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#rp12 – Tag 2 – Digitale Dörfer, Ungarn, Internetausdrucker und Datenjournalismus


Diskussion zum „Digitalen Dorfplatz“. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die re:publica in Berlin ist die wichtigste Netzkonferenz in Deutschland, wird von Jahr zu Jahr größer, und zieht dabei auch internationales Publikum an. Was-mit-Medien-Reporter Henning Bulka ist in diesem Jahr mit dabei und berichtet von seinen Erlebnissen hier bei uns im Blog.

Mein zweiter Tag auf der diesjährigen re:publica begann für mich nach einem Kaffee auf Stage 3 mit der Diskussion Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich?. Starke Meinungen äußerten dabei u.a. Martina Pickhart, Christoph Kappes und – wer sonst – Sascha Lobo, und zwar zur Situation der digitalen Öffentlichkeit. Das Für und Wider dieser Begriffe wurde diskutiert, und auch die Rolle, die Staat, Gesellschaft und private Unternehmen in Zukunft einnahmen könnten oder sollten, um die digitale Öffentlichkeit zu einer besseren zu machen.

Fazit: Spannende Debatte ohne wirkliches Endergebnis, aber in jedem Fall ein schön tiefer Einstieg ins Thema, anders als viele Einsteiger-Panels am Vortag.


Dorottya Karsay über Online-Aktivismus in Ungarn. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Die politischen Entwicklungen in Ungarn hin zu eingeschränkter Pressefreiheit Was mit Medien berichtete) aber auch zu wesentlich restriktiverer Politik etwa in Bezug auf sexuelle Minderheiten haben nicht nur im Rest der EU für Aufruhr gesorgt, sondern auch in Ungarn selbst – gerade unter jungen Menschen – zu neuen Formen des Protests geführt, wie zum Beispiel politische Songs als Videos auf YouTube:

Die Aktivistin Dorottya Karsay berichtete über diese Aktionen in einem wirklich spannenden Vortrag – sehr beeindruckend und einmal mehr wach rüttelnd, was in Ungarn eigentlich gerade alles passiert.

Erschreckende Erkenntnis dieser re:publica übrigens: Es gibt immer noch Leute, die das Internet ausdrucken:


Twitterwall in der Printausgabe. Foto © Was mit Medien/Henning Bulka.

Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht. Die Twitterwall zum Hashtag #rp12 in der Printausgabe ist nämlich ziemlich schick, und wird mit echtem Tapetenkleister ständig aktualisiert – meine Tweets habe ich jedoch bisher nicht finden können.

Der Kollege Daniel Fiene stellte zusammen mit Richard Gutjahr später am Tage dann auf dem Panel ARD – und sie bewegt sich doch dann die Rundshow vor – zum anscheinend großen Gefallen des Publikums.

Kurz vorher sah das aber noch ganz anders aus:

Eigentlich wollten die anwesenden Vertreter_innen der ARD nur darüber sprechen, dass sie jetzt mit Tagesschau, Tatort und Mediathek auch digital agieren. Gelöschte Videos wegen Depublikationsrichtlinien, eine Angabe wie „Quelle: Internet“, oder das Engagement von Monika Piel für ein Leistungsschutzrecht kamen jedoch einfach nicht ganz so gut an bei den re:publica-Besuchern. Nun ja, war etwas anderes zu erwarten?

Die letzte Veranstaltung war für mich an diesem Abend dann eine Einführung in den Datenjournalismus mit den Macher_innen des Data Journalism Handbook – bestehend aus Journalist_innen u.a. vom Guardian, der New York Times oder auch ZEIT Online. Große Neuigkeiten ergaben sich nicht – trotzdem fand ich es einmal wieder schön zu hören, dass selbst Datenjournalisten wissen, dass Daten auch nicht alles sind.

Worauf ich mich morgen freue: noch mehr Mate, die tollen Leute von gestern und heute wieder zu treffen, den Besuch von Twitter auf der re:publica und auf den @regsprecher.

Stay tuned!

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