsflaute oder einen Volontariatsplatz nicht annehmen, wenn ihr euch dafür verstellen müsstet. Klingt sehr konsequent? Ist es auch – und es ist genau so notwendig.

Tipp 10: Have fun!

Ich persönlich könnte mir gar keinen anderen Job vorstellen. Journalismus ist nicht nur Buchstaben auf ein Blatt Papier drucken. Es ist eine Leidenschaft, es macht Spaß, es ist aufregend, es ist interessant, es ist ein nie enden wollender Lernprozess. Auch wenn aller Anfang schwer ist, auch wenn es kein 9-to-5-Job ist und auch wenn ihr so manche freie Stunde am Wochenende oder am Feiertag opfern müsst: Wenn ihr Journalist werden wollt, dann zieht es durch und genießt euren Beruf. Ach, was sage ich: Eure Berufung.

Für Fragen stehe ich selbstverständlich in den Kommentaren, via Twitter, Google+, Facebook oder das Kontaktformular zur Verfügung.

Bild: Erik Hellsing, jugendfotos.de, (by-nc)

#rp12 – Tag 3 – Wirres zur Realität, Twitter, @RegSprecher und #tassebier


Ich nenne sie Steckdosentreppen, andere nennen sie Affenfelsen. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Zuallererst möchte ich an dieser Stelle einmal die gute Arbeitsatmosphäre auf der re:publica loben: Auf den Affenfelsen oder Steckdosentreppen, wie ich sie nenne (siehe Bild oben), habe ich schon viel Arbeit geschafft – und am letzten Tag funktionierte auch endlich das WLAN, yeah!


Felix Schwenzel alias @diplix über Realität im Netz. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Am letzten Tag der re:publica 2012 fand ich insbesondere einen Vortrag von Felix Schwenzel sehr hörens- und sehenswert. Er ist kein guter Redner, dazu steht er auch – trotzdem habe ich selten jemanden so charmant vortragen hören. Thema: Was ist eigentlich real? Ist das Internet virtuell? Oder stellen wir uns Virtualität sehr vor? In einem Mix aus Popkultur, Zitaten von anderen, soziologischen Parallelen und einer Spur Verrücktheit kam er schließlich zu dem Ergebnis:

Und: „Das Internet besteht aus Menschen.“ Sehr schön wie ich fand, eigentlich auch wieder eine Plattitüde, aber trotzdem ein spannender Denkanstoß. Ein Lieblingsmoment: Virtualität fängt schon bei der Bratwurst an, schließlich hinterfragt niemand mehr, was drin ist – und alle vertrauen darauf.

Höhepunkt war anschließend aber natürlich die beiden hohen Besucher auf der Konferenz: Katie Jacobs Stanton, zuständig für die Markenschaffung bei Twitter, und Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung.

Katie Stanton sprach dabei vor allem über die wachsenden Zahlen von Twitter, und die waren wirklich beeindruckend. So werden pro Sekunde momentan über 12.000 Tweets auf der ganzen Welt verschickt, und der Großteil der Twitter-Accounts kommt nicht aus den USA, sondern aus anderen Ländern. Wichtige Motoren für die Twitter-Nutzung: Sportveranstaltungen, TV-Shows, aber auch Politik. Dabei äußerte sie den Wunsch, dass die Besucher der re:publica doch bitte Angela Merkel dazu bewegen mögen, auch endlich auf Twitter zu kommen.


Regierungssprecher Steffen Seibert auf Stage 1. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Denn Angela Merkel twittert noch nicht, dafür aber ihr Regierungssprecher. Steffen Seibert, auf Twitter bekannt als @RegSprecher, berichtete am Abend über seine Nutzung des Kurznachrichtendienstes im Amt. Dabei gab er zu, dass er insbesondere den Feedback-Kanal am Anfang unterschätzt hat. Mittlerweile freut er sich jedoch über das immer weiter steigende Interesse, 58.000 Follower hat er bereits, und versucht auch so gut es geht auf alle Anfragen einzugehen. Gleichzeitig gab er zu, dass das im Prinzip gar nicht alleine zu schaffen ist, weshalb er teils auch von seinem Team unterstützt wird.

Auch wenn sein Besuch recht unkritisch aufgenommen wurde: ein spannender Einblick in die Arbeit von Steffen Seibert – und in diesem Jahr stand spätestens seit Sascha Lobos Keynote am ersten Tag ja ohnehin „#Flausch“ ganz oben.

Mit #tassebier, Abendsonne, Bratwurst, Blümchen und vielen tollen Gesprächen endete dann die re:publica 2012 am Freitag Abend. Mir hat es großen Spaß gemacht, trotz einiger inhaltlicher Hänger auf der Konferenz. Die Stimmung, die Location und die Leute haben das jedoch schnell wieder wett gemacht. Ich freue mich jedenfalls auf’s nächste Jahr – dann zur #rp13.

Stay tuned!

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#rp12 – Tag 2 – Digitale Dörfer, Ungarn, Internetausdrucker und Datenjournalismus


Diskussion zum „Digitalen Dorfplatz“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Mein zweiter Tag auf der diesjährigen re:publica begann für mich nach einem Kaffee auf Stage 3 mit der Diskussion Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich?. Starke Meinungen äußerten dabei u.a. Martina Pickhart, Christoph Kappes und – wer sonst – Sascha Lobo, und zwar zur Situation der digitalen Öffentlichkeit. Das Für und Wider dieser Begriffe wurde diskutiert, und auch die Rolle, die Staat, Gesellschaft und private Unternehmen in Zukunft einnahmen könnten oder sollten, um die digitale Öffentlichkeit zu einer besseren zu machen.

Fazit: Spannende Debatte ohne wirkliches Endergebnis, aber in jedem Fall ein schön tiefer Einstieg ins Thema, anders als viele Einsteiger-Panels am Vortag.


Dorottya Karsay über Online-Aktivismus in Ungarn. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die politischen Entwicklungen in Ungarn hin zu eingeschränkter Pressefreiheit Was mit Medien berichtete) aber auch zu wesentlich restriktiverer Politik etwa in Bezug auf sexuelle Minderheiten haben nicht nur im Rest der EU für Aufruhr gesorgt, sondern auch in Ungarn selbst – gerade unter jungen Menschen – zu neuen Formen des Protests geführt, wie zum Beispiel politische Songs als Videos auf YouTube:

Die Aktivistin Dorottya Karsay berichtete über diese Aktionen in einem wirklich spannenden Vortrag – sehr beeindruckend und einmal mehr wach rüttelnd, was in Ungarn eigentlich gerade alles passiert.

Erschreckende Erkenntnis dieser re:publica übrigens: Es gibt immer noch Leute, die das Internet ausdrucken:


Twitterwall in der Printausgabe. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht. Die Twitterwall zum Hashtag #rp12 in der Printausgabe ist nämlich ziemlich schick, und wird mit echtem Tapetenkleister ständig aktualisiert – meine Tweets habe ich jedoch bisher nicht finden können.

Der Kollege Daniel Fiene stellte zusammen mit Richard Gutjahr später am Tage dann auf dem Panel ARD – und sie bewegt sich doch dann die Rundshow vor – zum anscheinend großen Gefallen des Publikums.

Kurz vorher sah das aber noch ganz anders aus:

Eigentlich wollten die anwesenden Vertreter_innen der ARD nur darüber sprechen, dass sie jetzt mit Tagesschau, Tatort und Mediathek auch digital agieren. Gelöschte Videos wegen Depublikationsrichtlinien, eine Angabe wie „Quelle: Internet“, oder das Engagement von Monika Piel für ein Leistungsschutzrecht kamen jedoch einfach nicht ganz so gut an bei den re:publica-Besuchern. Nun ja, war etwas anderes zu erwarten?

Die letzte Veranstaltung war für mich an diesem Abend dann eine Einführung in den Datenjournalismus mit den Macher_innen des Data Journalism Handbook – bestehend aus Journalist_innen u.a. vom Guardian, der New York Times oder auch ZEIT Online. Große Neuigkeiten ergaben sich nicht – trotzdem fand ich es einmal wieder schön zu hören, dass selbst Datenjournalisten wissen, dass Daten auch nicht alles sind.

Worauf ich mich morgen freue: noch mehr Mate, die tollen Leute von gestern und heute wieder zu treffen, den Besuch von Twitter auf der re:publica und auf den @regsprecher.

Stay tuned!

eröffnung

#rp12 – Tag 1


Eröffnung der re:publica 2012. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Fast pünktlich um kurz nach 10 Uhr wurde heute auf dem Gelände der Station Berlin die bereits sechste Auflage der re:publica eröffnet. Mit dem Wechsel in den ehemaligen Postbahnhof hat sich die Netzkonferenz noch einmal deutlich vergrößert – auf insgesamt acht verschiedene Stages auf zwei Etagen.

Eines hat sich jedoch durch den Location-Wechsel nicht geändert: Das offene WLAN funktionierte auch in diesem Jahr so gut wie nie. Im klaren Vorteil waren diejenigen, die mit einer Smartphone- oder Surfstick-Internet-Flat am Start waren – denn das Mobilfunknetz hielt über weite Strecken!

Die erste Session, die ich besucht habe, war „Barrierefreiheit DYI“ mit Raul Krauthausen. Der Berliner sitzt im Rollstuhl – und stößt dadurch im Alltag immer wieder auf Probleme und Barrieren, etwa nicht-rollstuhlgerechte Orte. Daraus entstand in der Vergangenheit bereits das Projekt Wheelmap.org.


Raul Krauthausen während der Session „Barrierefreiheit DYI“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Nun stellte Raul ein neues Projekt vor, und zwar Brokenlifts.org: Welcher Aufzug fällt an welcher ÖPNV-Station wie häufig aus? Idee und Projekt sollen in Zukunft auch auf andere Städte übertragen werden. Ziel: Fahrstuhlbetreiber und Gesellschaft stärker für die entstehenden Probleme durch defekte Aufzüge zu sensibilisieren.

Im Anschluss gab es noch eine weitere Diskussion zum Thema Barrierefreiheit, diesmal mit dem Fokus auf Gehörlose. Teilnehmer_innen waren @EinAugenschmaus, @ennomane und Not quite like Beethoven. Kernaussage: Weder offline noch online wird Barrierefreiheit bisher konsequent gelebt. Problemfelder sind dabei nicht nur politische Maßnahmen, sondern auch fehlendes Bewusstsein in der Bevölkerung. Gleichzeitig freuten sich die Diskutant_innen jedoch auch über die neuen Möglichkeiten der Vernetzung in den letzten Jahren, etwa durch soziale Medien. Diese hätten das Kontakte knüpfen verändert, man fühle sich nicht mehr alleine, und man könne (trotz Behinderung) seinen Interessen folgen.


Diskussion über das „entfesselte Wissen“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Gegen Mittag ging’s dann unter dem Motto „Das entfesselte Wissen“ um künftige Reformen beim Urheberrecht, und zwar in Bezug auf Bildung und Forschung. Probleme im Alltag: Darf ich als Dozent Vorlesungsfolien an meine Studierenden weitergeben, wenn darin urheberrechtlich geschützte Grafiken enthalten sind? Oder warum darf ich für meine Schüler keine Inhalte aus Schulbüchern einscannen? Erkenntnis: Wie in allen anderen Feldern des Urheberrechts auch führen digitale (und damit verlustfreie) Reproduktionstechniken zu Problemen in der Umsetzung. Insbesondere für den Bereich der Bildung und Forschung wünschen sich Anwender daher „befreite“ Inhalte, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen. Zusätzlich sollen für Wissenschaft und Bildung andere Regelungen gelten, weil eben zum Beispiel ein wissenschaftlicher Text nicht mit einer MP3-Datei gleichzusetzen ist.

Leider keine großen neuen Impulse in dieser Debatte.


Sascha Lobo stufte Katzen von AAA auf AA+ herab, und Igel und Eulen von BB auf AA+ herauf. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Zum Ausklang des ersten re:publica-Tags gab’s dann die traditionelle Keynote von Sascha Lobo. Fokus: der Zustand des Web im Jahr 2012. Dieses Jahr soll – wenn es nach ihm geht – nach das Jahr der Blogs werden. Schließlich sei das Internet, das die meisten nutzen, nur von den großen Anbietern geborgt – selbst gehostete Blogs brächten dagegen den eigenen Content auch zurück in die eigene Verantwortung. Ansonsten ging es um die Piraten, Netzneutralität, Lächerlichkeit, Pinterest, Instagram, Facebook, Google+ – und um Eulen, Igel und Katzen.

Worauf ich mich morgen freue: mehr Mate, mehr tolle Leute und die Session mit dem Kollegen Daniel Fiene sowie die Diskussion zu Streaming-Diensten wie Spotify & Co.

Stay tuned!

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re-publica für Journalisten — eine kleine Starthilfe

Von Daniel Fiene

Es gibt bestimmt Redaktionen in Deutschland, die heute Mittag bei der Konferenz merken, dass da in Berlin diese Veranstaltung mit diesen ganzen Bloggern stattfindet. Und dass man da doch etwas machen müsste. Vor ein paar Tagen habe ich einen Anruf von einer Radioredaktion aus Norddeutschland bekommen, ob ich nicht etwas über dieses Blogger-Treffen machen könne. In dem Gespräch sind sämtliche Vorurteile genannt worden, die es nur so gibt. Auch wenn es die Konferenz nun schon zum sechsten Mal gibt, wird es wohl auch in diesem Jahr wieder peinliche Berichte geben. Liebe Journalisten, das wird so nix. Ich finde es ja gut, dass die Faszination der re:publica euch erreicht hat. Hier ein paar Tipps, damit eure Berichterstattung gut wird.

1.) Es ist keine Bloggerkonferenz!

Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis: Nur ein Bruchteil der Teilnehmer betreibt ein eigenes Blog! Als 2007 die erste re:publica in der Berliner Kalkscheune stattgefunden hat, mag der Begriff Bloggerkonferenz noch zugetroffen zu haben. Es ist aber nicht so, dass neben leeren Pizzaschachteln pickelige Jungs auf leeren Clubmate-Kisten sitzen, um sich gegenseitig die neusten Plugins für ihre WordPress-Installationen zeigen. (Wobei: Clubmate wird schon getrunken.)

2.) Es gibt keine Netzgemeinde!

Hütet euch vor Verallgemeinerungen. Wer von der Netzgemeinde spricht, müsste auch von der Fernsehgemeinde oder Fußballgemeinde sprechen, wenn es um einen Bericht über die Medientage München oder das Fortuna Düsseldorf-Spiel gegen den MSV Duisburg geht. Die Meinungen und Ansichten sind so vielfältig wie ihre Besucher. 2011 kamen zur re:publica rund 3.000 Teilnehmer die aus 169 Workshops oder Vorträge gewählt haben. Und worauf die Veranstalter gerne hinweisen: Rund ein Drittel davon waren Frauen.

3.) Das Netz ist mehr als die Urheberechtsdebatte!

Es ist ja gerade sehr hip in der Internet-Berichterstattung irgendwas mit Urherberrecht zu machen. Die Piraten, Chaos Computer Club oder XYZ forderten die Abschaffung des Urheberrecht. Weder fordern die das wirklich — ihr müsst wissen, die meisten Artikel in diesem Bereich werden mit gepflegten Halbwissen verfasst— noch wird auf der re:publica andauernd über das Urheberrecht gesprochen. Genauso so viel oder so wenig über das Pflegen von Blogs. Bei der re:publica geht im Grunde um die Auswirkungen des Medienwandels und der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Es gibt Vorträge und Workshops aus Bereichen wie Politik, Wissenschaft, Gesundheit, Bildung, Medien, Unterhaltung usw. Es wird genauso über das digitale Klassenzimmer der Zukunft geredet wie das Optimale Profilbild in sozialen Netzwerken und was das über die Persönlichkeit des Profilinhabers sagt.

4.) Es geht um Zukunft im weitesten Sinne!

Ich bin auch ein Fan von den Keynotes. In den vergangenen Jahren lernten wir von Professor Peter Kruse, dass die Trennung zwischen digital natives und digital immigrant eigentlich keine Frage des Alters ist. Drogeriemarktbesitzer Götz Werner  (dm) philisophierte über das bedingungslose Grundeinkommen, Miriam Meckel über Algorithmen und Mathematiker Gunter Duek hat uns erklärt, wie das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem aussehen könnte. In diesem Jahr wird die Soziologin Amber Case aus den USA kommen, um uns zu beweisen, dass wir alle Cyborgs werden und eigentlich schon sind. Denkt mal an das Smartphone in eurer Hand. Es geht um die Verwachsung zwischen Netz und Realität.

5.) Fünf Links zum Selbst eintauchen!

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Der Lynchmob von Emden — warum Netz und Medien nicht die Ursache sind

Der tragische Tod des Mädchens aus Emden ist schon schlimm genug. Jedoch sorgen Ermittlungspannen der Polizei und ein tobender Mob Emdener Bürger vor der Wache für weitere Negativ-Schlagzeilen. Letzterer angestachelt durch Lynchjustiz bei Facebook. Doch was sind die Ursachen dafür? Fördern Facebook & Co. den Drang erregter Bürger nach Selbstjustiz? Oder liegt das an der Medienbericherstattung? Daniel Fiene ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.  Dieser Beitrag lief am 07. April 2012 im WDR 5 Medienmagazin Töne, Texte, Bilder.

Der Mädchenmord von Emden ist dauerpräsent in den Nachrichten- und Magazinsendungen im öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Viele Fragen sind noch nicht geklärt. Wie ist es zu den Ermittlungspannen der Polizei gekommen? Welche Ursachen gab es für den Mob vor der Polizeiwache? Welche Rolle spielen hier soziale Netzwerke? Der Düsseldorfer Strafrechtsanwalt Udo Vetter sieht in diesem Fall ein Novum:  Wut im Netz hat sich zum ersten Mal in das wirkliche Leben übertragen.

Udo Vetter: „Es gab auch bei früheren Kriminalfällen Facebook-Gruppen, in denen über Kinderschänder gelästert worden ist, in denen ihnen übel nachgeredet worden ist und in denen es Lynchjustiz-Aufrufe gab. Wir haben es hier mit einer neuen Dynamik zu tun, die aus dem sozialen Netzwerk heraus wieder in das wirkliche Leben überspringt. Das wird als besonders bedrohlich empfunden.“

Aufrufe zum Lynchen sind eine Straftat. Wer zum Mord aufruft, muss damit rechnen dieselbe Strafe zu erhalten, wie ein potentieller Täter.

Udo Vetter: „Wenn es tatsächlich zu einem Mord kommen sollte, dann würde zum Beispiel derjenige, der aufgerufen hat, auch möglicherweise eine lebenslange Freiheitsstrafe erhalten. Wenn das Opfer dieses Lynchaufrufs, also hier der vermeintliche Täter, zum Beispiel schwer verletzt wird, dann kann das eine gefährliche Körperverletzung sein. Das kann bis zu 10 Jahren Gefängnis bringen.“

Bleibt der Aufruf ohne Folgen, ist eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich. Dabei ist es unerheblich, ob der Lynchaufruf in der Öffentlichkeit oder im privaten Kreis am Tresen oder gar am Familie-Küchentisch erfolgt. Kommen hier soziale Netzwerke in’s Spiel wird es kompliziert.

Udo Vetter: „Die Rechtssprechung sagt, wir haben Meinungsfreiheit in Deutschland. Jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen. Jeder muss auch mal Dampf ablassen. Man muss das dann, und viele Gerichte machen das mittlerweile auch, sagen: An wen war das gerichtet? Wenn es nur die Leute sind, bei denen ich ansonsten auch straflos schimpfen kann, dann ist das noch im erträglichen Rahmen, womöglich. Wenn ich das aber öffentlich mache und in Kauf nehme, dass das jeder liest und sich vielleicht dann anschließt, dann überschreitet das das zulässige Maß.“

Im Fall Emden ist es bei Beleidigungen nicht geblieben. Die Medien berichten fassungslos über das Hochschaukeln der Emotionen der Emdener Bürger – wie hier ein Ausschnitt aus den Tagesthemen zeigt.

Caren Miosga: „In Zeiten des Internets in dem sehr viele Leute, sehr schnell, vorschnell, öffentlich über jemanden richten können, muss die Polizei offenbar noch sensibler und bedachter vorgehen.“

Rechtsanwalt Udo Vetter geht einen Schritt weiter. Die Polizei muss nicht vorsichtiger mit Informationen umgehen, sie muss mit ihnen richtig umgehen und darf sich nicht dem Druck beugen, schnelle oder gar vorschnelle Ergebnisse liefern zu müssen.

Udo Vetter: „Dass was bei Facebook verbreitet wurde, und dieser Lynchmob, der sich vor der Wache dort versammelt hat, das ist ja sozusagen nur das Ergebnis einer fehlerhaften Pressearbeit. Das fängt an bei der Staatsanwaltschaft und der Polizei, die eigentlich den jahrzehntelangen Grundsatz, dass die Polizei und die Staatsanwaltschaft erst einmal die Klappe halten sollen, bis sie genau wissen, wer der Täter ist, immer mehr durchbrechen. Das liegt in meiner Erfahrung auch ein bisschen daran, dass Staatsanwälte und auch mitunter Polizisten auch ein bisschen an die Karriere denken.“

Solange die Behörden noch keine wasserfesten Informationen haben, sollten sie lieber schweigen. Im zweiten Schritt sieht Vetter die Medien in der Verantwortung – inzwischen würden sie für eine gute Geschichte viel zu viele Informationen veröffentlichen.

Udo Vetter: „Es gibt ja nicht umsonst den Pressekodex in dem das alles geregelt ist. Es wird immer wieder sehenden Auges dagegen verstoßen. Dass persönliche Details weitergegeben werden, die durch die Internetgemeinde rekonstruiert und weiterrecherchiert werden.“

Der Medienkonsument steht am Ende dieser Kette. Er sammelt Informationen über das Netz. Stelle Bezüge her und drückt öffentlich seine Haltung zu einem Thema aus. Das in Echtzeit.

Udo Vetter: „Dann gibt es immer wieder Leute, die wir jetzt auch kennengelernt haben, die zu Lynchmord und Mobs vor Polizeiwachen aufrufen.“

Es haben also weder das Internet noch soziale Netzwerke Schuld daran, dass es Aufrufe zum Lynchen und gar den Mob vor der Polizeistation gab. Rechtsanwalt Udo Vetter sieht hier den Staat in der besonderen Verantwortung.

Udo Vetter: „Eine Kausalkette wird immer in Gang gesetzt an sich von der Polizei und Staatsanwaltschaft, weil  ohne Informationen, die die Ermittlungsbehörden womöglich voreilig herausposaunen, könnten weder die Medien, noch dieser unerfreuliche Mob im Internet überhaupt Fehler machen.“

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Angst; Rechte: Flickr/Joe Crowland, CC BY 2.0

Habt keine Angst!

Angst; Rechte: Flickr/Joe Crowland, CC BY 2.0Journalisten haben Angst vor der Digitalisierung: Mit atemberaubendem Tempo verändert das Internet ihre Jobs, zwingt die Verlage zu Sparmaßnahmen und stellt alles auf den Kopf. Was-mit-Medien-Macher Dennis Horn hat beobachtet: Viele Journalisten packen diese Angst in ihre Berichte über die Digitalisierung – und schon überträgt sie sich auf die komplette Gesellschaft.

Vor ein paar Wochen habe ich dem Fernsehen ein Interview gegeben. Thema: die neue Facebook-Chronik. Der verantwortliche Redakteur kam zum vereinbarten Termin, und während seine Kollegen Kamera und Mikrofon in Stellung brachten, versuchte er sich im Smalltalk mit mir: “Ich bin ja selbst eher so’n konservativer Typ. Ich bin ja auch nicht in Facebook drin. Da hört man ja immer von den Datenschutzproblemen und so.” Exakt: Dieser Redakteur hat später einen Fernsehbeitrag zum Thema Facebook gemacht.

Es ist nicht gut, was dort passiert. Es gab noch nie eine so gute und spannende Zeit für den Journalismus – denn es gab noch nie so viele Möglichkeiten, Leser, Hörer, Zuschauer und Nutzer zu erreichen und Geschichten zu erzählen. Es gab aber auch noch nie so viel Angst: vor Veränderung, vor dem Zeitungssterben, vor dem Netz, vor Twitter, vor jungen Kollegen, die schon all das beherrschen, was dort im Netz gerade entsteht.


Journalisten packen die Angst in ihre Artikel – und verängstigen damit die Gesellschaft

Was viele Journalisten packt, ist ein Reflex: Sie übertragen ihre Angst vor dem “bösen Internet” auf die komplette Gesellschaft. Zwei Beispiele der vergangenen Jahre: die Berichterstattung über Google Street View, die ich als unfassbar hysterisch empfunden habe, mit all ihren Ängsten, die beim Microsoft-Konkurrenten StreetSide offenbar keine Rolle mehr gespielt haben, oder die oft falschen Berichte über die Facebook-Chronik, die doch eigentlich nicht viel mehr ist als ein kosmetisches Update.

Vom Gefühlsleben der Journalisten haben Leser, Hörer, Zuschauer und Nutzer keine Ahnung – sie gehen davon aus, dass objektiv berichtet wird. Doch das ist nicht der Fall, wenn zwischen den Zeilen auch die Angst der Journalisten eine Rolle spielt. In Was mit Medien 270 haben wir uns mit der Kölner Supervisorin Kirsten Annette Vogel vom TOP.IfM Institut für Supervision darüber unterhalten, die viele Journalisten und Chefredakteure betreut. Sie bestätigt diesen Effekt: “Wenn Menschen Medien rezipieren, dann nehmen sie Sprache, Aufbau und Stimmung in sich auf und verknüpfen sie mit den eigenen Prägungen und Erfahrungen.”


Komplexität, Digitalisierung, Sparprogramme – drei Gründe für die Angst

Einer der wichtigsten Gründe für die Angst von Journalisten ist laut Vogel das Gehirn: “Für Menschen, die noch in der analogen Welt aufgewachsen sind, ist das Internet eine Herausforderung. Unser Gehirn kann Informationen nur verarbeiten, wenn wir schon Vorerfahrungen haben. Die virtuelle Welt ist aber so komplex, dass viele Menschen nicht erkennen, worum es geht. Sie wissen zwar: Das Netz ist ein riesengroßes Datennetzwerk. Aber was bedeutet das?” Die Komplexität macht den Nicht-Digital-Natives also Probleme: “In den ersten Jahren des World Wide Web hatten Menschen zum Teil Angst, den Computer anzumachen, weil sie dachten, die fremde Welt kommt von außen herein.” Manchmal hilft eben ein Blick zurück, um Ängste von heute zu töten.

Ein zweiter Grund: die Digitalisierung an sich. Sie stellt traditionelle Strukturen auf den Kopf – je älter das Medium, desto deutlicher wird das. Kirsten Annette Vogel sagt, dass viele Journalisten deshalb neue Aufgaben bekommen – und Probleme haben, sich darauf einzustellen: “Wenn ich etwas tun muss, das nicht meine eigene Domäne ist, lehne ich das ab. Das ist eine völlig normale Reaktion. Journalisten, die es bisher gewohnt waren, nur ihre Artikel zu schreiben oder O-Töne zu schneiden, müssen nun zusätzlich das Internet mit ihren Inhalten bestücken. Das kann auch frustrieren.”

Was das angeht, spielt natürlich auch der dritte Grund eine große Rolle: die Sparmaßnahmen in vielen Redaktionen. Laut Vogel haben viele Verlage oder Sender schlicht keine Ressourcen, Online-Mitarbeiter einzustellen: “Ich habe letztens einen Chefredakteur kennengelernt, dessen Redaktion deshalb ein Tool bekommen hat, das die Hörfunknachrichten, die seine Redakteure schreiben, direkt ins Netz stellt – um Ressourcen zu sparen.” Hörfunknachrichten werden aber fürs Hören geschrieben – im Netz entsteht damit ein suboptimales Produkt. “Da fragt sich der Journalist: Wollte ich so überhaupt arbeiten? – und wird frustriert.”


Darf es im Journalismus überhaupt Gefühle geben?

Was kann ich tun? Der erste Schritt lautet für Kirsten Annette Vogel: “Es überhaupt erkennen und nicht ablehnen. Die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren, ist ein großer Schritt. Tatsächlich sind die Fälle von Burn-out bei Journalisten in den vergangenen drei bis fünf Jahren eklatant gestiegen.” Journalisten, denen das passiert, kommen laut Vogel in einen Teufelskreis: Sie fühlen sich nicht wohl, also fahren die Synapsen in ihrem Gehirn nicht mehr mit Vollgas. Das führt dazu, dass sie nur mit angezogener Handbremse arbeiten. Dafür gibt es einen Rüffel von Kollegen und vom Chef – und der wiederum führt dazu, dass die Journalisten sich noch schlechter fühlen.

Und Schritt zwei: “Wenn ich gemerkt habe, dass ich als Journalist verängstigt bin, sollte ich mir jemanden suchen, mit dem ich darüber spreche. Allein festzustellen, dass ich ernstgenommen werde, als Mensch mit Empfindungen, Gefühlen und normalen Problemen, kann schon viel helfen. Journalisten arbeiten ja in einem Beruf, in dem es um Objektivität geht. Viele haben tatsächlich Angst davor, über ihre Befindlichkeiten zu sprechen – die werden im Redaktionsalltag selten benannt.”

Lasst uns mehr über die Angst an sich sprechen – und weniger über das böse Internet.

Das komplette Interview mit Kirsten Annette Vogel über die Angst von Journalisten hört ihr in Was mit Medien 270.

 

VeraLi

Medienjournalismus zwischen Propaganda und Kompetenzmangel

Wie steht es um die Qualität und Seriosität des Medienjournalismus in Deutschland? Wie objektiv können Medien über Medien berichten? Und: Kann das Internet möglicherweise als Korrektiv einspringen? – rund um diese Frage ist im Online-Talk mit Vera Linß (Twitter: @verali, siehe Foto) bei DRadioWissen im August 2011 diskutiert worden. Den Online-Talk könnt ihr nicht nur nachhören, sondern jetzt auch nachlesen: Die Funkkorrespondenz hat die komplette Stunde transkribiert und online zur Verfügung gestellt.

Es diskutierten: Julia Stein (Redaktionsleiterin des NDR-Medienmagazins ZAPP), Volker Lilienthal (Professor für “Praxis des Qualitätsjournalismus” an der Universität Hamburg), Steffen Grimberg (Medienredakteur bei der taz) und Thomas Knüwer (u.A. indiskretionehrensache.de).

Vera Linß zu dieser Online-Talk-Ausgabe: “Das Thema ist ja immer latent aktuell, aber im Sommer gab es noch ein paar konkrete Anstöße, die uns dazu bewogen haben: Die Schlagzeile von Blogger Thomas Knüwer “Medienjournalismus mutiert zu Propaganda” , aber auch die Debatten um die Tagesschau-App und um die Gründung einer BILD-Sonderredaktion zur Verschwendung von GEZ-Gebühren.Da die Diskussion einige aufschlussreiche Einblicke in die Lage der Berufsgruppe gegeben hat (wie die Funkkorrespondenz schreibt), hat das Fachblatt den Online Talk abschreiben lassen und jetzt als Sonderausgabe herausgebracht”.

Das Heft könnt ihr kostenpflichtig beim Verlag bestellen oder aber zur Zeit noch komplett kostenfrei online lesen.

 

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