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Wozu brauchen wir den Deutschen Radiopreis? Was Radio-Hamburg-Morgenmann John Ment sagt!

John Ment ist ein Phänomen. Seit 20 Jahren steht er Woche für Woche früh auf und weckt Hamburg. Für seine Leistung ist der Radio Hamburg Moderator mit dem Sonderpreis der Jury beim ersten Deutschen Radiopreis ausgezeichnet worden (Video). Aber streichelt so ein Preis überhaupt noch das Ego von einem Radioprofi, wie es Ment ist? Wir haben mit ihm nach der Preisverleihung gesprochen – und auch ein Fazit zur Veranstaltung gezogen.

Herzlichen Glückwunsch zu dem Preis …

… ja vielen, vielen Dank! Ich fühle mich sehr geehrt und auch extrem ausgezeichnet. Also im doppelten Sinne jetzt.

Ich war erst etwas erschrocken. Das klang ja so ein bisschen nach “Preis für’s Lebenswerk”!

Das wird ja eher Postum verliehen, und ich bin noch nicht am Ende. Auch wenn ich die nächsten 20 Jahre Morningshow mache und irgendwann im Liegen moderiere, aber es wäre mir schon ein bisschen dran gelegen noch weiter zu machen – in der Tat. Aber jetzt schon einen Preis für’s Lebenswerk zu bekommen ist natürlich auch nicht schlecht. Wie willst du das noch toppen? Da muß ich jetzt dran arbeiten und das ist für mich eine neue Herausforderung.

Was ich mich bei der ganzen Veranstaltung gefragt habe: Wenn öffentlich-rechtliche und private Sender zusammenarbeiten, wie kann dann das Radio profitieren? Ist das eine Sache nach Innen, dass man sagt, okay man schätzt auch die anderen, oder geht es mehr um eine gewisse Aussenwirkung?

Wir nehmen natürlich die Konkurrenz, die öffentlich-rechtlichen Medien, sehr ernst.  Wir wissen, die machen ein gutes Programm und die Konkurrenz schläft nicht und wird auch immer härter – das wissen wir.  Wir hören auch die anderen Sender. Wir sind ja in keinem Schloss, in dem wir nur uns hören. Wir wissen, dass da viele gute Leute sind, die gute Arbeit abliefern. Insofern ist das für uns eine Herausforderung zu sagen, wie können wir es unter Umständen noch besser machen als die Kollegen. Es wird täglich abgehört, was läuft beim Öffentlich-Rechtlichen, da wird viel Gutes gefunden und wir ziehen uns da warm an. Der NDR gibt Gas. Auch im Comedy-Bereich zum Beispiel. “Frühstück bei Stefanie” ist genial. Wir versuchen natürlich dagegen zu halten. So merkt man einfach: Alle werden gehört. Und das ist Radio.

Hat Radio so eine Veranstaltung nötig? Radio ist ja vielleicht das präsenteste, aber nicht das schillernste Medium bei den Menschen …

Ich glaube schon, dass es sehr schillernd ist. Radio ist immer das Tor zur großen, weiten Welt. Wenn du Radio einschaltest, hörst du die Nachrichten und weißt erst einmal, steht die Welt vor meiner Haustür noch, und du hörst prominente Gäste, da ist mal ein Phil Collins dabei oder ein Adel Tawil von Ich + Ich. Das sind die Menschen, von denen du dir eine CD kaufst. Die Radiomoderatoren sind Stars. Jeder Radiomoderator ist ein Star. Ich glaube das ist etwas, was viele Radiomoderatoren gar nicht wissen. Weil sie eine unglaubliche Reichweite haben und weil sie der Kontakt zur großen, weiten Welt sind. Das ist der Pfund, mit dem wir unbedingt wuchern müssen. Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass wir zum Teil mehr Hörer haben, als ‘Wetten, dass ..?’ am Samstagabend. Wenn man die Quote auf die verschiedenen Städte und Stadtteile runterrechnet, dann wird man irgendwann sehen ‘hey, mit meiner Morningshow habe ich viel mehr Zuhörer als die Zuschauer haben’  und das in die Köpfe der Leute reinzubringen, dafür ist so ein Preis natürlich ganz toll.

Gab’s einen Lieblingsspruch heute Abend?

Ja, alle die ich heute Abend gebracht habe waren super lustig. Zwei Lieblingssprüche kamen eigentlich von Reinhold Beckmann, der sagte, dass er Radio Hamburg hört und Wladimir Klitschko genauso; das macht natürlich irre stolz. Das kann ich gar nicht an Sprüchen fest machen. Das ist einfach nur diese Gefühl ‘da sind zwei Prominente, zwei sympathische Menschen, die hören dich auch schon über eine gewisse Zeit’ – das ist schon besonders!

Schauspieler Roman Knyzka (re.) verleiht an John Ment (Radio Hamburg) den Sonderpreis des Beirats am 17. September 2010 in Hamburg. Copyright: NDR/MArco Maas.

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