hausamsee

Wir sind dann mal am See …

… aber nicht um Urlaub zu machen, sondern zu tagen: Aus euren Einsendungen haben es acht junge Medienmacher mit uns nach Tutzing geschafft um bei den Tutzinger Radiotagen dabei zu sein. Wir begleiten crossmedial die Tagung von der Bundeszentrale für Politische Bildung. Wie ihr übers Netz dabei sein könnt, erfahrt ihr in unserem Projektblog radiotage.wasmitmedien.de (bis Dienstagnachmittag füllen, verändern und ergänzen wir).

danielfiene2

So geht Radio im Jahr 2020

Heute beginnen die Tutzinger Radiotage, die zum zehnten Mal von der Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführt werden. Seit dem letzten Jahr gehöre ich zum Team für die Programmplanung. Wir haben uns zum Jubiläum die Hausaufgabe gegeben, unsere Vision für das Radio in zehn Jahren zu zeichnen. Wer auf den Tutzinger Radiotagen ist und sich nicht langweilen möchte, wenn ich meine Vision erzähle, sollte jetzt aufhören zu lesen.

Von Daniel Fiene

Zunächst die gute Nachricht. Die Menschen wollen weiterhin hören, die Nachricht am Morgen spielt weiterhin eine wichtige Rolle, die persönliche Ansprache ist auch weiter wichtig und unsere Geschäftsmodelle funktionieren weiterhin: Der gute alte Werbeblock läuft in einem Audiostream genauso, wie in einer UKW-Ausstrahlung.

Die schlechte Nachricht: Wir konkurrieren nicht mehr mit den Nachbarsendern im eigenen UKW-Spektrum, sondern mit allen Medien. Auf dem TV-Screen mit der Bild-App. Auf dem Tablet mit Hulu, YouTube und der Tagesschau-App. Im Radio mit BBC Radio One, dem Radioprogramm der Zeitschrift Monocle und dem Piratensender der entlassenen griechischen Staatsfunk-Journalisten.

Für Radiosender heißt das:

1. Fokussiert euch! Definiert euch nicht nach eurem Frequenzbereich, wenn es in diesem kein Einheitsgefühl der Menschen gibt. Wenn ein Sender zwei Städte in einem Kreis bedienen muss, ist das oft schon ein Problem. Frequenzbereiche werden immer irrelevanter. Konzentriert euch auf ein Lebensgefühl. Lokalität, Fußball, Urbane Städter, Geeks, Familien auf dem Land die zur Arbeit in die Grossstadt fahren. Ihr werdet nicht nur Hörer im Frequenzbereich finden, sondern Hörer weltweit, die das Lebensgefühl teilen. Grenzt euch nicht von der Radiokonkurrenz, sondern von allen Medien ab.

2. Öffnet euch! Sendet euer Programm auf alle Plattformen die von den Hörern genutzt werden. Kleinvieh macht auch Mist (und wird heute auch schon in der Quotenzählung berücksichtigt). Öffnet euch auch den Kommunikationswünschen eurer Hörer, um nicht den Anschluss zu verlieren. Dieser Wandel ist beständig. Vor zehn Jahren war das Telefon die erste Wahl. Vor fünf Jahren die Mails ins Studio, heute die Nachricht über Facebook. Wenn Radiosender hier nicht reagieren, verlieren sie den Anschluss zum Hörer.

Für Radiomacher heißt das:

1. Werdet bessere Filter! Wir sind keine Gatekeeper mehr, wir sind Filter. Wir haben unseren Job gut gemacht, wenn die Leute sagen “Immer wenn ich XYZ höre, habe ich das Gefühl nichts verpasst zu haben, das Wichtige eingeordnet zu bekommen und dabei freundlich angesprochen worden zu sein.” Je unübersichtlicher die Informationsflut ist, desto wichtiger wird unsere Filter-Funktion. Wir geben dem Hörer ein Versprechen ihm zu sagen, was für ihn wichtig ist. Das gute daran ist: Die Verfügbarkeit aller Informationen macht unsere Arbeit immer überprüfbar.

2. Baut Beziehungen zu Menschen an Einschaltgerät und hinter den Themen auf! Beantwortet jede E-Mail, jeden Kommentar, jeden Anruf ernsthaft; organisiert eigene Veranstaltungen, bringt Akteure an einen Tisch. Die Mühe lohnt: Medien müssen ein Ort sein, an dem sich die Menschen ernstgenommen und wohlfühlen. Dann entscheiden sich Menschen mit einer exklusiven Geschichte eher zu uns zu kommen. Dann entscheiden sich die Menschen mit dem Smartphone in der Hand in dem harten Konkurrenzfeld für das eigene Medium.

Generell ist Radio ein Medium, welches Aufmerksamkeit verteilt. Tiefgreifende Analysen und filigrane Kommentare  gibt es weiterhin in der Wochenzeitung. Spektakuläre Bilder liefert das Fernsehen. Für Boulevard können sich die Menschen irgendwo ein digitales Plus-Abo holen. Wenn wir unseren Job gut machen, sprechen wir nicht nur das Lebensgefühl unserer Hörer an, sondern geben ihnen auch den Überblick, überall die wichtigen Themen, die derzeit passieren. Auch 2020 wollen die Menschen das nicht verpassen.

(Foto: Auch vor etwas mehr als 20 Jahren habe ich mir schon Gedanken über das Radio gemacht.)

Folgt den Tutzinger Radiotagen auf Twitter #tura13.

Folge 307

Daniel Fiene und Herr Pähler haben Besuch von [2:00] Johannes Meyer, der vom 25. Medienforum NRW berichtet. [15:33] Thomas Knüwer fand das Medienforum eher langweilig [22:07] Es ist Quiz-Zeit. [31:25] Dennis Horn berichtet vom 9. Frankfurter Tag des Online-Journalismus und spricht mit [35:29] Professor Klaus Meier. [41:18] Es ist News-Zeit. [46:19] Lorenz Matzat von OpenDataCity spricht über das Projekt OpenARDZDF.

Die Sendung hatte Premiere bei DRadioWissen am 06. Juni 2013 um 18:03 Uhr. Vertiefende Infos und Links gibt es auf unserer Sendungsseite bei DRadioWissen.

Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt?

(Das YouTube-Video folgt)

Folge 306

[01:02] Tom Buhrow bringt als WDR-Intendant die Liebe mit. Wir reden mit  [03:29] Alexander Mazzara über joiz und den Start in Deutschland. [16:20] Nach dem Start von Bild+, sprechen wir mit Medienjournalistin Ulrike Langer über Paywall-Modelle in den USA [27:13] Wir berichten vom Webvideopreis mit Stimmen von Ihr hört Statements und Gespräche mit Cherno Jobatey (ZDF-Moderator), Richard Gutjahr (Jury-Mitglied), Benjamin Jaworskyj (Preisträger), August Schramm (Opernsänger und Preisträger), Dailyknödel (Preisträger), Y-Titty (Preisträger), Kevin Capito (Preisträger), Tobias Vocke (Preisträger), Marie Agnes Strack-Zimmermann (Bürgermeisterin Düsseldorf), Christoph Krachten (YouTuber Produzent) und Dimitrios Argirakos (Veranstalter). [57:00] Es ist News-Zeit. [01:01:13] Konni Winkler über seine letzte Woche als Moderator bei 90elf – danach wird der Sender eingestellt. Die Sendung hatte Premiere bei DRadio Wissen am 30. Mai 2013 um 18:03 Uhr (zur Sendungsseite).

Schon den Podcast abonniert? Schon uns auf Facebook gefolgt? Schon unseren YouTube-Channel gecheckt?


Folge 305

Wir reden [02:18] mit Thomas Knüwer über den Nerd vom Dienst und Kai Diekmann. [17:12] Es ist Quiz-Zeit [28:50] Wir hören beim neuen BR-Jugendkanal Puls rein und Hörer und Podcaster Daniel Leicher berichtet seinen Eindruck [50:05] Es ist News-Zeit. [58:40] Teil 2 vom Puls-Check: Herr Pähler über die Webseite. Die Sendung hatte Premiere bei DRadio Wissen am 23. Mai 2013 um 18:03 Uhr (zur Sendungsseite mit mehr Infos -  zum Podcastfeed)


Münchener Merkur

Wir fordern: Jede Redaktion braucht einen Nerd vom Dienst!

Jeder Redaktion braucht einen Nerd vom Dienst (NvD) – das zeigt eindrucksvoll ein Zeitungartikel des Münchener Merkurs. Von der Netzgemeinde gibt es viel Häme für einen Faux-pas, den sich die Zeitung geleistet hat. Dahinter steckt aber ein wirkliches Problem. Wir haben da einen Lösungsvorschlag.
Von Daniel Fiene.

Der Reihe nach. Heute Vormittag (21.05.) macht dieser Zeitungsausschnitt (siehe Foto) die Runde durch die sozialen Netzwerke (wie zum Beispiel hier). Der Münchener Merkur schreibt doch tatsächlich in seinem Artikel über den Tumblr-Kauf durch Yahoo folgenden Satz:

Yahoo betreibt bereits unter anderem Google und Facebook.

Als Grundlage diente eine DPA-Meldung. Die Netzgemeinde fragt sich: Wer hat hier geschlafen? Wer schreibt so einen Unfug?

Aus “Yahoo betreibt neben Google und Facebook eines der größten Anzeigensystem im Internet” ist also “Yahoo betreibt bereits unter anderem Google und Facebook” geworden. Sprachlich macht die Kürzung vielleicht Sinn. Inhaltlich natürlich nicht. Das zeigt: Hier ist beim Umschreiben leider kaum Hirn benutzt worden. Kann ja mal passieren.

Hätte der Münchener Merkur aber einen Nerd vom Dienst, wäre das nicht passiert. Wir wünschen uns für jede Radio-, Fernseh-, Print- und sogar Online-Redaktion einen Nerd vom Dienst. Der kann dann nicht nur Netzthemen noch einmal gegenlesen und durch kleine Veränderungen bei Formulierungen die Netzgemeinde zum Dahinschmelzen bringen (wer “das Blog” schreibt bekommt gutes Karma), sie oder er kann auch die Redaktion bei der Themenauswahl beraten.

Lassen wir mal die Freude über den Kürzungs-Fehler bei Seite: Die meisten Redaktionen tun sich mit ihrer Netz-Berichterstattung schwer: Womit beschäftigen sich gerade die Menschen im Netz? Was ist gerade wichtig? Was wird von den Medien völlig übertrieben in den Fokus der Berichterstattung gerückt?

Ein NvD kann helfen. Er kann Redakteure und Reporter bei der Themenauswahl beraten und Einschätzungen aus dem Netz weitergeben. Er kann helfen, ein Gefühl für das Netz zu vermitteln.

Vielleicht ist der Nerd vom Dienst auch ein Geschäftsmodell? In Zeiten knapper Redaktionsetats ist so eine NvD-Schicht wahrscheinlich ein kühner Traum. Nicht jede Redaktion hat eine Kollegin oder einen Kollegen, der sich nebenbei den Ruf eines NvD erarbeitet hat. Vielleicht wäre dies aber ein Geschäftsmodell für einen freien Journalisten, der seine Nerd-Berater-Dienste einzelnen Redaktionen anbieten kann. Wenn dann das nächste Mal eine Unsicherheit in einer Redaktion besteht, braucht man nur zum Telefon greifen. Oder zum Instant Messenger. Es geht ja ums Internet.

Was meint ihr? Sollte jede Redaktion einen beratenden Nerd vom Dienst haben? Würde dies die Netz-Berichterstattung in Deutschland besser machen?

vipflash / Shutterstock.com

Nach der AP-Spitzelaffäre: Obamas Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel

Keine gute Woche für Barack Obama: Diverse Krisen bestimmen die Agenda des US-Präsidenten. Darunter eine Krise, die durch seinen Justizminister ausgelöst wurde. Die Nachrichtenagentur AP ist darüber informiert worden, dass Telefonleitungen einiger AP-Journalisten überwacht wurden. Die US-Regierung soll so Informationen über Quellen der Journalisten bekommen haben. War das nur die Spitze des Eisbergs? In unserer Sendung vom 16.05.2013 haben wir darüber mit dem US-Korrespondenten Michael Remke gesprochen.

“Die Aufregung ist sehr groß. Alle Journalisten in diesem Land sind überrascht, dass so etwas überhaupt unter der Obama-Regierung passieren konnte”, so Remke. Immerhin habe Obama zu seiner zweiten Amtszeit eine neue und transparente Politik versprochen.

In diesem Fall ist AP selbst darauf aufmerksam geworden, dass einige Telefonleitungen knackten und etwas nicht damit zu stimmen schien. Darüber hinaus ist die AP von den Behörden informiert worden.  Es gibt in den USA ein Gesetz aus dem Jahr 1972, welches der Regierung erlaubt, im Falle einer Bedrohung für die Nationale Sicherheit, gegen die Presse vorgehen zu können. Der Rahmen ist aber eng gesteckt und die Presse muss informiert werden. Eine Kontrollinstanz gibt es für dieses Vorgehen nicht.

“Wenn man zwei Monate zwanzig Telefonleitungen anzapft, die von Hundert Journalisten benutzt werden, dann weiß man eine ganze Reihe mehr, als eigentlich erlaubt ist”, schätz der US-Korrespondent ein.

Was steckt hinter dieser Bespitzelungsaktion? Obama führt einen Kampf gegen alle Whistleblower, die Interna aus seiner Regierung ohne seine Genehmigung an Journalisten weitergeben. Obwohl sich Obama selbst gerne dieser Methode bedient, wenn diese ihm nützt. Remke: “Wenn er selbst eine gute Geschichte für sich herausgeben möchte, zum Beispiel bei der Tötung von Osama bin Laden, dann lässt er das an die Presse lancieren. Er will die Presse mehr kontrollieren, so hat man den Eindruck. Er benutzt sie auch.”

Sicher ist auch: Bei dieser Affäre ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. US-Justizminister Eric Holder hat in einem NPR-Interview angegeben nicht zu wissen, wie oft er Durchsuchungen von Journalisten in den vier Jahren seiner Amtszeit gebilligt habe. Das klingt nach einer Spitze des Eisbergs. “Das empfinde ich als riesen Skandal, das er das nicht weiß”, sagt Michael Remke. “Er sagt ja auch, dass er einige Anträge abgelehnt habe. Ich hätte aber gerne gewusst, wie viele er genehmigt hat. Obama behauptet auch, er habe nichts gewusst. Auch das mag man zumindest anzweifeln. Die ganze Glaubwürdigkeit von Obama und seiner Regierung steht hier gerade auf dem Spiel.”

Presseschau zu diesem Thema:

  • “War es nicht Obama, der immer wieder betont hat: “The bucket stops with me.” Daran sollte er sich wieder erinnern. Was immer in dieser US-Regierung passiert – Obama ist dafür verantwortlich.” — Michael Remke in seinem Blog.
  • “Jay Carney, the White House spokesman, insisted that Obama remained a strong believer in the first amendment that protects journalists’ rights, and supported reporters in their unfettered freedom to mount investigations.” — The Guardian
  • AP-Präsident Gary Pruitt (…) „Es kann keine mögliche Rechtfertigung für eine solche überbordende Sammlung von Telefondaten der AP und ihrer Reporter geben.“ — Handelsblatt
  • Das Schreiben von Pruitt an den US-Justizminister ist auch als PDF veröffentlicht worden.
  • US-Justizminister Erick Holder: Die durchgesickerten Informationen hätten eine Gefahr für die US-Bevölkerung bedeutet. — Tagesspiegel
  • Darrell Issa (Republikanerin) glaubt „dass Mitarbeiter der Regierung unter Präsident Barack Obama glauben, über dem Gesetz zu stehen und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein“. — FAZ.net
  • DJV-Sprecher Hendrik Zörner: “Eine Aktion, wie sie in den USA stattgefunden hat, wäre ganz genau so nach der deutschen Gesetzeslage auch bei uns möglich gewesen, sofern ein Richter dieser Aktion im Vorfeld zugestimmt hätte. Aber die Praxis zeigt, dass es in der Regel für Ermittlungsbehörden und Nachrichtendienste einfach ist, einen Richter von solchen Maßnahmen zu überzeugen.” — ZDF Heute

Foto von Barack Obama (oben): vipflash / Shutterstock.com

epublicover

Das tagesaktuelle eBook — ein Experiment auf der re:publica von ePubli und der Deutschen Journalistenschule

15 Studenten der Deutschen Journalisten Schule, 99 Artikel, 3 eBooks, 10.000 Downloads in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung. Hinter diesen Zahlen steckt ein spannendes Experiment, welches wir auf der re:publica beobachtet haben. Studenten der Deutschen Journalistenschule haben zusammen mit dem Self-Publishing-Dienstleister ePubli ein Experiment durchgeführt: Sie haben an jedem Tag eine Zusammenfassung vieler Veranstaltungen in ein tagesaktuelles eBook veröffentlicht. Dies ist direkt am nächsten Morgen erschienen. Wie hat das Experiment geklappt? Christina Metallinos von der Deutschen Journalistenschule hat uns ihre Sicht geschildert.

Das Motto klingt ehrgeizig. Sie wollten das schnellste eBook der Welt veröffentlichen. Ob dieser Rekordanspruch tatsächlich erfüllt wurde, konnten wir nicht überprüfen; auf jeden Fall stand jeweils am nächsten Morgen pünktlich das nächste Buch zum Download zur Verfügung. Bis 12 Uhr gab es jeweils das frische eBook gratis. Seit dem können die für 2,99 Euro in den gängigen eBook-Shops gekauft werden.

“Es müssen nicht immer Storifys sein”, erklärt Christina Mettalinos, warum diese Darstellungsform für eine aktuelle Konferenz-Berichterstattung ausgewählt worden ist. “Allerdings haben wir uns im Laufe der Konferenz eher in ein eMag verwandelt”, so die junge Journalistin. “Die Leser waren nach dem ersten Tag erstaunt, dass wir tatsächlich nur Texte in unserem Reader hatten.” Das Team überlegte, wie sie auf die Kritik reagieren konnten. “Wir hatten keinen Fotoredakteur mit vor Ort. Wir haben dann einfach unsere Smartphones genommen und beim Besuch der Veranstaltung Fotos geschossen. So wurden wir schon ab dem zweiten Tag magaziniger.”

Das Experiment zeigt spannende Möglichkeiten

Sonst produzieren Mettalinos und ihre Kollegen im Schulbetrieb nur für sich selbst. Während der re:publica ging es an die große Öffentlichkeit und es hieß: Arbeiten unter echten Bedingungen. Endlich gab es eine Leserschaft. Trotzdem war es für die Journalistenschüler kein Problem, dass die Inhalte nach wenigen Stunden hinter der Bezahlschranke verschwanden:  ”Wir haben natürlich versucht nicht nur Content für ein Gratis-eBook zu produzieren. Die Inhalte sollen den Lesern auch etwas wert sein. Das ist unser unternehmerische Gedanke dahinter.”

Die Gedanken hinter diesem Experiment finden wir spannend: Das aktuelle eBook als Begleitung von einer Veranstaltung oder einem Ereignis ist sehr attraktiv, wie dieses Experiment zeigt. Hier können freie Journalisten, Medienhäuser oder Unternehmen im Corporate-Publishing-Bereich neue Tätigkeitsfelder entdecken. Sowohl für Besucher oder interessierter Beobachter einer Veranstaltung ist so eine Publikation sehr wertvoll. Schon auf dem Weg nach Hause, ergänzt das eBook die eigenen Notizen. Wer es nicht zur Veranstaltung geschafft hat, bekommt dennoch die wichtigsten Inhalte wenigstens zum Nachlesen.

Ein weiterer Pluspunkt: Das eBook ist eine der wenigen journalistisch nutzbaren digitalen Darstellungsformen ist, für die es eine Zahlungsbereitschaft gibt. Das eBook könnte so zu einem Medium werden, in dem die Grundidee der Tageszeitung im Netz weiterlebt.

Eindrücke rund um das Experiment findet ihr auf Twitter unter dem Hashtag #rp13rdr.

Wir verlosen die eBooks

Wollt ihr mitreden? Möchtet ihr euch selbst ein Bild von den eBooks machen? Was haltet ihr von dem Experiment? Sagt es uns gerne in den Kommentaren. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, haben wir für euch die Gelegenheit die eBook-Sets zu gewinnen. Die eBooks sind freundlicherweise von ePubli zu Verfügung gestellt worden.

Fill out my online form.

Das Gespräch mit Christina haben wir in unserer Radiosendung vom 16.05. bei DRadioWissen geführt (gibt es auch als Podcast). Das Foto stammt vom Twitter-Account von ePubli.

Folge 304

Wir reden [02:18] mit Johannes Meyer über das Große Drama Summit zum Thema TV-Serien. [20:30] US-Korrespondent Michael Remke erklärt, wie die US-Regierung AP-Journalisten bespitzelte. [27:40] Die Sache mit dem neuen WDR-Intendanten [40:28] TV-Journalist Daniel Bröckerhoff erklärt offenen Journalismus und sein Projekt st_ry.tv. [1:04:20] Christina Metallinos von der Deutschen Journalisten Schule berichtet von einem eBook-Experiment auf der re:publica.

Details zu den einzelnen Themen gibt es auch auf unserer Sendungsseite von DRadioWissen. Abonniert auch unseren Podcast.

Wir probieren gerade etwas aus – unsere Sendung gibt es jetzt auch bei YouTube:


julian

Von Machern und Erklären — das war die re-publica 2013

1,7 Terrabyte Daten, 13.000 Flaschen Bier, 6.000 Flaschen Mate und ein Internet-Logo — das war in dieser Woche die re-publica 2013. Nicht nur das funktionierende WLAN ist gut angekommen: Die “größte und wichtigste Internetmesse in Deutschland” (ARD-Morgenmagazin) ist noch wichtiger als Treffpunkt für die digitale Szene geworden, die aktiv den Medienwandel mitgestaltet. Zwar ist die “Netzgemeinde” zum großen Teil unter sich, lässt sich aber auch die Leviten lesen.

Darüber hinaus haben nicht nur Agenturen ihre Leute auf die Konferenz geschickt, auch viele Medienhäuser haben in diesem Jahr verstärkt ihre Entscheider geschickt. Im Gespräch sagten einige zu mir, dass sie auf der re-publica an einem halben Tag mehr lernten, als an drei Tagen von einem üblichen Branchenkongress.

Da wir in dieser Woche keine reguläre Radiosendung haben, gibt es als Podcast ein halbstündiges Special mit den Videotageszusammenfassungen von Christian Jakubetz, unseren Gästen und mir (zu sehen hier, hier und hier).

Unseren Podcast könnt ihr hier abonnieren.

Zwei Tipps haben wir noch: Thomas Knüwer hat in seinem Blog Indiskretion Ehrensache eine sehr lesenswerte Zusammenfassung der diesjährigen re-publica aufgeschrieben. Die Schüler der Deutschen Journalistenschule haben zudem für jeden Tag ein eBooks mit den Themen der Konferenz erstellt. Die eBooks gibt es in allen gängigen Formaten für 2,99 Euro hier: Montag, Dienstag, Mittwoch.

Wir haben euch gefragt, mit welchem Hashtag würdet ihr auf die re-publica zurückblicken?

Julian hat sogar eine Zeichnung mit seinem Fazit zur re-publica erstellt – toll!

 

 

 

 

 

 

 

 


Seite 1 von 4512345...102030...Letzte »