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Arianna Huffington im Gespräch mit Was mit Medien: “Seid optimistisch!”

Da ist sie, die Huffington Post Deutschland! Der Blick auf die Seiten am ersten Abend des viel diskutierten Projekts (auch bei uns) vermittelt ein Gefühl: Als wäre die Huffington Post Deutschland schon immer da gewesen, schließlich ist sie ein exaktes Abbild vom US-Original. Da aber im Vorfeld von der Medienbranche so emotional diskutiert wurde, sind viele jetzt über die eigenen Erwartungen gestolpert. “Deutsche Huffington Post enttäuscht”, titelt Turi2. Eine Spot- und Skepsis-Sammlung gibt es bei BasicThinking. Was uns nicht überrascht, aber enttäuscht: Die deutsche Diskussion und die ersten Reaktionen um die Huffington Post verlief erwartbar. Muss sich Medien-Deutschland an die eigene Nase fassen, wenn Arianna Huffington im Gespräch mit “Was mit Medien” zu mehr Optimismus aufruft?

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Daniel Fiene: Ich habe mich während der Pressekonferenz gewundert, dass Sie extra die “Good”-Rubrik auf der Deutschen Huffington Post erwähnt haben, in der es nur gute Nachrichten geben soll. Außerdem haben Sie mehrmals Anti-Stress-Tipps gegeben. Haben Sie da besonders an die Journalisten im Publikum gedacht?

Arianna Huffington (lacht): Diese Themen sind meine große Leidenschaft. Ich glaube, dass wir Medien eine Verantwortung haben, uns auf gute Geschichten zu konzentrieren. Damit meine ich, dass wir uns auf Lösungen konzentrieren und auf Dinge, die funktionieren. Es darf nicht immer nur um das gehen, was nicht funktioniert. Die Rubrik “Good” konzentriert sich auf positive Themen. Da kann es um ein Startup gehen, welches neue Jobs schafft, aber auch um jemanden, der ein Portmonee findet und es zurück gibt. Wir wollen jeden Aspekt der guten Seite der Menschheit sammeln. Es ist gut, sich mehrmals am Tag damit zu beschäftigen und optimistisch in Bezug auf die Menschheit zu sein.

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Ich erinnere mich an eine Diskussion zwischen Ihnen und Mathias Döpfner vom Axel-Springer-Verlag. Sie sagten ihm, dass er seine Medienvision sehr überzeugend darlege, aber trotzdem unglaublich falsch liege. Was vergessen deutsche Medien in ihren Strategien für die Zukunft?

Sie unterschätzen die Macht von Plattformen. Ich beobachte das fassungslos. Jedes Jahr gibt es mehr Beweise, die die Macht von Plattformen beweisen. Seit dem ich mit Döpfner die Unterhaltung gehabt habe, ist die Zahl der Belege dramatisch gestiegen. Nehmen wir das Beispiel von Instagram. Das ist eine Plattform. Die Leute werden für das Hochladen ihrer Fotos nicht bezahlt. Instagram ist für eine Milliarde US-Dollar verkauft worden. Das ist ein Unternehmen, das Profit macht, basierend auf Arbeit, die sie nicht bezahlen. Aber die Leute nutzen die Plattform, weil sie diese nutzen möchten. Sie sehen für sich einen persönlichen Wert. Das sehen wir auch bei Facebook und Wikipedia. Tumblr erlaubt es den Leuten ihr eigenes Blog anzulegen. Tumblr-Nutzer wollen die eigene Meinung äußern und Geschichten erzählen.

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Unter unseren Zuhörern haben wir viele junge Journalisten, die auch in Zukunft für ihren Job bezahlt werden müssen. Wird das auch in Zukunft für sie funktionieren?

Erst einmal können sie sich um einen Job bewerben. Wir werden weiterhin Journalisten einstellen. Wenn sie schon ein Blog haben, können Sie ihre Texte auch bei der Huffington Post ohne Extra-Arbeit zusätzlich veröffentlichen.

Vielen Dank – Das Gespräch hatte Premiere in unserer Radiosendung auf DRadioWissen (10.10.2013).

In Deutschland wird die Huffington Post zusammen mit der Tomorrow Focus AG betrieben. In den ersten beiden Jahren werden drei Millionen Euro investiert. Zunächst arbeiten 15 Redakteure für die Webseite. Mittelfristig soll die Zahl auf 30 bis 40 Redakteure ausgebaut werden. Im dritten Jahr soll das Projekt den Breakeven geschafft haben und zu den Top 5 Nachrichtenwebseiten in Deutschland gehören.

Noch mal zurück zur erwartbar deutschen Debatte um die Huffington Post Deutschland: Ich empfehle euch den Blick auf meine Facebook-Wand, auf der wir eine sehr inspirierende Diskussion geführt haben. Was mich optimistisch stimmt: Verlass war wieder auf Stefan Niggemeier, der in seinem Blog die Dinge aussprach, über die wir diskutieren sollten. Und den besten Beitrag des Tages lieferte ohne Zweifel der Postillon. Verzeihung der Huffinton Postillon.

 

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Wir haben frisch gestrichen

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Kommt rein und schaut euch um: Wir haben wasmitmedien.de frisch gestrichen!

Etwas mehr als zwei Jahre hat unser altes Magazinlayout der Seite gedient und jetzt darf es nicht nur etwas farbiger sein, wir wollen uns auch besser auf die unterschiedlichen Surfgeräte einstellen. Das neue Layout ist responsive. Es taugt auf dem Desktop-Bildschirm, Tablet oder Smartphone. Ihr könnt flexible Design ausprobieren, indem ihr die Fensterbreite eures Browsers verändert.

Außerdem haben wir unsere Radiosendung bei DRadio Wissen besser verknüpft. Die aktuelle Sendung könnt ihr weiterhin auf der Startseite nachhören. Dazu gibt es Links zu unseren letzten Podcast-Episoden und den Magazinbereich: Dort gibt es weiterhin alle Artikel und Gespräche zum Nachlesen.

Fest eingeführt haben wir auch das Blog. Kleinere Geschichten oder Beobachtungen aus der Medienwelt und aus unserem kleinen Team werden wir dort veröffentlichen. Die neusten Blogartikel verlinken wir auch auf der Startseite in der rechten Navigationsleiste.

Ich hoffe, euch gefällt unsere leicht überarbeitete Webseite. Wir lesen und hören uns.

Daniel

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