Folge #335

Foto (1)Am 01. Januar 2014 feiern wir 20 Jahre Deutschlandradio und 30 Jahre Privatfunk in Deutschland. Aus diesem Grund bekommen Daniel und Herr Pähler Besuch von Andreas Knedlik (Foto: Mitte). Er bringt viele historische Hörfunkschnipsel aus seinem privaten Hörfunkarchiv mit, welches ihr unter www.digiandi.de findet. Seid bei der akustischen Deutschlandreise in dieser “Was mit Medien”-Ausgabe dabei.

Ihr hört eine Sendung von DRadioWissen. Die Erstausstrahlung gab es am 02.01.2014 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen. Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt?

Folge 327

Daniel Fiene und Herr Pähler [3:25] reden mit Stefan Zilch von Spotify Deutschland. [13:50] Paul Steiger spricht über 5 Jahre ProPublica. [25:16] Prof. Stephan Weichert von Vocer.org über Stiftungsjournalismus in Deutschland. [30:22] Klaus Liedtke stellt Investigate vor. [43:32] Es ist Quiz-Zeit. [49:45] Daniel stellt Herrn Pähler seine 90 Wünsche für das Radio vor.

Ihr hört eine Sendung von DRadioWissen. Die Erstausstrahlung gab es am 31.10.2013 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen. Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt?

Shutterstock.com / Sergey Nivens

90 Jahre Radio — 90 Wünsche an das Radio

Na? Hat dich dein Radiosender auch nach deinem liebsten Radioerlebnis gefragt? Gab es noch einmal ganz originell die Highlights aus neun Jahrzehnten zu hören? Durftet ihr euch noch mal eure Lieblingsmusik wünschen oder sagen, wie ihr euch das Radio in 90 Jahren vorstellt? Kein Wunder: Heute vor 90 Jahren hat in Deutschland der reguläre Radiobetrieb begonnen.

Ich will nicht zurück noch 90 Jahre in die Zukunft blicken. Ich habe einfach 90 Wünsche an das Radio.

  1. Radio im Wandel
    Lass dich nicht auf den deutschen Branchen-Pessimismus ein.
  2. Vergiss nicht, dass die einzige Konstante der Wandel ist.
  3. Der deutsche Radiomarkt ist schrecklich langweilig – ändere das. Wo bleibt ein Radiolabor?
  4. Frage dich jedes Jahr, mit welchen technischen Geräten die Hörer ihren Tag verbringen und wie du dort mit deinem Programm präsent sein kannst.
  5. Frage dich jedes Jahr, auf welchen Wegen die Hörer mit dir kommunizieren möchten. Hörst du zu? Antwortest du? Oder stehen die Hörer vor einem verschlossenen Tor? (Ja, da müssen Redaktionsabläufe angepasst werden …)
  6. Kooperiere mit anderen Medien – vom kleinen Nachbarschaftsblogger bis zur großen Zeitungsredaktion. Komplementäre Erzählweisen rund um ein Thema machen es nachhaltiger.
  7. Respektiere, dass es Unterhaltungsradios ohne journalistischen Anspruch gibt (die werden sich in Zukunft immer stärker mit Konkurrenz aus ganz anderen Medien-Bereichen auseinandersetzen und können sich dem Wandel nicht verschließen).
  8. Sei eine Instanz, statt von allem ein bisschen.
  9. Radio und Musik
    Vergiss nicht, dass die meisten Menschen dich immer noch wegen der Musik hören.
  10. Nimm Spotify nicht als Konkurrenz wahr (Plattenläden, CD-Shops oder iTunes müssen das schon machen).
  11. Mische individuelle Hörerplaylisten (iTunes, Storify) mit deinen Inhalten (und Werbeblöcken). Das ist eine phantastische Ergänzung zu deinem regulären Programm.
  12. Erkläre besser, wann welche und vor allem wie häufig Musik kommt.
  13. Radio und Hörer
    Sprich deine Hörer einheitlich an. (Warum im Radio Siezen und auf Facebook duzen? Das ist unglaubwürdig).
  14. Der Hörer will auch weiter morgens hören, dass die Welt noch in Ordnung ist.
  15. Der Hörer will eine Mischung aus Leanback und Individualisierung. Warum ignorieren wir in Deutschland letzteres?
  16. Der Hörer gewöhnt sich gerade neue Einschaltgewohnheiten an.
  17. Verpasse nicht die dritte Primetime: Wenn eine relevante Größe an Hörern abends nicht mehr vor der Glotze sitzt, sondern online geht, haben wir dann das passende Programm für deren Ohren?
  18. Sprich die Hörer so an, wie sie sich auch mit ihren Freunden unterhalten (Oder hast du schon mal am Ende eines Telefonats gesagt: “Ich bin Daniel Fiene, Guten Tag!”)
  19. Biete dem Hörer viele Mitmachmöglichkeiten.
  20. Verstehe, dass der Hörer lieber die Mitmachmöglichkeit haben möchte, als dass er sie tatsächlich nutzt.
  21. Beantworte jede (jede!) Höreranfrage. Egal ob per Telefon, Fax oder Facebook.
  22. Es gibt keine dummen Höreranfragen.
  23. Versprich dem Hörer nichts, was du nicht halten kannst. Erkläre warum Dinge so sind, wie sie sind.
  24. Radio und Programm
    Überdenke jedes Jahr dein Programm, aber bleibe konstant.
  25. Sei dir bewusst, dass du kein Gatekeeper mehr bist. Und das ist ein enormer Vorteil.
  26. Sei die bewusst, dass du künftig ein Medium bist, dass Aufmerksamkeit verteilt.
  27. Sei dir bewusst, dass Hörer sich in unserer Informationsgesellschaft überfordert fühlen.
  28. Sei ein Leuchtturm zwischen den hohen Wellen der Infoflut.
  29. Gib’ dem Hörer halt.
  30. Lass den Hörer nichts verpassen.
  31. Vergiss nicht dein Herz beim Programmmachen.
  32. Lenke die Aufmerksamkeit auf die wichtigen Themen für deine Hörer.
  33. Nutze den Longtail: Sende das Wichtigste im Radio und packe die Details und die Nischen ins Netz.
  34. Weniger ist manchmal mehr.
  35. Zelebriere den Live-Moment.
  36. Bereite Live möglichst gut vor. Überlege Trockenübungen.
  37. Habe Konzepte für mögliche (spontane) Live-Events in der Schublade.
  38. Sei dir bewusst, dass Radio nicht mehr das schnellste Medium ist – aber weiterhin ein Ort, an dem eine Masse zum ersten Mal von Themen erfährt.
  39. Bringe Hörer und Experten zusammen. Veranstalte relevante Events und berichte drüber.
  40. Radio und strategische Ausrichtung
    Während du in den letzten 90 Jahren horizontal gedacht hast, denke in den nächsten 90 Jahren vertikal.
  41. Deine Konkurrenz liegt in Zukunft nicht mehr links und rechts in deinem Frequenzspektrum.
  42. Don’t panic!
  43. Beachte welche Medien-Apps links und rechts auf den Displays der Hörer (Smartphone-, Tablet-, TV-Screen) neben deinem Sender-Icon platziert sind — das ist die neue Konkurrenz.
  44. Richte deinen Sender nicht mehr auf einen Frequenzbereich aus, sondern auf ein Thema / Lebensgefühl.
  45. Richte deine Sender nicht mehr auf eine Alterszielgruppe aus (oder willst du in zehn Jahren deine Hörer abgeben?).
  46. Radio und die Webseite
    Akzeptiere, dass das Internet nicht mehr weg geht. (Kleiner Service für die Besucher der Medientage).
  47. Erkläre auf deiner Webseite wer du bist und für was du stehst.
  48. Denke deine Webseite neu: Lass sie einem linearen Programm entsprechen und denke in Streams.
  49. Kopiere weder Spiegel Online noch Tagesschau.de. Die bilden Print und TV ab – aber kein Radio.
  50. Sortiere die Artikel nicht in klassischen Zeitungsrubriken ein. Das ist unoriginell und übersichtlich.
  51. Bringe Ordnung auf deine Webseiten. Findet der Hörer mit weniger als drei Klicks das, was er gerade im Programm hört?
  52. Denke Geographie und Handlung deiner Hörer mit: Wenn ein Hörer einen Ort besucht, du schon drüber berichtet hast, warum ihn dann nicht den Audiobeitrag anbieten? (Foursquare macht es möglich, Links zu Webseiten mit Radiobeiträgen bei Orten zu hinterlegen).
  53. Vermeide den Geburtsfehler von Print-Webseiten: Trenne nicht Online- und Radio-Redaktionen.
  54. Lerne von erfolgreichen internationalen Medien: Setzt Reporter und Programmierer an einen Tisch.
  55. Versuche an jeder Radioschicht ein Stück Online-Arbeit anzudocken.
  56. Zwinge deine Radio-Kollegen nicht zu Online. Wenn sie gute Erfahrungen machen, nutzen sie das Netz von sich aus.
  57. Sei nicht so arrogant und denke, dass die Hörer sich die Mühe machen, und extra deine Webseite aufrufen. So haben wir vor zehn Jahren gesurft. Statt Lesezeichen abzurufen, reagieren wir heute nur auf Links, die uns per E-Mail, Facebook oder Twitter erreichen.
  58. Online First ist Quatsch. Setze lieber auf einen Drei-Phasen-Lebenszyklus von Radioinhalten im Netz: 1.) Vor dem Sendeplatz: Ankündigung. 2.) Während der Sendung: Beschreibung und vertiefende Informationen (+ Links) 4.) Nach der Ausstrahlung: Zusammenfassung, Vertiefung und Nachhören.
  59. Mache deine Webseite responsive, dann braucht es nicht für jedes Mobil-System eine eigene App.
  60. Eat your own Dogfood: Probiere alle Online-Weg zu deinem Sender regelmässig aus und prüfe ob du nachziehen musst.
  61. Radio und On Demand
    Synchronisiere On Air und Online.
  62. Mach es möglich, alle Inhalte noch mal zum Nachhören anzubieten.
  63. Biete nicht nur individuelle Musik- sondern auch individuelle Themenstreams an. Kann sich ein Hörer sein persönliches Radioprogramm mischen, wird das Leute erreichen, die klassisches Radio nicht mehr mögen.
  64. Radio wird Digital
    Akzeptiere, dass es irgendwann kein UKW mehr geben wird.
  65. Achte auf deine technische Unabhängigkeit.
  66. Stichwort Netzneutralität: Lass keine technischen Gatekeeper entstehen, die ihr Händchen aufhalten, damit unsere Programme ein bisschen schneller zu unseren Hörern durchgestellt werden, als die der Konkurrenz.
  67. Weise die Politik darauf hin, dass die Hörer gerade selbst Fakten schaffen: Sie lernen übers Netz Radio zu hören. Sie verstehen nicht, warum sie sich ein DAB+-Gerät kaufen sollen.
  68. Biete deinen Stream in allen gängigen Formaten an – die Hörer wollen ihre Standardprogramme nutzen und sich nicht extra für einen Sender mit ihren Hörgewohnheiten umstellen.
  69. Radio und Social Media
    Vergiss nicht, dass Radio auch ein soziales Medium ist.
  70. Sei Selbstbewusst: Imitiere nicht die Art der Freunde deines Hörers, sondern behandle deine Hörer so, wie im Radio.
  71. Horche jedes Jahr im Umfeld deiner Hörer nach: Welche Netzwerke nutzen die? Wo musst du dein Engagement verstärken oder reduzieren?
  72. Vergiss nicht, dass dein Auftreten in sozialen Netzwerken auch das Image deiner Marke und deines Senders prägt.
  73. Vergiss keine Links auf deine Webseite.
  74. Wichtiger: Vergiss keine Links auf deinen Webstream.
  75. Denke dran, dass 30 Prozent der Hörer, die mit deiner Marke im Netz Kontakt haben, beim nächsten Radiokontakt häufiger deinen Sender einschalten.
  76. Ermuntere deine Reporter, intensiv in das Netz zu gucken: Das Netz macht transparent, was das Volk denkt.
  77. Habe keine Angst vor einem Shitstorm.
  78. Habe ein Worst-Cast-Szenario in der Schublade.
  79. Radio und PR und Business
    Freu dich, dass dein Geschäftsmodell auch mit dem Internet funktioniert (Der Quotenerhebung ist es egal, ob der Hörer per UKW, Kabel oder Internet zuhört).
  80. Verdiene auch Geld im Netz – aber warum nur auf Display-Ads setzen und nicht auch auf Audiospots?
  81. Nutze es aus, dass du ein spezialisiertes Publikum hast – das hilft bei der Monetarisierung.
  82. Richte nicht nur Partys, sondern auch ernsthafte Events aus: Leute sind bereit für Real-Life-Events zu bezahlen (und es gibt kostenlose Inhalte fürs Programm).
  83. Kleinvieh macht in Summe auch Mist.
  84. Nutze neue Werbeformen im Netz, um für deinen Sender aufmerksam zu machen.
  85. Schaue neue Geschäftsmodelle an und überlege, wie du andocken kannst (Beispiel: Radiosender bei Carsharing voreingestellt?)
  86. Braucht es noch Gummibärchentüten?
  87. Radio und Lebensgefühl
    Das Radio der Zukunft spezialisiert sich auf ein Lebensgefühl sein. Das kann eine Stadt sein (Düsseldorf, Hamburg) oder aber ein Thema (Fußball, Kultur).
  88. Sei ein Ort, an dem die Menschen Interaktion und Kommunikation zu ihren Themen wünschen und erleben.
  89. Halte die Antennen geerdet und …
  90. … bleib leidenschaftlich!

Diskutiert mit mir!

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Folge 326

Daniel Fiene und Herr Pähler reden mit [2:07] Jan Böhmermann. [28:55] Ulrike Langer berichtet vom Kongress der Online-News-Association in den USA. [43:30] Es ist Quiz-Zeit. [46:47] Die Theologin Petra Bahr über die Rolle der Medien rund um den Limburger Bischof Tebartz-von Elst.

Ihr hört eine Sendung von DRadio Wissen. Diese Ausgabe hatte am 24. Oktober 2013 um 18:03 Uhr Premiere. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen. Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt?

Folge 325

Daniel Fiene und Herr Pähler [2:45] reden über die Medientage München. Dazu gibt es Gespräche mit [06:06] der Medienwissenschaftler Caja Thimm, [17:10] mit Condé Nast Geschäftsführer Moritz von Laffert, [36:20] ProSiebenSat1 Digital Geschäftsführer Markan Karajica, [46:31] Hugo Egon Balder und [51:01] Radio Eins Chefredakteur Robert Skuppin [24:20] Es ist Quiz-Zeit.

Diese Sendung hatte Premiere bei DRadio Wissen am 17. Oktober 2013 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen. Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt?

Folge 324

Dennis Horn und Herr Pähler [2:45] reden über den Start der Huffington Post Deutschland. Daniel redete darüber mit [5:55] Gründerin Arianna Huffington und [13:40] Editorial Director Cherno Jobatey. [25:36] Es ist Quiz-Zeit [34:50] Felix Flemming von der Uni Münster über die mediale Inszenierung bei den Sondierungsgesprächen. [42:17] Inge Seibel vom hoerfunker.de hat die Radionachrichten des Monats.

Diese Sendung hatte Premiere bei DRadio Wissen am 10. Oktober 2013 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen. Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt?

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Arianna Huffington im Gespräch mit Was mit Medien: “Seid optimistisch!”

Da ist sie, die Huffington Post Deutschland! Der Blick auf die Seiten am ersten Abend des viel diskutierten Projekts (auch bei uns) vermittelt ein Gefühl: Als wäre die Huffington Post Deutschland schon immer da gewesen, schließlich ist sie ein exaktes Abbild vom US-Original. Da aber im Vorfeld von der Medienbranche so emotional diskutiert wurde, sind viele jetzt über die eigenen Erwartungen gestolpert. “Deutsche Huffington Post enttäuscht”, titelt Turi2. Eine Spot- und Skepsis-Sammlung gibt es bei BasicThinking. Was uns nicht überrascht, aber enttäuscht: Die deutsche Diskussion und die ersten Reaktionen um die Huffington Post verlief erwartbar. Muss sich Medien-Deutschland an die eigene Nase fassen, wenn Arianna Huffington im Gespräch mit “Was mit Medien” zu mehr Optimismus aufruft?

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Daniel Fiene: Ich habe mich während der Pressekonferenz gewundert, dass Sie extra die “Good”-Rubrik auf der Deutschen Huffington Post erwähnt haben, in der es nur gute Nachrichten geben soll. Außerdem haben Sie mehrmals Anti-Stress-Tipps gegeben. Haben Sie da besonders an die Journalisten im Publikum gedacht?

Arianna Huffington (lacht): Diese Themen sind meine große Leidenschaft. Ich glaube, dass wir Medien eine Verantwortung haben, uns auf gute Geschichten zu konzentrieren. Damit meine ich, dass wir uns auf Lösungen konzentrieren und auf Dinge, die funktionieren. Es darf nicht immer nur um das gehen, was nicht funktioniert. Die Rubrik “Good” konzentriert sich auf positive Themen. Da kann es um ein Startup gehen, welches neue Jobs schafft, aber auch um jemanden, der ein Portmonee findet und es zurück gibt. Wir wollen jeden Aspekt der guten Seite der Menschheit sammeln. Es ist gut, sich mehrmals am Tag damit zu beschäftigen und optimistisch in Bezug auf die Menschheit zu sein.

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Ich erinnere mich an eine Diskussion zwischen Ihnen und Mathias Döpfner vom Axel-Springer-Verlag. Sie sagten ihm, dass er seine Medienvision sehr überzeugend darlege, aber trotzdem unglaublich falsch liege. Was vergessen deutsche Medien in ihren Strategien für die Zukunft?

Sie unterschätzen die Macht von Plattformen. Ich beobachte das fassungslos. Jedes Jahr gibt es mehr Beweise, die die Macht von Plattformen beweisen. Seit dem ich mit Döpfner die Unterhaltung gehabt habe, ist die Zahl der Belege dramatisch gestiegen. Nehmen wir das Beispiel von Instagram. Das ist eine Plattform. Die Leute werden für das Hochladen ihrer Fotos nicht bezahlt. Instagram ist für eine Milliarde US-Dollar verkauft worden. Das ist ein Unternehmen, das Profit macht, basierend auf Arbeit, die sie nicht bezahlen. Aber die Leute nutzen die Plattform, weil sie diese nutzen möchten. Sie sehen für sich einen persönlichen Wert. Das sehen wir auch bei Facebook und Wikipedia. Tumblr erlaubt es den Leuten ihr eigenes Blog anzulegen. Tumblr-Nutzer wollen die eigene Meinung äußern und Geschichten erzählen.

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Unter unseren Zuhörern haben wir viele junge Journalisten, die auch in Zukunft für ihren Job bezahlt werden müssen. Wird das auch in Zukunft für sie funktionieren?

Erst einmal können sie sich um einen Job bewerben. Wir werden weiterhin Journalisten einstellen. Wenn sie schon ein Blog haben, können Sie ihre Texte auch bei der Huffington Post ohne Extra-Arbeit zusätzlich veröffentlichen.

Vielen Dank – Das Gespräch hatte Premiere in unserer Radiosendung auf DRadioWissen (10.10.2013).

In Deutschland wird die Huffington Post zusammen mit der Tomorrow Focus AG betrieben. In den ersten beiden Jahren werden drei Millionen Euro investiert. Zunächst arbeiten 15 Redakteure für die Webseite. Mittelfristig soll die Zahl auf 30 bis 40 Redakteure ausgebaut werden. Im dritten Jahr soll das Projekt den Breakeven geschafft haben und zu den Top 5 Nachrichtenwebseiten in Deutschland gehören.

Noch mal zurück zur erwartbar deutschen Debatte um die Huffington Post Deutschland: Ich empfehle euch den Blick auf meine Facebook-Wand, auf der wir eine sehr inspirierende Diskussion geführt haben. Was mich optimistisch stimmt: Verlass war wieder auf Stefan Niggemeier, der in seinem Blog die Dinge aussprach, über die wir diskutieren sollten. Und den besten Beitrag des Tages lieferte ohne Zweifel der Postillon. Verzeihung der Huffinton Postillon.

 

Folge 323

Daniel und Herr Pähler [1:38] reden mit Sebastian Matthes, dem designierten Chefredakteur der Huffington Post Deutschland, die am 10. Oktober starten soll. (Zur Ankündigung mit Hintergrund) [42:26] Es ist News-Zeit. [46:10] Wir sprechen mit Jill Blume über das Projekt wahlweisen.de, einem transmedialem Projekt des Media Camp 2013.

Eine Zusammenfassung des Gesprächs mit Sebastian Matthes folgt in Kürze hier im Blog.

Diese Sendung hatte Premiere bei DRadio Wissen am 26. September 2013 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen.

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Ankündigung: Huffington Post Deutschland Chefredakteur Sebastian Matthes zu Gast

sebastian-matthesUpdate: Die Sendung ist gelaufen – hier könnt ihr sie nachhören.

Von einer persönlichen Kommentarseite zur weltweiten Medienmarke: Während viele Medienhäuser sparen, expandiert die Huffington Post weiter.

Die Branche schaut neidisch auf Arianna Huffington. Wie hat sie es nur geschafft ihre Plattform in den USA zu einer der meist-abgerufenen News- und Kommentarseiten zu machen? Diesen Erfolg hat sich die Publizistin  gut versilbern lassen. Für ihren Erfolg hat sie 2011 rund 315 Millionen US-Dollar durch den Verkauf an AOL kassiert. Einige der Kommentatoren, die sich kostenlos auf der Plattform engagieren, übten heftige Kritik.

Ab dem 10. Oktober startet das Angebot auch in Deutschland. Der künftige Chefredakteur Sebastian Matthes wird uns heute Abend um 18 Uhr besuchen und über die Faszination, aber auch über die Kritik an der Huffington Post sprechen. Eure Fragen sind gerne per Twitter (#fragdieHuffPoDE) oder hier in den Kommentaren gesehen.

Die Premiere von Was mit Medien #323 gibt es live um 18 Uhr bei DRadioWissen. Hier stehen die Empfangsmöglichkeiten.

Folge 322

Daniel und Herr Pähler [2:00] reden mit Daniel Höly über sein Shift-Magazin. [25:00] Es ist Quiz-Zeit. [33:00] Daniel berichtet vom Scoopcamp 2013. [41:08] Es ist News-Zeit. [47:00] In der Universalcorner mit Christian Jakubetz reden wir über die Debatte um unbezahlte Blogger bei der Huffington Post Deutschland.

Diese Sendung hatte Premiere bei DRadio Wissen am 19. September 2013 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen.

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